13.1.2018 Wintermarathon Haspelmoor  
Autor: Bernie Manhard    
     
 
ber18

Wintermarathon Haspelmoor A
Haspelmoor B
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Vor zwei Jahren waren Greppi, Charly und ich bereits beim Internationalen Wintermarathon in Haspelmoor am Start und waren begeistert von der Strecke und auch der Möglichkeit, so früh im Jahr bereits einen entspannten Trainingsmarathon laufen zu können. Das lassen wir uns natürlich auch heuer nicht entgehen. Janosch hat sich uns auch noch kurzfristig angeschlossen.

Nur alle zwei Jahre wird die Marathondistanz im Rahmen der Haspelmoorer Wandertage angeboten. Wichtig für uns: natürlich darf man hier auch laufen. Ein paar gewichtige Unterschiede zu Laufveranstaltungen gibt es schon zu beachten. So gibt es z.B. keine Zeitmessung. Wir haben unsere GPS eh am Handgelenk und sind so ohnehin auf dem Laufenden. Zudem wird auch kein Massenstart durchgeführt. Jeder kann seine Startzeit zwischen 6.30 – 8.00 Uhr selbst wählen. Wer will, kann sogar Samstag und Sonntag antreten. Greppi liebäugelt mit einem Doppelstart. Start- und Ziel befinden sich in der Sporthalle Hattenhofen. Wir wollen erst kurz vor 8 Uhr starten, da wir zum Fotografieren natürlich Tageslicht benötigen und der schönste Teil der Strecke, das Haspelmoor bereits am Anfang der Runde liegt.

Für läppische € 7,50 erwerben wir unsere Startkarten, dafür bekommen wir eine ausgeschilderte Strecke, an den meisten Kontrollstellen warme Getränke und im Ziel noch eine Urkunde und einen Aufnäher anstatt Medaille. Die erworbene Startkarte ist auf der Strecke mitzuführen und muss an den Kontrollstellen abgestempelt werden. Natürlich bekommt im Ziel nur derjenige auch die Auszeichnungen, wer alle 9 Kontrollstempel vorweisen kann.

Um 7:50 Uhr gehen wir auf die Strecke, vor zwei Jahren konnten wir in einen traumhaften Sonnenaufgang laufen, heute herrscht Hochnebel und so ist es noch ziemlich düster. Charly nimmt die Sache etwas ernster als wir und macht sich vom Start weg gleich vom Acker und ist bald nicht mehr zu sehen. Für mich ist das nix. Nach einer schwierigen Saison mit insgesamt 5 Monaten Verletzungspause mit Wadenproblemen bin ich erst seit drei Wochen wieder im Lauftraining. 3 DNS, 4 DNF und nur 5 Finishe auf der Langstrecke sind meine Saisonbilanz 2017, das soll heuer natürlich wieder deutlich besser werden. A bisserl zwicken die Waden immer noch, daher werde ich vorsichtig angehen und zwischendrin auch immer mal wandern. Für 42 Laufkilometer reicht mein Trainingszustand bei weitem nicht, aber dafür ist der IVV-Marathon ja geradezu prädestiniert.

Die Streckenführung ist heuer verändert worden, weiß Greppi zu erzählen. So geht es gleich direkt Richtung Moor. Zu unserer Enttäuschung ziehen wir aber nur am Rande des Moorgebietes vorbei. Kurz nach der Ortschaft Haspelmoor lassen wir uns an der ersten Kontrollstelle nach drei Kilometern aufklären. Heuer gibt es im Waldgebiet eine Drückjagd statt einer Moorwanderung für uns. Für die Veranstaltung wurde keine Passier-Genehmigung erteilt. Das ist natürlich schade, aber immer noch besser als ein paar Schrotkugeln im Allerwertesten.

Nach 5 km erreichen wir Nassenhausen und wenig später bereits die zweite Kontroll- und Versorgungsstelle. Oh, der Tee ist aber heiß. Bis wir unsere Becher leeren können, ohne uns zu verbrühen, vergeht einige Zeit. Unterdessen werden wir von einem auffällig in Gelb gekleideten und mit einem großen Trinkgürtel ausgerüsteten Powerwalker überholt. Ich kann mich erinnern, dass wir ihn in Nassenhausen bereits überholt haben.

Eine Schleife führt uns nach Nassenhausen zurück, wo wir auch prompt die richtigen Markierungen übersehen und uns nochmals auf dieselbe Runde zur Kontrollstelle begeben. Nach 300 Metern kommt mir das aber doch etwas spanisch vor. Nach kurzer Beratung beschließen wir wieder umzukehren und entdecken auch bald die richtigen Hinweiszeichen. Einige der Wanderer sind so an uns wieder vorbeigezogen, was uns natürlich fuchst. U. a. auch der „Gelbe“ bereits zum zweiten Mal, da er im Gegensatz zu uns an den Kontrollstellen nichts trinkt. „Den merken wir uns“. So haben wir jetzt unser Feindbild, was uns zum Laufspaß auch noch etwas an zusätzlicher Motivation einbringt. Die Zusatzstrecke kostet uns aber doch einige Zeit, bis wir ihn uns wieder schnappen können.

