27.3.2020 Corona ist Scheiße  
Autor: Bernie Manhard    
     
 
2020

Haspelmoor Marathon
Thermen-Marathon
Neckarufer Marathon A
Neckarufer Marathon B
Mountainman Wintertrail
Corona B
Corona A
Corona C
Lechleite Marathon
Home Run XL
Marathon am Lech B

 

„Homeoffice“ und „Social Distancing“ sind in Corona-Zeiten gerade in aller Munde. Laut einer Studie arbeitet derzeit jeder zweite Beschäftigte bereits ganz oder teilweise im Homeoffice. Bei uns Läufern sieht das noch viel krasser aus, wir bewegen uns jetzt zu 100 % nur mehr im „Läufer-Homeoffice“, das sind die heimischen Rad- und Feldwege, Berge oder wie in meinem Fall, bevorzugt die Wälder und Hügel. Da ich zu beiden Gruppen zähle, bin ich froh, dass uns wenigstens diese Möglichkeit „noch“ gegeben ist.

Frustrierend mussten viele mitansehen wie ein Lauf nach dem anderen gestrichen oder zumindest vorerst einmal in den Herbst verlegt wurde. Mir geht’s natürlich genauso und für die nächsten im Mai/Juni in meinem Blickfeld liegenden Veranstaltungen, besteht realistisch gesehen, kaum noch Hoffnung. Wann wir uns wieder gemeinsam in einem größeren Teilnehmerfeld auf die Socken machen können, steht noch in den Sternen. Natürlich sind das nur Luxusprobleme, angesichts der schockierenden Nachrichten von der Corona-Front, dessen bin ich mir schon bewusst.

Jede Form von Stress (positiv wie negativ) wirkt sich auf unser Immunsystem aus. Mit Sport setzt man einen zeitlich begrenzten Stress, der das Gesamtsystem beansprucht und auch für das Immunsystem eine Trainingsphase darstellt und dieses dadurch optimiert. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sollten möglichst 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche erreicht werden, um diesen Effekt zu erzielen. Wahrscheinlich, mit ein Grund, warum uns das noch erlaubt ist.

Natürlich muss auch ich meine Form konservieren und gleichzeitig auch mein Immunsystem stärken, so begebe ich mich heute auf einen Teil meiner „Windradrunde“. Erstmals heuer, da sie im Winter nur sehr schwierig passierbar ist. Der eisige Ostwind, der die ganze Woche über herrschte, hat sich endlich wieder verzogen. Nach zwei Kilometer Anlauf, an gesperrten Spielplätzen und Sportanlagen vorbei (echt traurig), erreiche ich auch schon den Waldrand. Viele Leute sind laufend, spazieren gehend oder bikend unterwegs, wesentlich mehr als ich jemals sonst beobachtet habe.

Nach den ersten Anstiegen bin ich mitten im Wald. Gewaltige Sturmschäden durch Sabine, Ute, Victoria und wie sie alle hießen die Sturmtiefs, die beinahe in Tagesabständen im Januar und Februar über unser Land zogen, werden mir erst heute so richtig vor Augen geführt. Aber, man kann dem ganzen natürlich auch etwas Positives abgewinnen, im Prinzip ist hier ein riesiger Abenteuer-Spielplatz für Trailrunner entstanden. Riesige Fichten liegen gefällt über meinen Trails, die von mir mehrmals Klettereinheiten fordern. Teils sind ganz bizarre Kunstwerke, aus den Resten der noch stehenden Stämme entstanden. Schön anzusehen, aber natürlich auch traurig. Meine Kamera ist heute ausnahmsweise auch einmal bei einem Trainingslauf am Mann, so nehme ich per Selbstauslöser einige Aktionen auf. Macht wirklich Spaß, kann ich euch ans Herz legen und nebenbei sieht man auch, welchen Aufwand man als Fotoreporter alles so auf sich nehmen kann. Selbstverständlich bin ich ganz alleine unterwegs, wie’s uns in den heutigen Tagen auferlegt ist. Reiter nutzen die gefällten Bäume auch für kleinere Sprungübungen, kann ich beobachten.

Nach 7 Kilometern erreiche ich das erste Windrad. Ich fühle mich ja immer etwas unbehaglich unter den laufenden Rotoren und schau, dass ich schnellstmöglich darunter durchkomme. Geht’s euch auch so? Normalerweise führt meine Runde noch an zwei weiteren Windrädern vorbei, für heute lass ich es aber gut sein, um nicht zu übertreiben, wie uns das u.a. auch Arne Gabius in einem Bericht derzeit empfiehlt. Zu intensives Ausdauertraining führt wiederum zu einer Schwächung des Immunsystems. So begebe ich mich wieder auf den Rückweg. Noch ein kurzes Bergtraining, dann bin ich wieder zu Hause. 15 km, ganz gemütlich, im Homeoffice kann’s auch wirklich sehr schön sein.

Bleibt gesund, bleibt zuversichtlich und vor allem bleibt zu Hause (außer zum Laufen natürlich)!
Ich hoffe man sieht sich bald wieder einmal an einem Start.

 
   
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