13.7.2019 MOUNTAINMAN Reit im Winkl
Autor: Bernie Manhard
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Die dritte und letzte Station der MOUNTAINMAN-Serie 2019 steht an. Nach Nesselwang und Großarl startet in Reit im Winkl der Final Countdown. Als besonderes Zuckerl werden beim Abschluss-Event alle, die an jeder der drei Veranstaltungen teilgenommen haben, mit einer eigenen Triforia-Medaille belohnt, egal bei welcher Streckenlänge man am Start war.

Mit einer S-, M-, L-, & XL-Strecke stehen heuer vier Distanzen, wie immer in den zwei Kategorien Trailrunning und Hiking, zur Auswahl. Die Strecke „S“ ist neu hinzugekommen, mit 10 km Länge und 140 Höhenmetern ist sie vor allem für Einsteiger geeignet. Auf die Berge geht’s hier noch nicht. Die „M“ weist 24 km und 800 hm auf. Fast auf Marathonlänge kommt die „L“ mit 39 km und 1.500 hm. Längste Strecke ist die „XL“ mit 54 km und ca. 2.300 Höhenmeter. Gegenüber dem Vorjahr ist sie durch Streckenänderungen etwas gewachsen, so wurde z.B. der Aufstieg zum Gipfel der Steinplatte gestrichen und durch eine Schleife in Richtung Dürrnbachhorn ersetzt und der Anteil knackiger Trails erhöht. Ich war im Vorjahr bei der Premiere dabei und bin natürlich gespannt, wie das dann in der Realität aussehen wird.

Überraschenderweise empfängt mich Reit im Winkl am Freitagnachmittag mit Sonnenschein, das hätte ich nach den Vorhersagen gar nicht erwartet. Richtig berühmt geworden ist der Ort natürlich durch die Gold-Rosi. Unsere Doppel-Olympiasiegerin von 1976 kennt glaube ich jeder. Den Anfang des Tourismus hat man aber dem König von Bayern, Maximilian II im Jahr 1858 zu verdanken. Sein Besuch und der Reisebericht des Schriftstellers Franz von Kobell machte das reisende Volk auf den Gebirgsort aufmerksam.

Aufsehen erregte Reit im Winkl aber schon vorher, jedenfalls einer Erzählung nach. Bei der Neuverteilung der Länder Europas nach den Wirren der napoleonischen Kriege im Wiener Kongress 1815 soll Reit im Winkl aufgrund der abgeschiedenen Lage einfach vergessen worden sein. Damit um diesen kleinen Flecken kein neuer Krieg ausbricht, wurde zwischen den Landesherren von Bayern, Salzburg und Tirol vereinbart, darum Karten zu spielen. Bei diesem Spiel soll der bayerische König den letzten und entscheidenden Stich mit dem Schell-Unter gemacht haben und Reit im Winkl für Bayern gewonnen haben. Seit diesem Zeitpunkt ist der Schell-Unter das heimliche Wappen des Ortes. Noch heute nutzen es Gebirgsschützen und Trachtenverein als Erkennungszeichen.

Im heutigen EU-Gebiet sind die Grenzen lockerer und kontrolliert wird auch nimmer, so ist es kein Problem, dass wir während unserer Tour über die Berge mehrmals die Ländergrenzen wechseln werden. Da Reit im Winkl direkt an der Grenze zu Österreich liegt, wird aus diesem Mountainman-Event eine Zweiländerveranstaltung.
Eine kleine Expo-Area sowie der komplette Start- und Zielbereich befinden sich am Ortsrand direkt neben dem Sportplatz und dem großen Festsaal von Reit im Winkl. Der ist wie geschaffen für das PreRace-Info und ist auch gut gefüllt. Kein Wunder, 950 Starter stehen heuer in den Anmeldelisten. Damit hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber der Premiere im Vorjahr bereits verdoppelt. Mit meiner dritten Teilnahme bei einem Mountainman-Event bin ich ja schon ein alter Bekannter, so begrüße ich als erstes die beiden Stamm-Moderatoren Rudi & Stephan und Chefin Jutta. Sie ist stolz, dass mit Florian Neuschwander einer von Deutschlands schnellsten Trailrunnern am Start der L-Strecke stehen wird. Stolz ist sie aber auch auf ihr gesamtes Team, von denen uns einige vorgestellt werden.

Der Samstagmorgen sieht leider nicht mehr so erfreulich aus. Schwarze Wolken grüßen vom Himmel und lassen Schlechtes erahnen. Aber noch kommt nix runter. In der Wiese sorgen die Reit im Winkler Alphornbläser für ein kurzes Warm-Up-Konzert, unmittelbar vor dem Start um 6 Uhr übernehmen aber AC/DC die Einstimmung. Der Bürgermeister schickt uns durch eine künstliche Nebelwolke pünktlich auf die Piste.

