15.9.2018 Sri Chinmoy Peace-Mile 6-Stunden-Lauf  
Autor: Andreas Greppmeir
 
 
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Bereits zum dritten Mal in Folge mache ich mich auf den Weg zum Sri Chinmoy Peace-Mile 6-Stunden-Lauf im Sportpark des Post SV im Münchener Stadtteil Moosach. Es gibt für mich mehrere Gründe hier zum Wiederholungstäter zu werden. Die kurze Anfahrt und eine Startzeit um 10.00 Uhr kommen mir als Langschläfer natürlich entgegen.

Zudem treffe ich in München natürlich auch immer wieder viele Bekannte, weshalb ich auch schon rechtzeitig die Starterliste durchforste. Kati Schramm war klar, wir hatten uns ja verabredet, um gemeinsam ein paar Runden zu drehen. Dann war da noch Evi Piehlmeier, die ich auch schon bei mehreren Läufen getroffen und kennengelernt habe. Mit Helmut Risser aus Murnau war dann aber schon Schluss. Ich war etwas verwundert, doch facebook lieferte schließlich die Erklärung. Die üblichen Verdächtigen, wie Jürgen Englerth, Swati und Amitap Barve, sowie noch ein paar mehr waren heuer beim Berlin Marathon unterwegs, der nur einen Tag später stattfand. Ein weiterer Grund für München ist einfach, dass mir 6-Stunden-Läufe Spaß machen. Die Stimmung ist bei diesen Läufen immer eine ganz eigene und das Miteinander von Profis und Hobbyläufern klappt stets hervorragend.

So bin ich am Samstag nach nur gut vierzig Minuten Fahrt im Sportpark angekommen und noch ein paar Minuten zu früh dran. Ich gönne mir im Auto noch ein kleines Frühstück und schon bald parkt auch Kati neben mir ein. Wir freuen uns über unser Wiedersehen und es gibt natürlich einiges zu erzählen. Ohne großen Aufwand haben wir um kurz nach neun Uhr auch schon unsere Startnummer in Händen und packen eine gemeinsame Tasche mit Wechselkleidung. Denn das Wetter ist geradezu ideal. Es noch etwas frisch und bewölkt. Da jedoch zwischendurch ein paar leichte Regenschauer angekündigt wurden, die zwar dann doch ausbleiben, packen wir sicherheitshalber eine Regenjacke und Shirts in eine Tasche und platzieren diese an der Strecke.

Schließlich läuft mir auch Evi in die Arme und auch mit Helmut kann ich vor dem Start noch ein paar Worte wechseln. Marc, der für die Organisation verantwortlich ist, heißt mich ebenfalls wieder in München willkommen. Danach wollen wir uns auch gleich noch bei unseren Countern vorstellen, damit die Rundenzählung problemlos funktioniert. Meine Counterin ist bis kurz vor dem Start noch nicht erschienen, was jedoch kein Problem darstellt, da es die gleiche ist, wie an meinen vergangenen beiden Teilnahmen und wir uns eh kennen. Zudem gibt es heuer erstmals eine elektronische Rundenzählung und die Counter sind eigentlich nur als Absicherung da, falls es mit der Technik Probleme geben sollte.

Probleme mit der Technik gibt es heute aber nur bei mir selbst. Ich Schussel hatte vergessen die Speicherkarte in meine Kamera einzulegen, so dass ich sie gleich im Auto lassen konnte. So wird es erstmals keine Fotos vom Lauf geben. Allerdings ist ja immer ein offizieller Fotograf des Sri Chinmoy-Teams mit dabei, so dass ich mir für diesen Bericht ein paar stibitzen kann. Diese werden nämlich kostenlos allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Somit kann ich mich heute ausnahmsweise mal aufs Laufen konzentrieren und muss keine Kamera mit mir rumschleppen. Es ist tatsächlich ein etwas komisches Gefühl mit leeren Händen am Start zu stehen, aber es geht halt heute mal nicht anders.

Einen Plan für die kommenden sechs Stunden haben Kati und ich uns schon zurechtgelegt. Wir werden die ersten beiden Stunden gemeinsam laufen, dann werde ich Kati vermutlich ziehen lassen. Kati will am Ende schon eine „Fünf“ am Anfang ihres Ergebnisses stehen haben und das ist heute nicht mein zwingendes Ziel. Mein Laufkalender ist noch ordentlich gefüllt und ich will mich noch etwas schonen und die sechs Stunden als Training nützen. So um die 46 Kilometer habe ich mir vorgenommen, den bei 48 ist die Gefahr zu groß, dass man Ende doch noch mit den 50 liebäugelt und ich meine Körner für die kommenden Läufe verschieße.

