2.2.2020 Thermen-Marathon Bad Füssing  
Autor: Bernie Manhard    
     
 
2020

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Charly, Greppi und mich zieht es wieder zur Kur. Unser jährlicher Kuraufenthalt in Bad Füssing steht vorab aber erst mal unter einem schlechten Stern. Greppi muss bereits vor unserer Abfahrt krankheitsbedingt absagen und Charly hat auch eine kräftige Rotznase und weiß noch gar nicht wirklich, wie das mit Laufen am Sonntag werden soll. Dabei wäre doch alles gerichtet für ein geiles Wochenende.

Im Spätherbst ist ein längeres vierspuriges Ausbaustück der A94 freigegeben worden. Von der München-Umfahrung A99 geht es jetzt durchgehend bis unterhalb Altötting. Macht 50 km weniger und eine halbe Stunde Zeitersparnis bei der Anreise gegenüber unserer meist benutzten Route über Deggendorf/Passau. Geboten wird uns noch zusätzlich eine grandiose Fernsicht mit Alpenpanorama vom Chiemgau bis nach Salzburg. Nach knapp zwei Stunden sind wir da, selbst in Bad Füssing sind noch die Berge des Salzburger Landes in Sichtweite. Ich bin heuer zum elften Mal am Start …das gab’s noch nie.

Bad Füssing ist Europas beliebtester Kurort mit mehr Übernachtungen als die Nordseeinseln. Es ist hier zwar nicht besonders mondän, aber das schwefelhaltige Heilwasser gilt als Jungbrunnen. Rund 4.500 Quadratmeter Wasserfläche mit 13 Becken stehen uns im Johannesbad zur Verfügung. In den Außenanlagen dampft es wie aus einem Waschkessel. Bad Füssing besuchen, heißt für uns nicht nur „Marathon“, sondern auch baden gehen. In keinem anderen Kurort wird mehr gebadet, mehr ist auch nicht erlaubt. Die Thermen sind kein Freizeitbad. Schwimmen ist hier verboten, außer im etwas abseits gelegenen und deutlich niedriger temperierten Sportbecken, in dem Janosch früher immer gerne ein paar Bahnen vor dem Marathon zog.

So bleibt einem eigentlich gar nichts anderes übrig, als sich im warmen Wasser durch den Strömungskanal treiben zu lassen. Oder man liegt entspannt auf einer der vielen Luftsprudelliegen und wärmt sich bis zum Hals wie eine gestrandete Robbe auf der Düne vor Helgoland. „17 Grad!“ Das kann man ruhig einmal so alleine stehen lassen, zeigt uns heuer das Außen-Thermometer in der Bäderlandschaft an, dazu strahlenden Sonnenschein. In Badehose kann man die unterschiedlichen Außenbecken wechseln ohne zu frösteln …das gab’s noch nie.

Um 16 Uhr findet in der sogenannten Markthalle in der Therme die Pasta-Party statt. Wir sind ein paar Minuten später dran, da ist schon kaum mehr ein Platz auf den Bierbänken zu finden. Auf den Tischen stehen Teller, vollgefüllt mit Nudeln (etwa eine Tonne soll es sein, was an einem Marathonweekend über die Theke geht). Nachschlag ist auch mit unseren Gutscheinen kein Problem. Wir verzichten aber, da wir abends nochmals gemütlich Speisen gehen.

Charly’s (Ex-)Arbeitskollege Severin ist mit Begleiterin ebenfalls auf dem Weg nach Füssing, steckt aber mit Autopanne auf halber Strecke fest und muss sich herchauffieren lassen. Gemeinsam verabreden wir uns zum Abendessen. Severin ist ebenfalls nicht ganz gesund und hat von HM auf 10 km umgemeldet.

 
 

In der Nacht wütet ein Sturm und fegt die Absperrgitter an der Laufstrecke weg. Am Morgen ist der Spuk glücklicherweise wieder vorbei und vorerst setzt sich der Föhn wieder durch, was uns auch wieder einige Sonnenstrahlen beschert. Der Wind hat sich ebenfalls beruhigt. Die 27. Auflage des Thermen-Marathons kann bei guten Bedingungen starten. Über 2.100 Läufer gehen heute in den unterschiedlichen Distanzen auf die Piste.

Um 8 Uhr treffe ich mich mit Charly zum Frühstück. Sein Zustand hat sich verschlechtert, er verzichtet auf einen Start. 2/3 Ausfallquote bei Team TOMJ …das gab’s noch nie. Severin fühlt sich auch nicht fit und lässt es ebenfalls bleiben. Wie immer treffe ich hier viele Bekannte, meine Kollegen von M4Y sind ebenfalls zahlreich vertreten. Michael ist am Morgen mit einem vollen Auto „Viktorianer*innen“ angereist und bestreitet den Halbmarathon.