Für 20 Uhr ist der Zielschluss vorgesehen, so bleiben uns üppige 14 Stunden, um die Runde zu bewältigen. Wer zwischendrin eine Schwächephase erleidet, kann sich frische Energie an 10 Verpflegungsstationen zuführen. Ich hoffe natürlich ohne Energieverlust durchzukommen, die Hütteneinkehr werde ich mir aber natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. Es sind wieder einige Delikatessen im Angebot.

Die ersten Kilometer beinhalten noch keine größeren Steigungen und bieten sich wunderbar zum Einlaufen an. Über den Krautloidersteg geht es im Märchenwald an der Lofer entlang. Den ersten wird es bereits zu warm und sie packen ihre Regenjacken wieder ein. Ich habe meine noch gar nicht an, bin ja grundsätzlich immer optimistisch. Einige scheinen im Einpacken richtig Übung zu haben, nach ein paar hundert Metern haben sich mich schon wieder überholt. Und prompt fängt es jetzt zu regnen an.
Nach 3 km erreichen wir die erste Verpflegungsstelle bei Gut Steinbach. Seitens der Läufer besteht hier scheinbar aber noch keinen Bedarf. Das Blech mit Kuchen ist fast noch unberührt. Ich bin nicht so schüchtern und genehmige mir mein erstes Frühstück. Ein Kaffee fehlt halt leider. Direkt davor liegen die Skisprung-Schanzen des WSV Reit im Winkl. Über 100 Meter weit kann man hier springen. Nix für mich, da laufe ich lieber hoch. Auf einem rustikalen Weg geht es ab hier aufwärts.

Der erste Anstieg für heute ist technisch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber die 500 Höhenmeter auf 4 km haben es durchaus in sich. Im dichten Wald ist es noch richtig dunkel, dafür sind wir aber noch einigermaßen vom Regen geschützt. Für die Teilnehmer der M-Strecke geht es oben nach rechts weiter, für „L“ und „XL“ nach links. Wieder runter führt uns eine breite Schotterstraße, die uns kaum mehr Schutz vor den Niederschlägen bietet. Zeit für meine Regenjacke, bevor ich komplett durchnässt bin.
Nach 12,5 km kommen wir am Parkplatz Seegatterl der Winklmoosalmbahn raus. Seit der Saison 2009/2010 gelangt man mit der modernen 8er-Gondelbahn ins Skigebiet, anstelle eines umständlichen Bus-Shuttles. Über dem weitläufigen Parkplatz geht es zur Seegatterlalm, wo unsere zweite Labestelle wartet. Es ist kurz vor 8 Uhr, passt doch optimal für ein zweites Frühstück. Obst, Griebenschmalz- und Käsebrote stehen bereit, dazu noch diverse Kuchen. Wieder kein Kaffee, na gut dann Iso.

Die L-Strecke führt nach rechts, wir müssen wieder ein Stück zurück, am Kassenhäuschen der Mautstelle vorbei. Mit dem Auto muss man 5 Euro löhnen, um zur Winkelmoosalm zu kommen. Anfangs noch ganz kommod schlängelt sich unser Trail im Wald Richtung Dürrnbachhorn nach oben. Viel Schutz bietet der Wald hier nicht mehr, es regnet einfach zu stark. Wiesenabschnitte mutieren zu einer Kneippkur, in meinen Schuhen quietscht es ganz wunderbar. Mittlerweile bin ich vollkommen aufgeweicht. Fotografieren ist mir kaum mehr möglich, ich bekomme das Objektiv nicht mehr sauber, denn ich habe keinen trockenen Fetzen mehr an mir.

Ab km 17 wird es richtig heftig, wir verlassen den Wald und gelangen auf einen schmalen, ausgetrampelten Gebirgspfad. Schlammig, nass, null Aussicht und supersteil, alles dabei, insgesamt über 800 Höhenmeter im Aufstieg auf einer Länge von 6 Kilometern zeigt mir mein GPS an. Dazu die ständige Berieselung von oben. Wir stehen hier alle vor einer starken mentalen Prüfung, man kann es aus den Gesichtern lesen.
Je höher wir kommen, umso ungemütlicher wird unsere Lage und vor allem auch zugiger und kälter in den nassen Klamotten. Ich kann mit meinen klammen Fingern kaum mehr die Kamera bedienen. So gibt es für diesen grundsätzlich sehr schönen und interessanten Aufstieg kaum mehr Bilder. Unter einer großen Fichte ziehe ich meinen letzten Joker: eine Regenhose, Handschuhe und ein Buff. Mit etwas mehr Wärme an den Beinen läuft es gleich etwas besser, ich komme gut hoch und kann einige Mitstreiter überholen. Die dünnen Handschuhe bewirken aber leider nichts und sind auch im Nu durchwässert. Meine richtigen Regenhandschuhe und eine noch bessere Regenjacke liegen im Kofferraum meines Autos unten im Tal. Da habe die Wetterlage wohl falsch eingeschätzt.

