13.1.2018 Wintermarathon Haspelmoor  
Autor: Andreas Greppmeir    
     
 
ber18

Wintermarathon
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Neckarufer Marathon B

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Endlich war es wieder soweit. Der 5. Internationale Wintermarathon stand an. Nur alle zwei Jahre findet er in und rund um Hattenhofen im Wechsel mit dem Halbmarathon statt. Es gibt die Möglichkeit am Samstag oder Sonntag oder aber auch an beiden Tagen daran teilzunehmen. Die Startzeit kann man praktisch frei wählen. Irgendwann zwischen sechs und acht Uhr sollte man sich auf die Socken machen. Bernie, Charly und ich waren ja schon vor zwei Jahren das erste Mal dabei. Diesmal kam auch Janosch mit. Während Bernie, Janosch und ich einen gemeinsamen langen Trainingslauf machen wollten, entschloss sich Charly auf Zeit zu laufen, auch wenn es keine offizielle Zeitmessung gibt. Da ich mir ja die Möglichkeit offenhalten wollte, nach dem Samstag auch am Sonntag an den Start zu gehen, wollte ich es jedenfalls sehr gemütlich angehen lassen.

Da wir ja nun wirklich einen kurzen Anfahrtsweg haben, standen wir schon um kurz nach sieben Uhr in der Hattenhofener Sporthalle um uns dort unsere Startunterlagen abzuholen. Schon beim Betreten der Halle wurden wir durch die Verantwortlichen freudig mit einem „ah, da seid's ja wieder!“ begrüßt. Man erkennt uns unter den vielen Wanderern natürlich leicht an unserem sportlichen Outfit. Dass der Wandermarathon auch laufend bezwungen wird, ist bei den Naturwanderfreunden Haspelmoor nämlich genauso willkommen, wie das Wandern selbst. Die laufenden Teilnehmer dürften jedoch an zehn Fingern abzuzählen sein, was uns also gewissermaßen einen Sonderstatus einräumt. Wir berappen noch schnell die Startgebühr von 7,50 Euro, womit uns die Kontrollkarte ausgehändigt wird. Beim Erreichen des Ziels gibt`s noch eine Teilnahmeurkunde und einen tollen Aufnäher, dessen Motive sich bei jeder Austragung ändern. In diesem Jahr ist es der Bussard, der sich zu meinem Biber gesellen darf. Für Verpflegung unterwegs ist ebenfalls gesorgt. Es gibt Wasser, heißen Tee und ab und an auch ein paar Häppchen, die auch für einen Lauf ausreichend sind.
Wir machen uns auf den Weg nach draußen und Bernie startet schon mal die Laufuhr.

„Wann geht's denn los?“, will Janosch wissen, der auch nach 117 bestrittenen Marathons noch etwas dazulernen kann. „Es ist schon losgegangen, meine Uhr läuft“, erklärt ihm Bernie und wir traben los. „Ach das ist alles?“, Janosch klang amüsiert. Zu unserer Überraschung ging es nicht, wie in den letzten beiden Jahren nach links, sondern nach rechts von der Halle weg. Ach ja, ich konnte mich noch erinnern, dass mir Rita schrieb, dass sie wieder eine schöne Strecke ausgesucht haben. Die Strecke scheint also nicht immer die gleiche zu sein. Wir wollen uns überraschen lassen. Charly entschwindet uns schon auf den ersten Metern. Bei uns soll heute Bernie das Tempo vorgeben, da seine Wade ja immer noch gelegentlich muckt und er kein Risiko eingehen will.

Schon nach wenigen hundert Metern haben wir Hattenhofen hinter uns und wir laufen in Richtung Haspelmoor. Wir freuen uns schon auf die bizarre Landschaft des Moors und hoffen auf einen schönen Sonnenaufgang. Ein paar Lücken sind zwischen den Wolken jedenfalls erkennbar. Doch unsere Hoffnungen auf das Moor werden in Haspelmoor jäh gebremst. Es geht durch die Bahnunterführung auf die südliche Seite der Bahnlinie München-Augsburg. Das Moor, das wir immer durchlaufen hatten, lag jedoch auf der anderen Seite. Auch wenn Bernie noch von einer neuen Schleife durch das Moor träumte, musste ich ihm den Glauben daran jedoch nehmen. Es gibt keinen anderen Weg zurück zum Moor. Aus noch nicht verständlichen Gründen war das Moor in diesem Jahr wohl nicht Teil des Wintermarathons. Etwas enttäuscht, den eigentlich schönsten Teil der Strecke nicht erleben zu können, liefen wir weiter.