Pulverdampf steigt in den Himmel. Wie immer, werden wir mit einem mächtigen Knall aus den Büchsen der Hofmarkschützen auf unsere Runden geschickt. Das nächtliche Gewitter hat einiges an Wolkenfeldern zurückgelassen, aber immer wieder kommt auch die Sonne durch, dazu wird es an die 10 Grad haben. Viele haben heute bereits ihre kurzen Hosen ausgepackt …das gab’s noch nie.

Nach 11 Kilometern durchlaufe ich zum ersten Mal die Zeitmessmatte am Ziel nach 1:08 Stunden, das liegt so ziemlich genau in meinem Plan. Die zweite Schleife ist mit 10 km etwas kürzer, für mich auch die Attraktivere. Man kann sich die so ergebenden 21,1 Kilometer als eine „8“ vorstellen, wobei sich die beiden Runden in der Mitte im Ortsteil Safferstetten überschneiden und man a bisserl aufpassen sollte, um nicht in die falsche Richtung abzubiegen. Nicht unbedingt in den ersten beiden Durchläufen, da ist das Feld noch eng beisammen, aber wenn nur mehr die Marathonis unterwegs sind, passen die Helfer nicht mehr so auf. Soll tatsächlich schon passiert sein. Die beiden Schlusskilometer einer jeden Runde sind identisch, so kann es auf dem Abschnitt noch vorkommen, von deutlich Schnelleren überrundet zu werden, bevor wir am Johannesbad wieder bei Start und Ziel durchkommen. So überholt mich der Führende des Halbmarathon bereits nach 10 km. Leider fängt es zu Mitte der zweiten Runde leicht zu regnen an, was das Wohlbefinden doch etwas stört.

Bei km 18 führt uns der Kurs direkt an den Inn und somit auch an den Grenzübergang ins österreichische Obernberg. Nur noch der Damm und die Innbrücke trennen uns von einem Grenzübertritt. Von der Laufstrecke ist die Brücke aber leider nicht einzusehen, da uns der hohe Damm davon trennt. Ich beschließe einen kleinen Ausflug auf den Inn-Damm vorzunehmen. Von der Aussicht hab ich mir aber etwas mehr erhofft, der Inn ist auf der Dammkrone immer noch etwa 100 Meter entfernt, nur der Anfang der Brücke ist einzusehen. Das war wohl nix.

Nach 2:12 Stunden beende ich meine zweite Runde. So hab ich mir das vorgestellt um am Ende auf etwa 4:30 h zu kommen. Mehr ist mit sechs Wochen Training mit einigen gesundheitlichen Problemen für mich nicht drin. Schon geht’s auf die Dritte. Wieder geht‘s am markanten alten Holzhaus, jetzt vollgeplastert mit Antiquitäten und religiösen Reliquien in Safferstetten vorbei. Übernachtung 1,50 Reichsmark kann ich auf einem Schild lesen. Hier kann man sich gut vorstellen, wie es wohl vor 1938 ausgesehen haben muss, als die wenigen Bewohner vom Ackerbau lebten und bei einer Probe-Bohrung statt Öl warmes Wasser aus der Erde sprudelte. Was seiner Zeit aber niemanden wirklich interessierte.

Erst nach dem Krieg erinnerte sich ein Landwirt wieder an die Quelle und legte sie allein für Traktoren- und sonstige Reinigungszwecke wieder frei. Dann erkannte man die Heilkraft des warmen Wassers. Im Stall standen später die Betonbadewannen wie einst die Kühe nebeneinander. Die ersten Erholungssuchenden zahlten pro Bad noch „ein Zehnerl“. In den 50er Jahren wurde hier das erste Kurhaus mit vierzehn Fremdenzimmern und einer Seemannsbar im Keller eröffnet.

Dritte Runde nach 3:23, genauso hatte ich mir das vorgestellt. Normalerweise sollten die 4:30 kein Problem sein, aber mein mangelnder Trainingszustand zwingt mich auf der vierten Runde doch zu ein paar Walkingeinheiten. Aber das passt scho. Mein neunter Thermen-Marathon ist im Kasten.

Etwas verkürzen muss ich heuer leider meine Muskel-Regenerationsmaßnahme in den sprudelnden Becken der Therme, da Charly schon seit einiger Zeit auf mich wartet. Der Thermen-Marathon ist immer eine Reise wert, das ausgiebige Badevergnügen nach dem Lauf wird nachgeholt.

Bernie
Michael
4:38:14
1:45:28
 
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