Immer wieder können wir uns an diverse Abschnitte der Strecke erinnern, aber in ganz anderer Reihenfolge wie vor zwei Jahren. In Adelshofen (km 9,4) erreichen wir die Kontrollstelle von Peter Eckstein. Den Stempel bekommen man normalerweise mitten in seinem Wohnzimmer, aber heuer sind zu viele Starter auf der Strecke, erzählt er uns, so hat man ihm ein beheiztes Zelt vor den Eingang gestellt. Heute am Samstag sind alleine etwa 270 Marathonis am Start, ohne die kürzeren Strecken.

Nach 15 km erreichen wir Mammendorf, die dortige Kontrollstelle ist eine der komfortabelsten im ganzen Lande, angeblich unter Wanderern weithin bekannt und in einer mollig warmen Garage untergebracht. Die Seitenwände der Garage sind komplett zugepflastert von Wander-Trophäen in Form von Aufnähern. Gemütlich ist es hier, daher sind wohl auch alle Plätze belegt, aber im Vorzelt gibt’s für uns noch Platz. Gegen Bares gibt es Brotzeiten aller Art. Für zwei Becher, wieder superheißen Tees brauchen wir einige Minuten, zudem haben wir es ja nicht eilig. Dann hat die Gemütlichkeit ihr Ende, da isser schon wieder: unser gelbes Feinbild. Auf geht’s pack mers wieder, lautet schlagartig unsere Devise. Unverzüglich machen wir uns auf die Socken.

Ich kenne diese Typen von Marschierern schon von einigen Trails, die lassen sich nur schwer abwimmeln. Der Manne Port ist auch so einer der kontinuierlich zügig durchwandert und so nicht viel langsamer ist als wir Genussläufer. Wir haben uns bei der Anmeldung heute Morgen schon begrüßt. Ich hoffe, er macht sich nicht auch noch auf unsere Fersen.

 
An der Kontrollstelle Nummer 4 haben wir in etwa unsere halbe Strecke geschafft. In der beheizten Hütte gibt’s …wie immer den super heißen Tee. Aber das ist nicht alles, einige Teller leckere Schmalzbrote stehen bereit, das lassen wir uns natürlich nicht nehmen. So vergehen wieder diverse Minuten. Den „Gelben“ haben wir aber zumindest versägt, er kommt nicht mehr an uns ran.

Plötzlich braust Charly aus unserer Laufrichtung heran. Er hat bereits 26,5 km auf seinem GPS. Wow, da hat er ganz schon Gas gegeben. Wir haben die etwa 6 km lange Schleife, die uns dann nochmals hierher zurückführt noch vor uns. Nur kurz können wir ratschen, er hat’s eilig …der Ehrgeiz!

Wenig später erreichen wir Hirschthürl, der Weiler ist so prägnant, an den können sich Greppi und ich noch gut erinnern. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Ein Wohngebäude, ein Kuhstall und einige Stadel sind auszumachen. Renoviert oder wenigstens ausgebessert ist hier gefühlsmäßig seit mindestens 100 Jahren nix mehr. Tatsächlich gibt es auf den Ort eine urkundliche Erwähnung von 1147, der Name verweist auf die höfische Jagd, für die Hecken errichtet wurden, an deren Toren Wild mit Netzen und Schlingen gefangen wurde. Die Familie vom „Hirschbauer“ um das heutige Gehöft mit über 100 Tagwerk Grund, reicht mit 46 Nachkommen bis ins Jahr 1640 zurück. Ja, fast so sieht’s auch aus. Aber höchst interessant, ich vergesse glatt von diesem Unikum ein paar Bilder zu machen. Das nehme ich mir aber für das nächste Mal zwingend vor.

Nach etwa 33 km sind wir wieder in Mammendorf zurück. Bevor wir die altbekannte Kontrollstelle erreichen, dürfen wir etwas innerhalb, erst noch fast die Ortschaft umrunden. Greppi lässt sich von einer Markierung irritieren und meint, wir sollen nach links weiterziehen. Nach Beratung und einem kurzen Abstecher kehren wir aber doch wieder zu unserem alten Weg zurück, was sich kurz danach auch als richtig erweist. Aber uns wieder 200 Meter Zusatzweg einbringt.

Der Weg zurück nach Hattenhofen ins Ziel ist heuer komplett neu. Mir gefällt er besser, weil die alte Streckenführung doch sehr windanfällig war. Plötzlich setzt sich Jan von uns ab. Bergauf haut er den Turbo rein, Greppi und ich mögen nicht so recht nachziehen. Als er sich schon ein paar hundert Meter von uns abgesetzt hat, juckt’s mich doch, ihn wieder einzuholen und mache mich auf die Jagd.

Die letzte Kontrollstelle ist schon in Sichtweite von Hattenhofen. Ich bin der 250. heute, der sich seinen Stempel abholen kommt. Janosch ist nur mehr hundert Meter vor mir, das gibt mir die Motivation jetzt auch noch bergauf zu Laufen. Gemeinsam erreichen wir die Sporthalle und somit das Ziel. Charly wartet bereits seit einer guten Stunde, irgendwas mit 4.40 hat er gebraucht. Sein Schweinsbraten ist schon fast wieder verdaut.

„Basst scho“, wie wir Bayern zu sagen pflegen. Bis auf die ausgefallene Moorwanderung war alles wieder super. Da samma beim nächsten Mal sicher wieder dabei.
   
 
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