7.7.2018 Primiero Dolomiti Marathon  
Autor: Andreas Greppmeir
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Die Qual der Wahl hatte, wer am Wochenende einen Marathon in Südtirol laufen wollte. Wohl bekannt dürfte jedem der Brixen Dolomiten Marathon sein. Etwa fünfzig Kilometer weiter südlich fand am selben Tag der Rosengarten Schlern Marathon statt, der eher etwas für die hartgesottenen Trail-Läufer ist. Noch einmal achtzig Kilometer weiter südlich wollte ich dann mein Glück versuchen. Der Primiero Dolomiti Marathon wurde zum dritten Mal ausgetragen und lockte mit 1242 positiven, sowie 1543 negativen Höhenmetern. Das klang für mich jedenfalls nach einer machbaren Aufgabe und Südtirol ist schließlich immer eine Reise wert.

So machte ich mich zusammen mit Silke am Freitagvormittag auf den Weg nach Fiera di Primiero, dem Austragungsort des Primiero Dolomiti Marathons. Rund sechs Stunden Fahrt hatte ich veranschlagt, doch ich hatte die Rechnung ohne eventuelle Staus gemacht. Die hatten wir dann jedoch zur Genüge. Baustellen, Platzregen und Urlaubsverkehr führten dazu, dass wir alleine für die Umfahrung von München gut eine Stunde mehr brauchten als geplant. Aber wir waren nicht in Eile, da man die Startunterlagen bis 23:00 Uhr im Centro Sportivo dei Fossi abholen konnten.

Nach gut acht Stunden Fahrt parkte ich vor eben diesem ein und begab mich in die Sporthalle, in der auch eine kleine Marathon-Messe stattfand. Ich entdeckte schnell die Ausgabestelle für den Marathon und hielt der netten jungen Dame meine Anmeldung entgegen. Ohne Luft zu holen erklärte sie mir auf Italienisch wohl etwas, doch ich verstand kein Wort. Doch als sie am Ende ihrer Ausführungen nach links deutete, erklärte ich Silke, dass sie mir gerade erklärt hatte, dass ich bei ihr falsch bin und dass wir da rüber müssen. Die Italiener reden gerne und viel, was sich auch bei späteren Gelegenheiten noch oft bestätigt. Jedenfalls habe ich schließlich meine Startunterlagen, sowie einen prall gefüllten Beutel mit diversen Gimmicks in der Hand. Ich begebe mich zurück zur jungen Dame, die mir daraufhin mein Teilnahme-Shirt überreicht. Hier im östlichen Trentino kommt man übrigens mit Deutsch nicht weit, hier wir italienisch gesprochen, anders als im nördlichen Südtirol.

Unser nächstes Ziel ist nun unser Hotel. Das Hotel „Isola Bella“ befindet sich im Zentrum von Fiera di Primiero. Der Ort zählt heute etwa 470 Einwohner und war bis 2015 die kleinste eigenständige Gemeinde Italiens. Am 1. Januar 2016 schloss sich Fiera die Primiero mit mehreren Gemeinden zum heutigen Primiero San Martino die Casstrozza zusammen. Früher lebten die Einwohner hier vom Bergbau, woran heute nur noch der Palazzo delle Miniere, der Sitz des kaiserlichen Bergrichters, erinnert. Die Pfarrkirche Santa Maria Assunta in Fiera die Primiero zählt zu den schönsten gotischen Kirchen des Trentino. Dort kann man einen 1465 geschnitzten Flügelaltar bewundern. Als weitere Sehenswürdigkeit des Marktes (la Fiera) zählt die kleine romanische Kirche San Martino aus dem 11. Jahrhundert. Mehrere Hotels prägen heute das Ortsbild mit. Wir haben unser Hotel jedenfalls schnell gefunden und werden an der Rezeption freudig begrüßt. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, wollen Silke und ich den Ort noch kurz erkunden.

