29.8.2020 Isar Marathon Süd
Autor: Andreas Greppmeir
 
 
2020

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Judith Strack und Andreas Bettingen hatten sich für den Hartfüßler-Trail am letzten Augustwochenende angemeldet, der auch tatsächlich stattfinden sollte. Dennoch stand auf ihrer Seite „Isarmarathon.de“, dass am selben Wochenende bei Interesse auch eine neue Ausgabe des Isar-Marathons stattfinden sollte. Jürgen Englerth fragte einfach mal in die Runde der üblichen Verdächtigen. Judith und Andreas sagten sofort zu, da beim Hartfüßler-Trail vor einer akuten Gefahr von brechenden Baumwipfeln, die auf die langanhaltende Trockenheit zurückzuführen ist, eingehend gewarnt wurde und sie sich somit gegen einen Start entschieden. Damit stand dem 2. Isar Marathon Süd nichts mehr entgegen. Ich musste zunächst leider absagen, da ich dringende Gartenarbeiten schon zu lange vor mir herschiebe. Als ich in meiner Wetter-App sah, dass es am Samstag ausnahmslos regnen sollte, entschied ich mich gegen die Gartenarbeit und für München. Charly war auch dabei und damit war unser fünfköpfiges Teilnehmerfeld für dieses Wochenende komplett.

Die Klamottenwahl am Freitagabend fiel mir nicht leicht. Maximal 18 Grad und leichter Dauerregen waren vorhergesagt. Ich entschied mich natürlich für meine neue „Lederhose“ und ein kurzes Laufshirt, sowie eine kurze Regenjacke. Das musste reichen. Nach den vergangenen Hitzemarathons freute ich mich sogar auf die eigentlich ungemütlichen Bedingungen. Punkt neun Uhr am Samstagmorgen stand auch das gesamte Läufer-Quintett am Müllerschen Volksbad unweit des Deutschen Museum parat, um erneut den landschaftlich schönen Marathon an der Isar unter die Füße zu nehmen. Jürgen hatte noch vor Kurzem einen Hexenschuss, ich dagegen einen steifen Nacken, so dass wir schon vor dem Start witzelten, dass wir beiden „Wracks“, das Ding mal wieder gemeinsam vom Anfang bis zum Ende laufen werden. Am Ende lief es für uns beide aber, doch ganz gut. Die Beschwerden ließen sich „weglaufen“.

Wie gesagt, starteten wir nach einem gemeinsamen Gruppenfoto pünktlich um neun Uhr und es ging erst einmal 16 Kilometer lang in Richtung Süden, immer schön an der Isar entlang. Schon nach ein paar hundert Meter unterquerten wir die Ludwigsbrücke, dann ging es am Deutschen Museum vorbei, weiter unter der Cornelius- und kurz darauf unter der Reichenbachbrücke hindurch. Nun hatten wir nach gut anderthalb Kilometern die schönen Isarauen erreicht und diese konnten wir heute in vollen Zügen genießen. Dank des Wetters wagten sich eigentlich nur die hartgesottenen Hundebesitzer vor die Haustüre und so war es herrlich ruhig. Keine Spaziergänger oder Fahrradfahrer auf die es Rücksicht zu nehmen galt. Das gab uns sogar die Möglichkeit auf den geteerten Fahrradweg auszuweichen, da die Pfützen auf dem Fußweg kaum noch zu umlaufen waren.

Nach der Wittelsbacher Brücke werden die Isarauen immer natürlicher und man kann sich kaum vorstellen, dass man gerade mitten durch München läuft. Es ist einfach schön. Nach jeder Brücke werfe ich inzwischen einen Blick zurück. Ich suche einen gigantischen Adler, den ein Graffiti-Künstler unterhalb einer Eisenbahnbrücke gesprüht hat. Unbemerkt von allen hatte ich da bei unserem letzten Lauf Bernie fotografiert. Das Motiv ist wirklich klasse und dieses Mal wollte ich auch ein Foto von mir und dem Adler. Bei der Braunauer Eisenbahnbrücke wurde ich dann fündig und es gab ein kurzes „Fotoshooting“.

Bei Kilometer Fünf ging es dann am Münchner Tierpark „Hellabrunn“ vorbei und wieder konnten wir durch den Zaun Elche bewundern, die so frühmorgens noch im Gras lagen und wohl einem ruhigen Tag entgegenblicken konnten. Etwa einen Kilometer später wechselten wir über die Marienklausenbrücke auf die andere Isarseite und liefen nun zwischen Isar und Isarkanal auf dem Isardamm weiter in Richtung Süden. Einen kurzen Stopp mussten wir auf der Brücke aber doch noch einlegen. Fischer setzten eine Lkw-Ladung voller Fische in der Isar aus. Dabei wurde beim Lkw einfach die Wasserladung abgelassen und die Fische sausten mit dem Strahl in die Isar. Nachdem unsere Neugier gestillt war ging es weiter. An den leichten Regen hatten wir uns inzwischen alle gewöhnt und waren uns auch einig, dass es heute wesentlich angenehmer zu laufen ist, als bei den Temperaturen der vergangenen Wochen. Andreas und Jürgen diskutierten derweil, ob wir noch ein Wehr weiter laufen können, als beim letzten Mal. Sie waren sich nicht sicher, ob es bei Pullach eine Überquerungsmöglichkeit über die Isar gibt. Wir wollten es probieren und so ging es am Georgenstein vorbei weiter in Richtung Süden. Alles ging gut, die erhoffte Überquerung kam und so liefen wir bis etwa 17 Kilometer weiter bis wir den südlichsten Punkt unseres Marathons erreichten.

