27.10.2018 Alb Marathon  
Autor: Andreas Greppmeir marathon4you.de
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ber18

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Mit seiner 28. Austragung gehört der Alb Marathon in und um Schwäbisch Gmünd schon zu den Marathonklassikern in Baden-Württemberg. Wobei es sich nicht um einen klassischen Marathon, sondern um einen Ultramarathon handelt. Fünfzig Kilometer und 1100 Höhenmeter sind beim Alb Marathon zu bewältigen. In diesem Jahr findet in Schwäbisch Gmünd auch das Finale des Europacups im Ultralauf statt. Für mich wird die Teilnahme eine Premiere und so bin ich schon gespannt, was mich in der größten Stadt im Remstal erwartet.

Ich reise schon am Abend zuvor an und plane genügend Zeit ein, um meine Startnummer nach vor 20.00 Uhr im Prediger, einem ehemaligen Dominikanerkloster direkt in der Altstadt abzuholen. Nachdem mein Navi aufgrund der vielen Baustellen und Straßensperrungen in der Altstadt nicht klar kam, stellte ich mein Auto kurzerhand in der Fußgängerzone ab und machte mich zu Fuß auf die Suche nach dem Johannisplatz. Ein paar Minuten später stehe ich auch schon vor dem Prediger. Erste Zelte stehen schon, der Startbogen wird gerade montiert. Hier bin ich richtig.

Meine Startnummer habe ich wenige Minuten später auch schon in Händen. Neben der Startnummer finde ich in meinem Umschlag lediglich noch einen Anhänger für die Kleiderabgabe. Eine Infobroschüre suche ich vergeblich und bin froh, dass ich mir die Ausschreibung ausgedruckt habe, so dass ich mich später im Hotel noch etwas genauer mit dem Lauf beschäftigen kann. Bevor ich mich auf den Weg ins Hotel mache, suche ich noch einen geeigneten Parkplatz für den nächsten Morgen und entdecke ein Parkhaus etwa fünf Minuten vom Prediger entfernt, für das ich mich letztlich auch entscheide.
Als ich am nächsten Morgen vor die Tür meines Hotels trete, muss ich feststellen, dass der Wetterbericht leider recht behalten hatte. Konnte ich bei meiner Anfahrt am Vortag noch die herrliche Landschaft der Schwäbischen Alb genießen und herrliche Aussichten bewundern, musste ich mich für heute wohl von diesem Gedanken verabschieden. Über Nacht hatte es geregnet und es war empfindlich kalt. Drei Grad zeigte mein Thermometer und ich machte mir bei meiner kurzen Rückfahrt nach Schwäbisch Gmünd Gedanken, ob ich tatsächlich die richten Laufklamotten ausgewählt hatte. Kurze Laufhosen, ein kurzes Shirt und eine dünne Regenjacke. Aber was solls, was anderes hatte ich nicht eingepackt und das musste für heute einfach reichen.

Wieder zurück am Prediger lief mir als erstes Sybille Mai aus Augsburg in die Arme. Sie ist wirklich schnell und schien deutlich besser auf die Bedingungen eingestellt zu sein, als ich. Wir unterhielten uns kurz, bevor nach und nach auch meine zahlreichen baden-württembergischen Lauffreunde eintrudelten. Im Prediger war es deutlich wärmer, als draußen, so dass wir die Zeit bis kurz vor dem Start in der Halle verbrachten. Eine Stunde vor dem eigentlichen Start musste ich aber noch mal kurz nach draußen. Die Genussläufer starteten. Beim Alb Marathon gibt es nämlich die Möglichkeit sich auch für den sogenannten Genusslauf anzumelden. Dieser wird eine Stunde vor dem eigentlichen Marathon gestartet und bietet den Läufern, die Zweifel haben das Ziel innerhalb des Zeitlimits von sieben Stunden zu erreichen, die Möglichkeit, das ganze etwas gemütlicher anzugehen. Zehn Teilnehmer nehmen die Möglichkeit war. Unter ihnen entdecke ich auch my4-Autor Eberhard Ostertag nebst Begleitung. Ich verfolge noch kurz deren Start und verkrümle mich danach gleich wieder ins Warme.