Um kurz vor 10.00 Uhr stehen wir mit dem 65-köpfigen Läuferfeld gemeinsam am Start und lauschen noch kurz Marc`s Worten, der uns wie immer herzlich begrüßt und eine kurze Einweisung gibt. Schließlich geht es dann los und erwartungsgemäß preschen einige Läufer ordentlich davon. Kati und ich lassen uns jedoch nicht beeindrucken und versuchen ein gemeinsames gemütliches Tempo zu finden. So um die 6:30 wollen wir uns einpendeln, wofür wir ein paar Runden brauchen. Wir sind anfangs noch etwas zu schnell, aber das ist völlig normal. Irgendwann läuft es rund und auch der Schnitt stimmt. Die erste Stunde nutzen wir, um uns zu unterhalten und auch die anderen Läufer einzuschätzen.

Auffällig ist, wie schon im vergangenen Jahr Christof Mittendrein aus Wien. Er hat einen tollen Laufstil und zieht von Beginn an mit einem wahnsinnigen Tempo seine Runden. Er wird am Ende die Männerwertung mit etwas über 74 Kilometern gewinnen. Doch noch auffälliger ist Anne Stephan, dritte der Deutschen Meisterschaften im 6-Stunden-Lauf. Sie legt noch eine Schippe drauf und läuft äußerst entspannt, so scheint es jedenfalls, nach sechs Stunden mit knapp über 76 Kilometern einen neuen Streckenrekord bei den Frauen. Kati und ich sind mit unserem Tempo zufrieden, auch wenn uns die beiden immer wieder überrunden. Nach einer Stunde haben wir beinahe zehn Kilometer gesammelt. Den Schnitt werden wir zwar nicht halten können, aber etwas Bonus herauszulaufen ist schon in Ordnung, da erfahrungsgemäß auch irgendwann ein Loch kommt, in dem es nicht mehr so läuft und dann kann man gut zehren.

Die zweite Stunde verläuft ebenfalls reibungslos. Kati und ich drehen gemeinsam unsere Runden und es wird uns nicht langweilig. Unser nächstes gemeinsames Ziel ist der Halbmarathon und diesen erreichen wir mit einer Zeit von 2:25 Stunden. Wir sind also voll im Plan. Kati verabschiedet sich kurz darauf auf`s Dixi und das ist auch der Zeitpunkt, wo sich unsere Wege trennen. Ich laufe weiter und weiß nun Kati hinter mir. Nicht, dass es mein Ziel ist, das über die nächsten Stunden zu halten, aber unbewusst warte ich darauf, dass sie mich wieder einholt. Und so ziehe ich Runde um Runde und Kati taucht einfach nicht mehr auf.

 
 
Bis Runde 21, also etwa Kilometer 32 laufe ich ziemlich konstant meine Runden und bis dahin fühle ich mich auch richtig gut. Eine Runde teile ich mir noch mit Helmut und habe etwas Unterhaltung. Danach bahnt sich schleichend das erwartete Tief an. Gut 3:45 Stunden bin ich nun unterwegs und die Beine werde etwas schwerer. Es sind noch 2:15 Stunden, die ich laufen muss, so dass ich das nicht als Ziel ansehe, sondern den Marathon. So um die fünf Stunden hatte ich dafür veranschlagt. Etwas schneller oder langsamer, das spielt heute keine Rolle. Allerdings merke ich auch, dass ich die Getränke nicht mehr so gut aufnehme, wie am Anfang und mir schwant, dass ein altbekanntes Problem demnächst über mein weiteres Vorankommen entscheiden wird. An der Verpflegungsstelle nehme ich wieder etwas zu mir und dehne die Gehpause etwas aus, um meinem Magen eine Chance zu geben. Als ich mit meinem Becher Cola in der Hand so vor mich hin marschiere, kommt von hinten Kati. Sie hat mich wieder eingeholt und fragt kurz, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich entgegne nur, dass ich Cola hätte und einen ruhigen Platz suche. „Oh je“, war Katis Antwort auf die Situation, die sie aus unseren vielen gemeinsamen Läufen nur zu kannte. Sie wusste, dass ich jetzt Ruhe brauche und läuft weiter.

Auf den nächsten Runden verliere ich nun viel Zeit, doch das ist o.k. für mich. Ich hatte ein gutes Polster. Der Magen rebellierte Runde für Runde und die Erleichterung wollte einfach nicht kommen. Doch irgendwann hörte ich meine Counterin rufen: „Glückwunsch, Marathon!“ Ein Blick auf die Uhr zeigte mir 5:15 Stunden. Es war also noch alles im Lot, die anvisierten 46 Kilometer würden sich locker ausgehen. Auch in meinem momentanen Zustand. Es war ja nur noch eine dreiviertel Stunde bis zum erlösenden Schlusssignal. Das war wirklich überschaubar und diese Aussicht wirkte sich wohl auch auf meinen Magen aus. Er beruhigte sich und ich konnte wieder normale Zeiten laufen.

