18.7.2020 Füssen Marathon (Private Edition)
Autor: Bernie Manhard
 
 
 
2020

Haspelmoor Marathon
Thermen-Marathon
Neckarufer Marathon A
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Mountainman Wintertrail
Corona B
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Lechleite Marathon
Home Run XL
Marathon am Lech B
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Isar Marathon A

Isar Marathon B
Füssen Marathon B
Füssen Marathon A
Ammersee Ultra A
Ammersee Ultra B



Trotz der aktuellen Lockerungen sind bis auf ganz wenige Ausnahmen, größere Laufveranstaltungen derzeit kein Thema und allesamt auf 2021 verschoben. Auch der Königsschlösser Marathon in Füssen ist davor nicht verschont geblieben. Aber es finden sich immer Alternativen, auch wenn die natürlich nicht mit den regulären Events verglichen werden sollten. Aber Spaß kann man da auch haben.

Andreas aus München hat es aufgegeben noch auf eventuelle Veranstaltungsfreigaben zu hoffen und die Organisation selbst in die Hand genommen. Greppi und ich waren ja schon bei einem seiner Isar Marathons am Start. Für dieses Wochenende ist die Durchführung des Füssen Marathon als kleine Private Edition auf der Originalstrecke geplant und ausgeschrieben. Natürlich ist es kein Zufall, dass der auch an diesem Wochenende normalerweise stattfinden würde.

Groß Werbung wird in Corona-Zeiten natürlich nicht betrieben, das Teilnehmerfeld muss ja überschaubar bleiben, damit Abstandsregeln eingehalten werden können. 11 Personen haben sich dennoch eingefunden, das ist mehr als erfreulich. Natürlich die üblichen Verdächtigen aus München, Stuttgart und Augsburg und dazu noch Alois, der überraschenderweise nicht aus Bayern, sondern aus der Nähe von Berlin kommt. Wir kennen uns alle aus vielen gemeinsamen Läufen. Über 100 Marathons/Ultras hat da jeder auf dem Kerbholz. Da benötigt es natürlich keiner großen Einweisung mehr und man muss sich auch keine Sorgen um jemand machen.

Beim Glockenschlag um Punkt 10 Uhr starten wir in der Kemptener Straße, dort wo uns normalerweise das König-Ludwig-Double auf den Kurs schickt. Das Wetter ist heute morgen einfach ideal: Bayrisch-Blau mit Wolken und Temperaturen um 15 Grad. Schnell haben wir Füssen hinter uns gelassen. Das erste Etappenziel ist der Hopfensee, den wir fast eineinhalbmal umrunden müssen. Auf den Wegen ist heute erstaunlich viel los, hauptsächlich Radler, aber auch viele Wanderer. Ein Gruppe erzählt uns, dass sie den Marathonkurs wandern.

Zurück in Füssen erwartet uns am Ortsrand eine kleine VP. Alois‘ Frau erwartet uns mit kühlen Getränken und was zu knabbern. Die etwas schnellere Gruppe hat sich mittlerweile etwas von uns abgesetzt. Kurz nach Überquerung des Lechs haben wir schon die Hälfte hinter uns.

 
 

Am Ufer des Forggensee entlang geht es einige Kilometer weiter. Traumhaft schön, der See mit den kleinen, grünen Inseln und dem Festspielhaus am anderen Ufer und der Blick auf die Berge. Greppi, Jürgen und ich sind schon ziemlich unterhopft, auf dem Gelände eines Segelclubs entdecken wir einen verwaisten, schönen großen Tisch mit Bänken rundherum, hier können wir unsere Mangelversorgung ausgleichen. Wir haben vorgesorgt und jeder sein Bierchen im Rucksack.

Nach einer 20-minütigen Pause machen wir uns wieder auf die Socken, es geht noch bis zu einer Landspitze an einem Campingplatz, dort verlassen wir den See und laufen Richtung Tegelberg und Königsschlösser. Bald haben wir die barocke Kapelle St. Coloman aus dem 17. Jahrhundert im Visier. Als im 30-jährigen Krieg die Pest im Füssener Land wütete, wurden hier die Pesttoten begraben. Wir gelangen aber nicht auf direkten Weg dorthin, erst geht es noch unter der Münchener Straße hindurch und knapp einen Kilometer Richtung Schwangau, bevor uns eine Spitzkehre zur Kirche führt. Dort erwarten uns nach 30 km wieder die Frauen von Jürgen und Alois mit ihren mobilen Verpflegungswagen.

Immer weiter nähern wir uns den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau. Aufgewachsen ist König Ludwig II. mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Otto auf Hohenschwangau. Als es darum ging, sich sein Traumschloss zu bauen, fiel ihm kein geeigneterer Platz ein, als der Hügel gegenüber seiner „Kinderstube“, wo zu damaliger Zeit die Ruinen von zwei mittelalterlichen Burgen standen. Heute sind die Königsschlösser das Touristenmagnet in Bayern schlechthin.

Unterhalb der Schlösser umrunden wir den Schwansee. Nach 40 km geht es wieder über den Lech und wir sind zurück in Füssen. Die meisten Höhenmeter dürfen zum Schluss absolviert werden, aber halb so schlimm. Dafür geht’s beim Zieleinlauf wieder leicht bergab.

Nicht umsonst zählt der Marathon in Füssen zu den schönsten Landschaftsmarathons überhaupt. Da ist optisch viel Abwechslung geboten. Ein herrlicher Tag und wunderbarer Lauf geht zu Ende, es müssen nicht immer hunderte von Läufern*innen am Start sein, auch im kleinen Rahmen kann man viel Spaß haben.

 
 
 
   
 
Charly
Bernie
Greppi
5:20:69
5:51:36
6:18:09
 
     
   
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