Zehn Minuten vor dem Start ist es dann soweit und wir müssen wieder nach draußen. Immerhin ist es trocken, doch es ist schon wirklich lausig kalt. Man ist diese winterlichen Temperaturen einfach noch nicht gewöhnt. Und so bin ich froh, als der Countdown über dem Startbogen endlich die letzten Sekunden anzeigt. Die Straße vor dem Startbogen ist gut gefüllt. Mit uns starten die Staffel- und die 25-Kilometer-Läufer. Für den Marathon sind gut 300 Läufer gemeldet. Ob alle ihr Ziel bei diesen Bedingungen erreichen werden, wage ich jedoch schon nun zu bezweifeln. Doch dann geht es los. Die letzten Sekunden werden gemeinsam heruntergezählt und schon bald laufen wir durch die historische Altstadt von Schwäbisch Gmünd und werden von zahlreichen Zuschauern verabschiedet. Die ersten Kilometer dienen nun erst mal zum Einrollen. Nach der Fußgängerzone geht es durch ein Stadttor nach links weg und wir laufen erst Mal noch ein bisschen durch Schwäbisch Gmünd flach dahin und ich finde relativ schnell mein Wohlfühltempo. Noch bin ich ohne Begleitung unterwegs, da Kati anfangs nicht mit mir laufen wollte. Die erste Hälfte sei deutlich anspruchsvoller als die zweite und da würde sie mit mir nicht mithalten können. Sie hoffte, dass sie in der zweiten Hälfte wieder auf mich aufschließen kann und wir dann den Lauf gemeinsam zu Ende bringen können.

Kurz nachdem wir Schwäbisch Gmünd verlassen, erreichen wir den Eingang des Beutentals. Das Warmlaufen hat ein Ende, die ersten Höhenmeter liegen vor uns. Auf einem Waldwanderweg geht es nun stetig, aber nicht allzu steil nach oben. Es ist noch gut zu laufen und Kati, die bis dahin noch mit mir gleichauf war, muss erwartungsgemäß abreißen lassen. Die Strecke macht schon jetzt Laune. Herbstlich gefärbte Laubbäume säumen den Weg und gelegentlich kann ich noch mit ein paar Lauffreunden abklatschen, die ich im Vorfeld noch nicht getroffen hatte. Bei Kilometer 7 erreichen wir auch schon die erste Verpflegungsstation. Es gibt Wasser und warmen Tee. Bei diesen Bedingungen werde ich das Wasser heute gänzlich verschmähen und mich an den Tee halten. Nun geht es weiter in Richtung Wäschenbeuren. Die Strecke ändert sich auf den nächsten Kilometer kaum. Er geht stetig nach oben, aber gelegentliche Bergabpassagen lassen einem auch wieder Zeit zum Erholen.

Nach einem kurzen, knackigen Anstieg liegt das Wäscherschlössle vor bzw. über uns. Es wurde zwischen 1220 und 1250 erbaut. Einer Legende zufolge soll Kaiser Barbarossa auf dem Rückweg von den Gräbern seiner Vorfahren zur Burg Hohenstaufen hier Rast gemacht haben. Dabei hat er sich in eine Wäscherin verliebt und ihr kurzerhand die Burg geschenkt haben. Die Gestaltung des Ortswappens von Wäschenbeuren wurde von dieser Legende zwar beeinflusst, tatsächlich geht der Name jedoch auf Konrad den Wascher zurück. Es gibt noch zählreiche weitere Mythen über das Wäscherschlössle, wie zum Beispiel eine rätselhafte „Weiße Frau“ und einen Gefangenen in der Burg. Bei Führungen durch die Burg kann man sich diese erzählen lassen und somit in die vergangene Ritterzeit eintauchen. Leider haben wir heute dafür keine Zeit und lassen die Burg links liegen. Wir durchlaufen kurz darauf die kleine Ortschaft Wäscherhof und erreichen wenig später die zweite Verpflegungsstelle bei Kilometer 12 kurz nach Wäschenbeuren.