Fiera di Primiero wird von einem rauschenden Gebirgsbach durchzogen, den man auf mehreren Fußgängerbrücken überqueren kann. Steht man auf einer von ihnen und blickt gen Süden hat man einen herrlichen Blick auf die Palagruppe. Die Dolomiten gehören zu den südlichen Kalkalpen und große Teile dieser Region, sowie auch die weltbekannten Drei Zinnen gehören zum Nationalpark Paneveggio. Seit 2009 ist die vor uns liegende Palagruppe Teil des UNESCO-Welterbes. Wir schlendern durch die Straßen und die Fußgängerzone Fiera di Primieros und genießen die Atmosphäre. Es ist wirklich schön hier und auf den Straßen ist einiges los. Unter den Touristen kann ich auch einige Marathonläufer ausmachen. Doch nicht nur sie stimmen mich auf den morgigen Tag ein. Zahlreiche Plakate und Tafeln weißen auf den anstehenden Marathon hin. Die Fußgängerzone wurde mit Wimpeln mit dem Logo des Primiero Dolomiti Marathons überspannt und am Ende der Straße wird gerade der Zielbogen aufgebaut. Da haben sich die Südtiroler auch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Dieser ist nämlich aus Holz gezimmert und passt hervorragend ins Bild. Durch diese Eindrücke werde ich auch wieder auf den Marathon aufmerksam und ein Blick auf die Uhr verrät, dass es Zeit für das Abendessen ist. So lassen Silke und ich diesen Abend gemeinsam ausklingen, bevor ich versuche ein paar Stunden Schlaf zu finden.

Um sechs Uhr in der Früh wache ich erholt auf und zieh mir meine Laufklamotten an. Danach schleiche ich aus dem Zimmer, um Silke nicht zu wecken. Sie will ausschlafen und danach eine ausgiebige Wanderung unternehmen. Bevor ich mich in den Frühstücksraum begebe, prüfe ich noch kurz das Wetter. Es verspricht ein toller Tag zu werden. Der Himmel ist strahlend blau, nur ein paar kleine harmlose Wolken kann ich entdecken. Dennoch habe ich in meinem Laufrucksack noch eine Regenjacke mit dabei, denn für den Nachmittag wurde Regen angekündigt und in den Bergen weiß man ja nie. Obwohl es nicht vorgeschrieben ist, habe ich trotzdem eine Wärmedecke und ein Handy mit dabei. Eine kleine Flasche mit Iso und drei Gels lassen sich ebenfalls gut darin verstauen.

Nach einem kurzen Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Busbahnhof von Fiera di Primiero. Von dort fahren uns im 5-Minuten-Takt Busse zum Start an der Villa Welsperg auf 1058 Metern Höhe. Auf einer Passstraße geht es stetig nach oben, ehe wir den letzten Kilometer zur Villa zu Fuß zurücklegen müssen. Die alte Villa ist der heutige Sitz des Naturparks Paneveggio Pale di San Martino. In ihr sind eine Bibliothek, Labore und diverse Ausstellungsräume untergebracht. Errichtet wurde die Villa im 19. Jahrhundert durch Herrn Welsperg als Jagdschlösschen. Laut einer Sage lebten in der Nähe des strahlendblauen Sees, der ebenfalls zu Villa gehört, einst die „Guane“, fantastische Kreaturen mit langen blonden Haaren, mit leichten durchsichtigen Gewändern bekleidet, die mit ihrem Reiz die Wanderer verführten.

Heute entdecke ich rund um den See und die Villa keine Guane. Es sind aber trotzdem viele fantastische Kreaturen, die mich umgeben. Etwas mehr als 420 Marathonläufer haben sich versammelt, um den Primiero Dolomiti Marathon unter die Füße zu nehmen. Vor dem herrlich blauen See und der Kulisse der Palagruppe werden zahlreiche Erinnerungsfotos geschossen. Die einen dehnen sich, andere laufen sich schon etwas warm und ich kann es ebenfalls nicht mehr erwarten bis es endlich los geht. Etwa eine viertel Stunde vor dem Start finden sich dann alle Läufer auf dem Weg vor der Villa Welsperg ein. Wir werden durch einen Moderator und eine Moderatorin in Italienisch und Englisch begrüßt und auf den bevorstehenden Lauf eingestimmt. Kurz bevor der Start endgültig erfolgt, ertönt das Rattern eines Helikopters, der über dem Starterfeld stehen bleibt und den Lauf aus der Luft begleiten und dokumentieren wird. Das hat schon etwas von einem richtig großen Marathon. Und dann geht es tatsächlich los. Das Feld setzt sich in Bewegung und wir laufen direkt auf die Palagruppe zu. Ich habe tatsächlich eine leichte Gänsehaut. Die Stimmung ist gigantisch. Aufgeregtes Plaudern rings um mich herum. Selbst ein Marathon scheint für einen echten Italiener kein Grund zum Schweigen zu sein. Herrlich.

