02.4.2020 Corona ist Scheiße  
Autor: Andreas Greppmeir    
     
 
2020
 

„Scheiße“ sagt man nicht? Sagt man doch. Helmut Schmidt zum Beispiel sagte einmal, Investmentbanker und Fondsmanager hätten fast die ganze Welt in die Scheiße geritten. Damit war die Finanzkrise gemeint. Und Corona ist schlimmer …

Regeln einhalten

Die Corona-Krise hält momentan die Welt in Atem und ist in aller Munde. Bei uns in Bayern wurden die Ausgangbeschränkungen bekanntermaßen als erstes Bundesland in Deutschland umgesetzt. Doch zu Absagen von Laufveranstaltungen war es schon die Tage zuvor gekommen. Meine Hoffnung ruhte zunächst auf den kleinen Veranstaltungen, doch nach und nach wurde auch hier ein Marathon nach dem anderen abgesagt. Neben mir an der Pinwand hängt immer eine Liste mit den geplanten Läufen. Wenn ich diese heute anschaue, ist schon einiges geschwärzt und ich kann natürlich nicht sagen, ob die verbleibenden Marathons nicht auch noch dem Virus zum Opfer fallen.

Das heißt für mich natürlich nicht nur, dass ich auf Läufe verzichten muss, sondern auch, dass ich keine Laufberichte und Fotos mehr liefern kann. Auch meine Lauffreunde, die ich oft nur auf Marathonveranstaltungen treffe, werde ich wohl eine Zeit lang nicht mehr sehen. Als ich meinen vorläufig letzten Bericht vom Neckarufer-Marathon in Stuttgart schrieb, konnte und wollte ich mir noch nicht vorstellen, dass dieser wohl für längere Zeit auch der letzte sein würde.

Doch nicht nur was meine Laufleidenschaft angeht, hat sich mein Leben innerhalb weniger Tage rapide verändert. Auch auf mein Arbeitsleben hat diese Krise einen großen Einfluss. Nach gut 25 Jahren im Polizei-Schicht- und Streifendienst kümmere ich mich inzwischen um die Verwaltung der Dienststelle und habe geregelte Arbeitszeiten. Dennoch spüre auch ich die Auswirkungen rund um die Corona-Krise in meinem beruflichen Alltag. Die E-Mail-Flut nimmt nahezu täglich deutlich zu. Nicht nur Informationen aus dem Präsidium und Innenministerium laufen über meinen Schreibtisch, auch die Zahl der Anzeigen, die über das Internet erstattet werden, nehmen deutlich zu, da den Bürgern angeraten wird nur noch in dringenden Fällen persönlich auf der Dienststelle zu erscheinen.

Verstärkt werden meine Kollegen vom Streifendienst inzwischen durch Praktikanten, die sich noch in Ausbildung befinden. Dies ist zwar eine Erleichterung bei der Wahrnehmung unserer Aufgaben, zu der nun ja auch Kontrollen von Spielplätzen, öffentlichen Plätzen und Gaststätten gehört. Allerdings birgt das Ganze ein Problem mit sich. Die Räumlichkeiten auf unserer Dienststelle sind für das Mehr an Personal nicht ausgelegt und so ist die Einhaltung der geforderten Mindestabstände nicht möglich. Homeoffice ist natürlich in unserem Beruf keine Option. Zudem sitzen die Kollegen stets zu zweit im Streifenfahrzeug auf engstem Raum und bei den diversen Einsätzen ist oft auch naher Kontakt nicht zu vermeiden.

Trotz aller Umstände ist die Laune auf unserer Dienststelle gut und wir werden die Krise gemeinsam bewältigen. Allerdings bin ich natürlich oft erschöpft, wenn ich nach Hause komme und habe zugegebenermaßen keine Motivation mehr zu laufen. Doch ab und zu kann ich schon noch meine Laufschuhe schnüren und ich werde versuchen, dass ich immer noch fit bin, wenn es wieder so weit ist und die Marathonwelt wieder ihre Pforten öffnet. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, wenn es wieder los geht. Nicht nur das Marathonlaufen fehlt mir, auch das Schreiben der Berichte macht mir viel Spaß und gehört für mich inzwischen zu einem festen Bestandteil meines Lebens.

Darum am Ende einfach noch eine Bitte an Euch alle. Haltet Euch bitte an die Beschränkungen und dann werden wir gemeinsam bald wieder loslaufen können. Viele tolle Veranstaltungen warten dieses Jahr noch auf uns und dann sehen wir uns wieder. Ein kleines Missverständnis möchte ich an dieser Stelle vielleicht auch noch aus dem Weg räumen. Ihr dürft laufen. Frische Luft und Bewegung ist gesund und stärkt Euer Immunsystem und hilft Euch gesund zu bleiben. Aber bitte alleine. Das Laufen mit Freunden ist tabu, außer es handelt sich um ein Familienmitglied, das im selben Haushalt mit Euch lebt. Wenn wir uns alle daranhalten, werden wir diese Krise überwinden. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt bald wieder berichten können. Ich bin jedenfalls zuversichtlich.

Bleibt gesund und bis bald mal wieder.
Wir sehen uns. Euer Greppi

Haspelmoor Marathon
Thermen-Marathon
Neckarufer Marathon A
Neckarufer Marathon B
Mountainman Wintertrail
Corona B
Corona A
Corona C
Lechleite Marathon
Home Run XL
Marathon am Lech B


 
   
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