Die nächste VP wartet schon in vier Kilometern auf uns, doch bis dahin passiert genau das, was ich inzwischen schon verdrängt hatte. Es beginnt zu regnen und es wird richtig ungemütlich. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich kalte Hände und begann zu frösteln. Ich war wohl doch etwas zu optimistisch und zu leicht angezogen. Handschuhe wären jetzt eine Wohltat, doch die liegen zu Hause in der Schublade. Auch das Fotografieren wird nicht einfacher. Immer wieder landen Tropfen auf dem Objektiv und ich habe nichts trockenes mehr am Leib, womit ich es wieder ordentlich trockenwischen könnte. Durch die nebelverhangene graue Landschaft kann ich dennoch den Hohenstaufen erkennen. Den ersten der drei Kaiserberge, den es bald zu bezwingen gilt. Doch zuvor gibt es noch eine kleine Verpflegungsstation und greife wieder nach einem Becher Tee. Danach geht es nach oben.

Der Name des Hohenstaufen kommt von der alten Bezeichnung „Stauf“ für einen spitzen, kegelförmigen Berg, abgeleitet von dem westgermanischen Adjektiv „staupa“, was so viel wie steil bedeutet. Und so geht es nun auch nach oben. Nämlich steil. Die ersten Meter geht es über einen Trampelpfad steil nach oben. Dieser ist vom Regen aufgeweicht und glitschig, so dass ich in die Wiese ausweiche, da diese mir mehr Trittsicherheit verleiht. Etwas besser wird es, als wir den eigentlichen Wanderweg nach oben erreichen. Die vor mir Laufenden kommen mit teilweise schon wieder entgegen, da sich auf dem Hohenstaufen der Wendepunkt bei Kilometer 18 befindet. Oben angekommen sehe ich die Ruine der Stammburg des Adelgeschlechts der Staufer, die ehemalige Burg Hohenstaufen. Auf einer Tafel wird das Panorama erklärt, dass ich heute jedoch nur erahnen kann.

 
 
 
Ich wende bei Kilometer 18 und ein Helfer überwacht mit laufender Kamera, dass auch wirklich jeder hier vorbeikommt und diktiert zur Sicherheit die Startnummern ins Mikrofon. Nun gilt es die erlaufenen Höhenmeter wieder zu verlieren. Auf demselben Weg wie nach oben geht es nun wieder nach unten. Auch beim Bergablaufen muss man nun höllisch aufpassen. Der Weg ist teilweise rutschig. Das feuchte Herbstlaub macht es nicht unbedingt besser. Etwa auf der Hälfte des Abstiegs kommt mir Kati entgegen. Sie kündigt nun schon an, dass sie bei Kilometer 25 die Möglichkeit des Ausstiegs nutzen wird. Ihr ist kalt und sie will nicht mehr. Somit verabschiede ich mich schon mal von Kati, hoffe jedoch stets, dass sie es sich anders überlegt. Beim zweiten, der drei Kaiserberge werden wir eben bei diese 25 Kilometer erreichen und ich stelle erleichtert fest, dass der Regen wieder aufgehört. Für den Nachmittag war eine leichte Wetterbesserung angesagt und das schien nun auch tatsächlich einzutreten. Dennoch war mir immer noch kalt und ich versuchte, wieder ein ordentliches Tempo zu laufen.

Die Strecke war nun wieder leicht wellig. Wir laufen auf einem Geh- und Radweg auf den Asrücken zu. Einen kleinen Hügel, bei dem wir die vierte VP erreichen werden. Ein paar hundert Meter müssen wir hier wieder steil nach oben und schon kann ich mir meinen nächsten Becher Tee abholen. Die Stärkung ist dringend notwendig, denn der Rechberg will nun von uns bewältigt werden. Ich bin inzwischen auf Axel aufgelaufen und ohne darüber zu sprechen, war uns klar, dass wir von nun an gemeinsam laufen. Schon viele Läufe haben wir so gemeinsam beendet und es tut gut, endlich einen Laufpartner an der Seite zu haben. Die Gespräche lenken etwas von der Kälte ab und so machen wir uns auch gemeinsam an den Anstieg zum Rechberg.