Schon nach wenigen Kilometern erreichten wir in einem Waldstück die erste Verpflegungs- bzw. Kontrollstelle. Wir gönnten uns einen Becher heißen Tee und holten unseren ersten Stempel auf der Kontrollkarte ab. Bernie fragte natürlich nach, warum das Haspelmoor dieses Mal ausgelassen wurde. Uns wurde erklärt, dass es sich beim Haspelmoor um einen Staatsforst handelt. Dort findet an diesem Tag eine schon lange angesetzte Treibjagd statt und gegen diese hatten die Naturwanderfreunde natürlich keine Chance. Man versprach uns aber, dass alles darangesetzt wird, dass das Moor beim nächsten Mal wieder durchlaufen werden darf. Dafür hatten wir natürlich Verständnis und machten uns auf den Weg nach Nassenhausen.

Nassenhausen war auch gleich durchlaufen und außerorts erreichten wir auf einem Feldweg die zweite Kontrollstelle. Nachdem wir unseren Stempel auf der Karte hatten, liefen wir eine kleine Schleife zurück nach Nassenhausen. Wir kamen wieder an der Kirche vorbei und liefen erneut auf die Kontrollstelle zu. Halt, hier stimmt etwas nicht. Wir waren nun etwas verunsichert. Wenn wir weiterlaufen, kommen wir wieder an die Kontrollstelle und dann wieder zurück nach Nassenhausen. Wir mussten also eine Abzweigung übersehen haben, das war uns schnell klar. Nur was war nun sinnvoller? Die kleine Schleife nochmals zu laufen oder umzudrehen. Ich war für nochmals laufen und Bernie für's umdrehen. Gut, Bernie ist der ältere, also drehen wir um. Schon nach wenigen hundert Metern hatten wir die Abzweigung gefunden. Am alten Sägewerk ging's weg. Die Markierung hatten wir beim Ratschen schlichtweg übersehen. Na gut, nachdem die Strecke in diesem Jahr eh nicht ganz 42,2 Kilometer hat, sind wir halt ein paar extra Meter gelaufen und werden so wenigstens die Marathondistanz vollmachen.

Unser nächstes Ziel war Adelshofen. Dort freuten wir schon auf eine ganz besondere Kontrollstelle. Dort wartet Peter Eckstein mit seinen Kumpels stets im Wohnzimmer auf uns, unterbricht sein Kartenspiel, um uns den Kontrollstempel auf die Karte zu drücken. Doch als wir uns seinem Haus nähern, sehen wir schon wieder eine kleine Veränderung. Ein Partyzelt ist vor der Garage aufgebaut, dort gibt's dieses Mal unsere Stempel. „Hast Du Dein Wohnzimmer nicht aufgeräumt? Oder warum dürfen wir nicht rein?“, witzle ich noch kurz mit Peter. „Doch, doch! Aufgeräumt ist schon. Aber heuer sind's zu viele Wanderer. Die passen nicht rein. Drum ham's mir ein Zelt hingestellt!“, erklärt Peter und wir verabschieden uns auch schnell wieder bis zum nächsten Mal.

 
 
Über Feldwege, Wiesen und durch Wälder geht es nun in Richtung Mammendorf. Wir laufen eine ganze Zeit am Erlbach entlang und können uns an der tollen Natur erfreuen. Nach einer etwas längeren Etappe erreichen wir aber dann doch Mammendorf, wo unsere nächste Kontrollstelle auf uns wartet. In einer Garage, die mit zahlreichen Aufnähern, die von unzähligen Teilnahmen an Wandermarathons zeugen, holen wir uns den nächsten Stempel. Hier ist auch Rita zugange. Es gibt Würstl und Kuchen. Da Rita momentan zu sehr beschäftigt ist, winken wir uns nur kurz zu und ich hol mir einen Becher heißen Tee. Wir nehmen kurz auf einer der Bierbänke im Partyzelt vor der Garage Platz und gönnen uns unseren Tee. In diesem Moment kam ein Wanderer in einer auffällig gelben Jacke. Den hatten wir zuvor, auch dank unserer Extraschleife schon ein paarmal überholt. Er schien äußerst zügig unterwegs zu sein. „Egal wie langsam wir heute laufen, vor dem müssen wir ins Ziel kommen!“, meinte Bernie. Etwas Motivation braucht man ja dann doch.