Dreizehn Minuten vor Schluss überlief ich nochmal die Ziellinie und ich hörte Marc rufen: „The flag for Greppi please!“. Das rief bei mir Erinnerungen wach. Im vergangenen Jahr wollte ich mir meine Zielfahne für die letzte Runde abholen, als Marc meine Counterin aufforderte: „NO flag for Greppi!“ und ich musste mich auf der letzten Runde ordentlich sputen, um nochmal über die Ziellinie zu kommen. Diesmal wollte ich den Spieß umdrehen. Ich griff mir meine Fahne und zog das Tempo ordentlich an. Im Slalom bahnte ich mir den Weg durch die Mitläufer, die ebenfalls mit ihren Fahnen unterwegs waren und das Tempo bereits herausgenommen hatten. Etwa auf der Hälfte der Runde konnte ich Kati vor mir ausmachen. Sie hatte bereits die rote Fahne für die 50 Kilometer in der Hand. Als ich auf sie auflief, keuchte sie mir zu, dass sie hofft, diese Runde noch zu Ende zu bringen, um tatsächlich die 50 Kilometer zu schaffen. Als sie mich auf mein Tempo ansprach, konnte ich über die Schulter gerade noch zurückrufen, dass ich keine Zeit habe: „Mir pressiert's !!!“ …. Dass ich mich wieder in der selben Runde mit Kati befand, war mir gerade sowas von egal. Ich hatte nur noch ein Ziel und das habe ich erreicht. Ich überquerte nochmal die Ziellinie und konnte Marc mit meiner Fahne zuwinken. Seinem Grinsen konnte ich entnehmen, dass er den Wink mit dem Fanderl verstanden hatte. Das war die Revanche für das letzte Jahr.

Ich konnte noch die Verpflegungsstation passieren und bog um's Eck und da hing auch mein Beutel mit den Wechselklamotten. Mein Ziel. Ich steckte das Fanderl an den Wegesrand und ein paar Sekunden drauf ertönte auch schon das Signal, dass die sechs Stunden um waren. Ich war fertig. Der Schlussspurt hatte mir nochmal ziemlich zugesetzt. Es waren am Ende dann 48,5 Kilometer. Etwas mehr als geplant. Ich war zufrieden und machte mich auf den Rückweg zum Ziel, wo ich meine Finisher-Medaille von meiner Counterin entgegennehmen durfte. Sie gratulierte mir herzlich und ich war mit mir im Reinen. Es war wieder ein toller 6-Stunden-Lauf, trotz des kleinen Hängers zwischendurch. Aber der gehört einfach dazu.

Ich ließ mich schließlich mit Kati im Gras nieder und sie sah nicht besonders fröhlich aus. Nicht mal dreißig Meter vor dem Ziel und der 50-Kilometer-Marke musste sie ihr Fanderl in den Boden stecken. Das ist bitter. Da hatte ich noch etwas Aufbauarbeit zu leisten. Gut, dass Kati zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass es offiziell sogar nur fünf Meter waren. Aber wir waren uns einig. Wir hatten wieder jede Menge Spaß und hatten einen tollen Lauf in einer tollen Atmosphäre. Evi konnte ich dann auch noch in den Arm nehmen und zu 58,5 Kilometern gratulieren. Zum wiederholten Mal war sie an ihrem Traum die 60 Kilometer zu packen gescheitert, trotzdem war sie happy über den Lauf. Immerhin hatte sie zehn Kilometer mehr geschafft als ich.

Die abschließende Siegerehrung und das gemeinsame Essen ließen Kati und ich sausen. Wir wollten irgendwie nur noch nach Hause und die Füße hochlegen. Wir verabredeten uns aber gleich für kommende Woche. Da stehen wir wieder gemeinsam beim Einstein Marathon in Ulm am Start. Ich freu mich jetzt schon drauf, vor allem, da ich dort – hoffentlich – keine sechs Stunden mehr laufen muss. Mein Dank gilt an dieser Stelle Marc und seinen zahlreichen Helfern. Die Veranstaltung war wieder perfekt organisiert und umgesetzt. Ich wüsste nicht, was es zu verbessern gibt und freue mich einfach schon mal auf`s nächste Jahr. Hoffentlich wieder mit ein paar mehr mir bekannten Gesichtern unter den Teilnehmern.
 

Greppi

48,5 km
 
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