Bis auf 708 Meter müssen wir nun hinauf. Gemeinsam läufts ganz gut und wir kommen gut voran. Durch den herbstlichen Wald geht‘s nach oben und nur gelegentlich gibt es rutschige Stellen. Mitten im Wald steht plötzlich ein aquäduktähnliches Bauwerk vor mir. Wie ich wenig später erkennen konnte, handelte es sich um die Zugangsbrücke zur Ruine Hohenrechberg. Die Burg wurde zwischen 1200 und 1250 vermutlich durch Ulrich von Rechberg erbaut. Von 1448 bis 1450 plünderten Krieger aus Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall die Umgebung der Burg, wagten es jedoch nicht diese anzugreifen. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg allerdings niedergebrannt. Wieder aufgebaut überstand sie den dreißigjährigen Krieg und die französischen Revolutionskriege unbeschädigt. 1865 löste ein Blitzschlag einen Brand aus und ruinierte die Burg Hohenrechberg. Seit dem Jahr 1977 wurde die Ruine in die Liste der herausragenden Sehenswürdigkeiten an der Straße der Staufer aufgenommen. Wir lassen die Ruine rechts liegen und vor uns läutet eine Kapelle die letzten Meter für die 25-Kilometer-Läufer ein. „Wannsee“ von den Ärzten mit Trompeten und Schlagzeug von einer gut 20-köpfigen Band klang etwas eigenwillig, aber sehr interessant. Nur wenige Meter später wurde die Strecke geteilt. Rechts ging‘s in Zielt für die „Kurzstreckler“ und links ging`s für uns weiter auf die zweite Hälfte. Ich war nun wieder recht guter Dinge und nahm erst mal die Verpflegungsstation in Anspruch.

Auf einem schmalen Teerweg konnte ich mich nun gemeinsam mit Axel wieder ins Tal stürzen. Allerdings wurden wir gelegentlich von den Finishern des 25-Kilometer-Laufs ausgebremst, die auf demselben Weg zur Bushaltestelle schlenderten. Doch wir konnten alle rechtzeitig verscheuchen und kamen gut unten an. Zwei der Kaiserberge lagen nun hinter uns und nur noch einer lag vor uns. Der Stuifen war das nächste Ziel bei Kilometer 30. Bis dahin gab es kaum nennenswerte Anstiege und so lag er auch schon bald vor uns. Bei Kilometer 28 begann der Anstieg. Wieder hatten wir bis dahin eine Begegnungstrecke und konnten mit einigen bekannten Gesichtern abklatschen, die den Stuifen schon bezwungen hatten. Mit 757 Metern ist er der höchste der drei Kaiserberge, also noch einmal eine ordentliche Aufgabe, die da vor uns lag.

Eine Helferin wies uns auch nach rechts auf den „Ho Chi Minh-Pfad“, wie ein selbstgestaltetes Hinweisschild uns verriet. Ich konnte mir den Kommentar nicht verkneifen, dass das aber eher nach einem „Rutschi-Minh-Pfad“ aussieht. Die Helferin beruhigte mich und meinte, dass das sind nur ein paar Meter sind, dann wird es wieder besser. Tatsächlich lag schon nach wenigen Metern ein herrlicher Trail vor uns und es machte richtig Laune hier zu laufen. Gut einen Kilometer ging das so, bevor der letzte giftige Anstieg vor uns lag. Steil ging es nun nach oben. Es war etwas schlammig und man musste höllisch aufpassen, um auf den Wurzeln nicht auszurutschen. Erschöpft, aber glücklich hatte ich schließlich den Stuifen bezwungen. Axel wies mich, oben angekommen, noch auf ein Gipfelkreuz hin, dass man von der Laufstrecke aus gar nicht gesehen hätte. Wir nahmen die paar Meter Umweg in Kauf um vor dem zwölf Meter hohen Holzkreuz, das 2011 aufgestellt wurde ein gemeinsames Erinnerungsfoto zu schießen.

Danach machten wir uns wieder auf den Weg nach unten. Die Oberschenkel rebellierten nun ab und zu auf dem wirklich steilen Abstieg, aber das versuchte ich nun einfach mal zu ignorieren. Irgendwann sind wir dann auch unten und machen uns wieder mit Begegnungsverkehr auf den Rückweg in Richtung Schwäbisch Gmünd. Gut 35 Kilometer haben wir nun hinter uns und die meisten Höhenmeter sind bewältigt. Nur noch ein paar kleinere Hügel liegen vor uns.