Die ersten Meter gehen auf einer Teerstraße sanft bergan und ich kann mich warmlaufen, merke jedoch, dass mir die noch ungewohnte Höhe den Puls etwas mehr als gewohnt in die Höhe treibt. Aber alles ist gut. Die pochenden Oberschenkel sind nach dem vergangenen Marathon in Imst Geschichte. Nach einer Kehre muss ich mich erst mal vom Blick auf die Palagruppe verabschieden. Es geht in den Wald und nun doch steil bergan. Um mich herum wird noch gelaufen und so gebe ich dem Drang schon den ersten Anstieg gehend bewältigen zu wollen, nicht nach. Nach ein paarhundert Metern ist aber dann schon Schluss und die ersten Läufer verfallen in den Walkermodus. Ich schließe mich ihnen an. Bis etwa Kilometer zwei bleiben wir im Wald und als wir diesen wieder verlassen, liegt ein kleines Bergdorf vor uns, umgeben von grünes Wiesen und im Hintergrund die Palagruppe. Genial. Was für ein Panorama für einen Marathon. Schöner könnte es gerade gar nicht sein. Es geht weiter bergan und ich bleibe wie alle anderen auch beim Gehen.

Wir entfernen uns nun wieder von der Palagruppe und als es schließlich wieder bergab geht, tauchen wir auch wieder in den Wald ein. Ich lasse es einfach laufen. Kurz darauf liegt das Waldstück auch schon wieder hinter uns und wir haben einen wunderbaren Blick ins Tal, unter uns liegt Fiera die Primiero. Weiterhin sind wir auf dem Teerweg unterwegs und es geht leicht wellig dahin, bis wir bei Kilometer 5 die erste Verpflegungsstelle erreichen. Ich nehme einen kurzen Schluck Iso und werde auf eine Tafel aufmerksam. Sie steht neben einer großen Abfallkiste. Das Mitnehmen des Bechers nach dieser Markierung ist untersagt. Ein Helfer steht auch an der Markierung und überwacht die Einhaltung dieses Verbots. Ich finde das prima. Ich habe noch nie verstanden, warum manche in der Natur zum Laufen gehen und dabei überall ihren Müll hinterlassen. Apropos Markierung. Sollte auf meinen Fotos zu diesem Bericht hier und da ein Kilometerschild zu sehen sein und ihr bringt das Bild mit meinem Bericht nicht in Einklang, dann bitte nicht wundern. Hier werden nämlich die verbleibenden Kilometer und nicht die zurückgelegten angegeben.

 
 
Es geht nun wieder ein Stück hinunter und uns erwartet wieder ein Waldstück. Damit lassen wir auch die erste Teerstrecke hinter uns. Ein breiter, gut zu laufender Waldweg erwartet uns nun. Schließlich biegen wir auf ein herrliches Trailstück ab, es geht auf einem schmalen wurzeligen Pfad rauf und runter. Das macht richtig Spaß. Kurz durchqueren wir eine Geröllschlucht und es ist Trittsicherheit erforderlich. Meine Beine sind noch frisch. Alles kein Problem. Auf der anderen Seite geht es wieder hoch in den Wald und die Trailpfade nehmen kein Ende. Eine weitere steinige Schlucht und danach gleich wieder auf den Trail. Dieser Streckenabschnitt macht wirklich Laune. Er endet erst bei Kilometer 8 und der zweiten Verpflegungsstation.