Nun galt es von Mammendorf aus eine große Runde zu laufen, die am Ende auch wieder zurück nach Mammendorf führen würde. Trotz gewisser Ortskenntnisse im Raum Fürstenfeldbruck konnte ich die Wege nicht immer nachvollziehen und hatte teilweise Orientierungsprobleme. Winzige Dörfer wie „Egg“ oder „Hirschthürl“ lagen auf dem Weg. Es war jedoch alles perfekt ausgeschildert und wir übersahen auch keine Markierung mehr. Eine weitere Kontrollstelle fanden wir an einem Waldrand vor. Dort stärkten wir uns wieder mit Tee und auch bei den Schmalzbroten griffen wir ordentlich zu. Als wir unsere Brotzeit gerade beendet hatten, kam Charly aus der Gegenrichtung an der Hütte an. Er hatte die Schleife durch Jesenwang schon durchlaufen und einen ordentlichen Vorsprung auf uns herausgelaufen. Er fluchte nur kurz, da er die Kontrollstelle in Mammendorf verpasst hatte und im somit ein Stempel auf der Karte fehlte. Mehr Zeit hatte er nicht und machte sich wieder vom Acker.

Frisch gestärkt ging's für Bernie, Janosch und mich nun weiter in Richtung Jesenwang. Am Ortseingang fanden wir ein Schild mit dem Hinweis auf eine „Selbstkontrolle“. An einem Pfosten war ein Tacker angebracht, mit dem es einen Stern aus der Kontrollkarte zu stanzen galt. Dessen Funktion war uns aber nicht auf Anhieb klar, so dass wir auch hier noch ein paar Minuten verstreichen lassen mussten. Nachdem wir alle drei unseren Stern klargemacht hatten, ging`s also weiter.

Jesenwang war schnell durchlaufen und der Rückweg führte uns wieder zur letzten Kontrollstelle. Dort angekommen wurde ich von einem Pärchen angesprochen, ob ich denn vor zwei Jahren diesen Bericht über den „Haspelmoor-Marathon“ geschrieben hätte. Dies bejahte ich natürlich und sie erklärten mir, dass sie aufgrund meines Berichts extra aus Mainz angefahren wären. Natürlich musste ich ihnen erklären, dass es seit dem letzten Mal einige Streckenänderungen gab und auch die Gründe des Wegfalls des schönsten Streckenabschnittes erläuterte ich ihnen. „Nicht so schlimm. Dann gibt es wenigstens einen Grund wiederzukommen.“, war die Antwort.

Wir verabschiedeten uns kurz und weiter ging's zurück nach Mammendorf. Wieder liefen wir zahlreiche Schleifen und Bögen auf Feldwegen und durch kleinere Wälder. Ab und zu gab's, sehr zur Freude von Bernie, auch gelegentliche Trail-Einlagen. Die Strecke zog sich nun etwas, da wir uns vermeintlich nah an Mammendorf wähnten, aber immer wieder in eine andere Richtung geschickt wurden. Dennoch hatte auch dieser Teil der Strecke seinen Reiz.

Wieder in Mammendorf angekommen, setzten wir uns in der altbekannten Verpflegungsstelle kurz wieder auf einen Tee zusammen. Ich fand auch die Gelegenheit mit Rita ein paar Wort zu wechseln. Gerade als ich überlegte, mir einen zweiten Becher Tee zu gönnen, schreckte mich plötzlich Bernie auf. „Mist, da ist er!“ Der gelbgewandete Wanderer bog gerade in die Kontrollstelle ein. Wir schütteten unseren Tee hinunter und machten uns eiligst auf den Weg. Man hatte der ein Tempo drauf. Erfreulicherweise waren wir nun schon bei 36 Kilometern angekommen.

Das hieß, dass es nun auf dem kürzesten Weg zurück nach Hattenhofen ging. Die letzten Kilometer brachten wir auch gut hinter uns. Janosch zog am Ende noch etwas davon. Bernie entschloss einen Kilometer vor Hattenhofen vielleicht ja doch noch auf Janosch aufzulaufen. Ich ließ es trotzdem gemütlich austrudeln. Ich hatte ja immer noch meine Teilnahme am Sonntag im Hinterkopf. Im Ziel wartete dann schon Charly. Umgezogen und mit Schweinsbraten gestärkt. Die Zeit, in der wir auf unsere Urkunden und Aufnäher warten mussten, nutzten auch Bernie, Janosch und ich noch für eine kleine Stärkung.

Auf dem Nachhauseweg erklärte mir Charly, dass er am Sonntag nicht mehr an den Start gehen würde. Ich selbst war noch etwas unschlüssig. Am Ende entschied ich mich jedoch gegen einen zweiten Start in Hattenhofen, wofür es mehrere Gründe gab. Der Nieselregen am Sonntagmorgen schien mir dann die Bestätigung zu sein, alles richtig gemacht zu haben.

Jedenfalls sind wir nächstes Jahr beim Halbmarathon wieder mit am Start und auch den Marathon in zwei Jahren werden wir hoffentlich wieder gemeinsam unter die Füße nehmen.
 
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