Ungefähr bei Kilometer 36 macht mich Axel auf die „Reiterles Kapelle“ aufmerksam. Eine schlichte Kapelle, die mir sicherlich entgangen wäre. Über der Eingangstür kann ich die Jahreszahl 1714 erkennen. Da soll sie erbaut worden sein, doch ob dem wirklich so ist, darüber ist man sich bis heute nicht im Klaren. Eine neben der Kapelle stehende Linde wurde auf etwa 350 Jahre geschätzt und man denkt, dass sie bei der Fertigstellung der Kapelle dort gepflanzt wurde, so dass das Baujahr eher um 1600 anzusiedeln wäre. Interessanter finde ich doch meist die Geschichten, die sich rund um so ein Bauwerk spinnen. So eine gibt es auch um die Reiterles Kapelle, die ihr wohl auch den Namen gab. Der wohlhabende Bauer Reuterle soll zu später Stunde nach dem Begräbnis des Hauptmannes Joachim Berchtold von Roth im Februar 1621 auf dem Heimweg vom Leichenschmaus gewesen sein, als Berchtold von Roth kurz vor Tannweiler plötzlich auf einem kopflosen Pferd an ihm vorbeiritt. Begleitet wurde er von einer Meute kopfloser Hunde. Reuterle war zunächst tief erschrocken, grüßte aber dann aus Verlegenheit den Geist. Dieser rief erzürnt: „Würde ich dich nicht kennen, zu Zunder und Fetzen zerrisse ich dich!“ Anschließend stürmte die Geisterschar weiter. Bauer Reuterle fiel in Ohnmacht und als er aus dieser erwachte, schwor er, für die Seelenruhe des Freiherrn von Roth eine Kapelle zu errichten. Und eben diese Kapelle haben wir gerade passiert und ich war Axel dankbar für diese Geschichte, lenkte sie doch wieder für ein paar Minuten von der Kälte und den Strapazen ab.

Inzwischen hat es auch wieder angefangen leicht zu regnen und es wird wieder unangenehm kalt. Doch es geht von nun an oft bergab und Axel und ich haben ein gutes gemeinsames Tempo gefunden. Wir durchlaufen noch ein paar kleinere Waldgebiete, über eine Matschwiese geht es noch etwas schlitternd bergab und wir befinden und gleich auf dem letzten Streckenabschnitt und den letzten zehn Kilometern. Auch hierzu kann Axel mir etwas berichten. Wir laufen nämlich nun bis zum Ortseingang von Schwäbisch Gmünd auf einem Damm. Etwas sonderbar, da weit und breit kein Fluss oder See zu erkennen ist, der die Aufschüttung eines Damms erklären würde. Der Weg, der nun vor uns liegt ist eine alte Bahntrasse, weiß Axel zu berichten. Nach der Stilllegung der Trasse wurde der Bahndamm als Geh- und Fahrradweg umgebaut. Wir werden auch noch ein Haltestellenschild des ehemaligen Bahnhofs Schwäbisch Gmünd-Süd passieren, auch wenn es das Gebäude dazu schon lange nicht mehr gibt. So ist es schließlich auch und wir haben nur noch rund vier Kilometer vor uns.

Am Ende erreichen wir wieder Schwäbisch Gmünd, schlängeln uns noch durch die Straßen und um ein paar Ecken und finden uns schließlich in der Fußgängerzone wieder. Gemeinsam erreichen wir so auch das Ziel und freuen uns über unser wiederholt gemeinsames Finish. Wir nehmen unsere Finisher-Medaille entgegen und lassen uns noch auf ein gemeinsames alkoholfreies Weißbier im Verpflegungszelt nieder. Wir stoßen auf einen gelungenen Ultra-Marathon an. Trotz des Wetters hatten wir das Beste daraus gemacht und ich denke, wenn irgendwann über den drei Kaiserbergen auch mal Kaiserwetter herrscht, würde ich mich gerne für eine Wiederholung überreden lassen, denn dann könnte ich die wunderbare Landschaft auch in vollen Zügen genießen.
 

Greppi

6:57:19

 
 
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