Der nächste Streckenabschnitt bis zur Verpflegungsstation bei Kilometer 12 ist ähnlich wie die der letzte. Es wechseln sich breite Waldwege, mit Trails und ein paar Geröllabschnitten ab. Es geht bergauf und bergab. Weiter geht es durch den Wald und hier und da kann man durch die Bäume die Berge vor sich aufragen sehen. Wirklich spektakulär. Am Ende des Waldes liegen die Dolomiten wieder in ihrer vollen Pracht vor mir und zwischen grünen Wiesen geht es hinab in Richtung San Martino di Castrozza und wir haben nun gut 16 Kilometer zurückgelegt.

San Martino di Castrozza liegt auf 1467 Metern und ist ein beliebter Ferienort, was ich auch beim Durchlaufen merke. Zahlreiche Touristen genießen die Sonne, bummeln durch die Straßen oder sitzen mit einem Espresso auf der Terrasse der Cafés. Etwas weiter südlich findet man auch den Passo Rolle. Der Alpenpass verbindet mit seinen unzähligen Kurven das Fleimstal und das Primörtal und das über eine Höhe von 1984 Metern. Für Motorradfahrer ist der Pass schon lange kein Geheimtipp mir, wie ich auch am nächsten Tag selbst feststellen kann, als ich die Passstraße für den Heimweg nutze. In San Martino di Castrozza startete um 10:30 Uhr auch ein 26 Kilometerlauf, der auf der identischen Strecke wie der Marathon zurück nach Fiera die Primiero führte. Mir hat der kleine Ort beim Durchlaufen sehr gut gefallen und ich werde ihn für einen möglichen Kurzurlaub einfach mal im Hinterkopf behalten.

Wir verlassen San Martino di Castrozza auf einem breiten Forstweg und finden uns schnell im Wald wieder. Immer wieder gibt der Wald jedoch einen Blick auf die Dolomiten frei und versüßt uns die bevorstehenden Kilometer etwas. Nun geht es nämlich lange nur noch bergan. Die Kilometer ziehen sich nun und bei der nächsten Verpflegungsstation im Wald habe ich die Halbmarathonmarke erreicht. Nun kann man es bergab wieder laufen lassen, bevor wir auf einen weiteren Trailabschnitt kommen. Teilweise felsig führt uns der weitere Weg durch den Wald und es sind wieder einige Höhenmeter zu bezwingen. Ich merke die Anstrengung nun schon deutlich, habe jedoch immer noch enormen Spaß am Laufen.

Als wir den Wald wieder hinter uns haben, liegen wieder grüne Wiesen vor uns. Kühe säumen den Weg und liegen relaxed in der Sonne. Man haben`s die gut. Ich will etwas Tempo machen, muss aber feststellen, dass der felsige Untergrund hier nur sehr schlecht zu laufen ist und ich nehme wieder etwas Tempo raus. Vor mir liegt malerisch der Calaita-See. Ich befinde mich im oberen Valle del Vanoi und habe einen großartigen Blick auf die Pale di San Martino. Eine Kulisse wie man sie schöner nicht hätte malen können. Natürlich wartet hier ein Fotograf am Streckenrand, um die Teilnehmer abzulichten. Am Calaita-See erreiche ich Kilometer 25 und die nächste Verpflegungsstation. Ich mische Iso mit Wasser und lasse mich für ein paar Minuten auf einer Bank nieder und genieße einfach nur den Ausblick. Einfach fantastisch.

Die nächsten Kilometer bis zur Verpflegungsstation bei Kilometer 29 verlaufen wieder ausnahmslos durch den Wald. Breite Forstwege, schmale Single-Trails und Felspassagen wechseln sich ab und bieten Abwechslung. Den größten Teil der Anstiege haben wir nun hinter uns. Meist geht es nun nur noch bergab, obwohl der ein oder andere giftige Anstieg schon noch auf uns wartet. Der Wald gibt ab und zu einen Blick ins Tal frei und ich kann so gut nachvollziehen, wie wir die Höhenmeter verlieren. Bei Kilometer 34 komme ich in Lozen an. Einem kleinen Dorf und schon labe ich mich an der vorletzten Verpflegungsstelle. Nun geht es endgültig in Richtung Ziel. Doch am Ortsausgang wartet noch ein heftiger Anstieg.