 
 

Ein paar Höhemeter waren nun zu bewältigen bis wir Baierbrunn erreichten. Es hatte nun tatsächlich auch aufgehört zu regnen und die Stimmen nach einer Verpflegungspause wurde lauter. Auf dem Schulhof wurden wir fündig. Ein paar trockene Bänke luden zum Verweilen ein und es wurden Brezen, Müsliriegel und natürlich ein paar Bierchen aus den Laufrucksäcken hervorgekramt. Wir befinden uns nun über dem Isartal und laufen nach unserer Pause weiter in Richtung Pullach. Da weiß Jürgen einige nette Geschichten zu erzählen. Jürgen ist ja bekannterweise nicht nur Ultra- und Marathonläufer. Er ist nebenbei noch Taekwon-Do-Großmeister und Träger von sieben Dans und in Pullach als Trainer aktiv. In seiner aktiven Laufbahn wurde er mit der Mannschaft Deutscher Meister und wurde mit seiner Mannschaft durch Pullach‘s Bürgermeister geehrt. Dabei kam es zur Wette, dass Jürgen den Bürgermeister im Falle einer Wiederholung des Titels eine Treppe von der Isar bis nach Pullach hochtragen müsse. Angesichts der gut 120 Kilo, die der Bürgermeister wohl auf die Waage brachte, war Jürgen äußerst erleichtert, dass die Titelverteidigung scheiterte.

Während Andreas und ich Jürgens Geschichten lauschten, entfernten sich Judith und Charly Zusehens. Sie zogen das Tempo an und wollten wohl den Sieg beim heutigen Marathon unter sich ausmachen. Wir drei liefen gemeinsam unser gemütliches Tempo weiter und Andreas und Jürgen vertieften sich nun in ein Gespräch über die ehemalige Isartalbahn. Die beiden schwelgten in Erinnerungen aus ihrer Kindheit und ich hörte aufmerksam zu. Es gibt dabei immer wieder interessante Geschichten zu hören. Allein dafür lohnt es sich schon etwas langsamer zu laufen. Abgelenkt wurde ich nur kurz durch eine attraktive junge Läuferin, bis sie Jürgen freudig grüßte. Als er mir erklärte, dass das eine seiner Schwarzgurtträgerinnen war, war sofort jegliches Interesse meinerseits verflogen. Die junge Schwarzgutträgerin war jedoch nicht die einzige, die Jürgen auf unserem Weg durch Pullach erkannte. Jürgen ist hier wohl eine kleine Berühmtheit.

Weiter geht es vorbei an den restaurierten Gebäuden der Isartalbahn, die heute diverse Outlet-Geschäfte, darunter auch „Under Armour“ beherbergen. Der Regen hatte wieder eingesetzt und wir nähern uns München. Auf dem Weg durch München sorgen nun ab und an rote Ampeln für kurze Erholungspausen. Jürgen und ich sind uns einig. Einen Kiosk müssen wir noch ansteuern. Ein Bierchen sollten wir uns vor den letzten zehn Kilometer dringend noch gönnen. Als wir endlich fündig werden, verabschiedet sich Andreas von uns. Den restlichen Weg bis zur J.-F.-Kennedy-Brücke und zurück zur Muffathalle finden wir problemlos allein.

Jürgen und ich kaufen am Kiosk je ein Helles und mangels Öffner bitten wir den Kioskbesitzer uns diese zu öffnen. Wir bekommen die überraschende Antwort, dass die nicht erlaubt sei und sehen uns fragend an. Gut, wer vor einer verschlossenen Bierflasche verdurstet ist selbst schuld. Ruckzuck sind die Deckel an einem Fass vor dem Kiosk ab und wir stoßen auf die letzten Kilometer an. Wieder haben wir die Rechnung nicht mit dem Kioskbesitzer gemacht. Auch das Verzehren einer Halben vor dem Kiosk ist nicht erlaubt. Wir werden verscheucht. Hätten wir beide uns mal über die in München geltenden Corona-Regeln informiert, hätte wir das vielleicht auch verstanden. Aber wir sind folgsam und verziehen uns um die Ecke. In einer Unterführung ist es trocken und hier wollen wir kurz verweilen. Die Unterführung ist schon etwas siffig. Die Schmierereien an den Wänden als Graffitis zu bezeichnen, wäre für den Erschaffer des Adlers an der Braunauer Eisenbahnbrücke eine kaum wiedergutzumachende Beleidigung. Und so lachen Jürgen und ich über die Situation. Es fehlt eigentlich nur noch ein Pappkarton und eine gammlige Decke, mit der wir es uns bequem machen.
„Under the Bridge“, zitiere ich noch kurz die Red Hot Chili Peppers und weiter geht’s.

Das Finale verläuft für uns beide ohne Probleme, auch wenn die Beine am Ende etwas schwer werden. Aber wir sind zufrieden. Endlich wieder ein Marathon, der sich anfühlt wie richtig gelaufen. Es wurden heute kaum Gehpausen eingelegt und es fühlte sich richtig gut an. Im Ziel wurden wir von Judith, Charly und Andreas erwartet, die auch in dieser Reihenfolge einliefen. Alle waren mit dem Lauf zufrieden und es gab natürlich noch ein Finisher-Bierchen aus Jürgens Kofferraum. Da wir alle durchnässt waren und die Temperaturen noch etwas ungewohnt, verabschiedeten wir uns diesmal relativ zügig, um keine Erkältung zu riskieren. Wir gingen aber nicht auseinander, ohne uns zu versprechen, dass dies für dieses Jahr nicht der letzte gemeinsame Marathon war.

   
 
Charly
Greppi
5:35:19
5:49:43
 
     
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