In der prallen Sonne verlangt mir der Berg nochmal einiges ab und ich froh als ich oben angekommen bin. Zwei Läufer, die eben noch vor mir waren, sind plötzlich verschwunden. Sie erfrischen sich an einem Brunnen mit kalten Gebirgswasser. Die betagte Bäuerin steht daneben und reicht den beiden immer wieder ein gefülltes Glas frisches Wasser. Nach dem Anstieg bin auch nicht abgeneigt, mich etwas abzukühlen und nehme dankbar das Glas entgegen. Als ich mich wieder auf den Weg machen wollte, sah ich, dass ihr Gatte gemütlich in einem Campingstuhl unter einem Sonnenschirm saß. Er applaudierte mir zu und rief mir ein paar unverständliche Worte zu. Ich muss scheinbar einen miserablen Eindruck hinterlassen haben. Denn als ich die eiskalte Flasche Cola auf seinem Beistelltisch sah, nahm er ohne zu zögern den Öffner und bot mir die Flasche an. Ich war selig. In einem Zug leerte ich die halbe Flasche und gab sie ihm zurück. Immerhin konnte ich aus meinem geringen italienischen Wortschatz noch ein „Mille Grazie“ hervorkramen, bevor ich mich an den Endspurt machte.

Ab nun ging es tatsächlich nur noch talwärts. Ich passierte immer wieder die Kilometerschilder und freue mich über jedes einzelne. Selbst das Bergablaufen ist nun anstrengend. Es sind wieder Waldwege und schmale Pfade zu laufen und ich sehne das Ziel herbei. Die letzte Verpflegungsstation erreiche ich bei Kilometer 37 und hier gibt es neben Iso und Wasser auch erstmals Cola. Ich leere einen Becher und laufe weiter hinunter in Richtung Fiera die Primiero. Erst einen Kilometer vor dem Ziel lasse ich den Wald hinter mir und bin da. Weil ich weiß, dass es geschafft ist, gebe ich nochmal alles und überhole dabei sogar noch eine Teilnehmerin aus dem 26-Kilometer-Lauf. Unter dem Applaus von einigen Zuschauern, Touristen und auch von Finishern, die das Ziel bereits erreicht haben, biege ich in die Fußgängerzone und damit auf die Zielgerade ein. Silke steht am Streckenrand und ich verliere noch ein paar Sekunden, da ich mir frühzeitig mein Finisher-Bussi abholen will und dann durchquere ich den Holzbogen, den ich am Tag zuvor noch bewundert hatte. Es ist geschafft! Ein Mädl im Dirndl wartet auf mich und hängt mir meine Medaille um. Sie ist natürlich auch aus Holz und passt einfach ins Gesamtbild dieser Veranstaltung.

Gemeinsam mit Silke machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel, das in gut fünf Minuten zu erreichen war. Silke war ebenfalls müde. Auf Teilen der Marathonstrecke war sie während meiner Abwesenheit gut 16 Kilometer gewandert und hatte stolze 900 Höhenmeter auf der Uhr. Nach einer erfrischenden Dusche und einem kleinen Nickerchen schlenderten wir noch mal durch Fiera die Primiero und ließen den Abend mit einem netten Abendessen und einem Absacker in der Hotelbar ausklingen. Am nächsten Morgen ging es dann wieder nach Hause. Ohne Stau und bei schönstem Wetter, so dass wir auch die Fahrt über den Passo Rolle nochmals richtig genießen konnten.

Der Primiero Dolomiti Marathon ist für jeden der Landschaftsläufe mag, sicherlich eine Reise wert. Aufgrund der ungewohnten Höhe ist er zwar nicht einfach zu laufen, bietet aber Unmengen an wunderschöner Landschaft und auch die Organisation ist perfekt. Von mir bekommt er jedenfalls Höchstnoten.
   
 

Greppi

6:46:46
 
 
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