Vollkommen durchnässt und durchgefroren erreiche ich nach knapp 19 km den höchsten Punkt dieses Aufstiegs auf 1600 m Höhe an der Bergstation der Dürrnbachhorn Nostalgie-Sesselbahn. Meine Hände sind nur noch Fremdkörper. Mit ein paar Anderen drücke ich mich an die windgeschützte Wand der Liftstation und versuche die Finger etwas auf Temperatur zu bekommen. Stünde hier ein Bus für den Rücktransport bereit, würden die meisten wohl einsteigen. Ich zähle mich auch dazu. Heute noch das Ziel zu erreichen, kann ich mir in dem Moment nicht vorstellen. Aber irgendwie muss es ja weitergehen. Ich könnte in den Lift einsteigen. Er ist in Betrieb. 20 Minuten dauert die Fahrt mit der alten Einer-Sesselbahn. Vermutlich würde ich als Eismumie unten ankommen. Ich verwerfe diesen Plan. Laut Höhenprofil auf unserer Startnummer sollte hier irgendwo noch die nächste VP an der Panorama Alm stationiert sein. Hinweise dafür gibt’s keine.

 
 

Ich muss wieder in Bewegung kommen und setzte meinen Weg fort. Es geht abwärts auf einem technisch schwierigen, aber wunderschönen Single-Trail. Ist aber grenzwertig mit steifen Gliedern. Ich versuche ein paar Bilder zu machen. Die sind für die Tonne. Nach etwa einen Kilometer erreichen wir eine Forststraße. Mäßiges Gefälle, man kann es laufen lassen. Langsam kommt wieder Wärme in meinen Körper. Laufen hilft.

Auf dem Almgebiet des Hochplateaus endet 4 km später unser Downhill. Ich bin jetzt wieder einigermaßen warm. Wir passieren die Winklmoosalm, hier hat Rosi Mittermaier das Skifahren gelernt. Die Hochalm liegt auf 1200 m Höhe. Man spricht von einem großartigen Panorama mit Blick auf die Loferer Steinberge. Es wird heller, vielleicht wird’s ja noch was. Es hat doch tatsächlich zu gießen aufgehört.
Am Almstüberl gibt es endlich Kaffee und Kuchen oder Bananenmilch. Der Hüttenwirt putzt meine Kamera, jetzt gibt’s wieder vernünftige Fotos. Es wird auch deutlich heller. Ich habe noch einen weiteren Trumpf: Ein trockenes Shirt im Rucksack. Wenn nicht jetzt, wann dann? Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es lohnt sich halt doch, den Rucksack mit Pflichtausrüstung voll zu packen. Was scheren mich meine DNF-Gedanken vorhin am Dürrnbachhorn.

Ich warte noch auf Axel, wir setzen jetzt gemeinsam unseren Weg fort. An der Landesgrenze zum österreichischen Bundesland Salzburg geht es durch das Naturschutzgebiet Winkelmoos. Auf einer Länge von 1,5 km ist das Moorgebiet mit Brettern ausgelegt. Das nasse und glitschige Holz ist heute mit Vorsicht zu genießen. Direkt an der Landesgrenze ziehen wir am Rande einer Skipiste den Scheibelberg hinauf. Zwischendrin steht auch mal ein renovierter, alte Grenzstein. Dann passiert’s. Es ist unfassbar: Der Himmel öffnet sich und die Sonne kommt heraus. Allzu lange dauert der Spuk aber nicht. Als wir oben sind, ziehen sich die Wolken auch schon wieder zu.

Über einen Weidezaun steigen wir ins Skigebiet Steinplatte ein. Unsere Abfahrt ist nur 500 Meter lang, dann führt der Weg wieder hoch zur Möseralm, wo die nächste Verpflegungsstation auf uns wartet. Die warme Gemüsesuppe ist ein Gedicht. Dazu gibt’s noch so etwas wie ein bisschen Aussicht. Man ist heute bescheiden.
Ein 3 km langer Abschnitt auf einer Schotterstraße führt uns wieder bis auf 1150 m runter. Fast unten, fängt es wieder zu regnen an. Gut anderthalb Stunden Regenpause waren uns gegönnt. An der Landesgrenze nach Deutschland (km 30) geht es über ein Gatter in den Schwarzloferwald.

Der Premiumwanderweg Gletscherblick führt uns wieder nach oben. Die Steigung ist nicht sonderlich dramatisch, dafür gibt es wieder viel Wasser von oben und von unten. Die Schlammpfützen sind stellenweise knöcheltief, so dass man sich nur mit größeren Sprüngen retten kann. Aber trockene Füße wird jetzt eh keiner mehr haben.
An der Durchkaseralm (km 35) steht eine Kanne heißes Wasser und man kann sich die Hände etwas aufzuwärmen. Auf schmalen Pfaden geht es durch Schrofengelände immer leicht steigend noch weiter aufwärts. Der Steig durch das felsige, mit Gras und Geröll durchsetzte Gelände ist auch ein Abschnitt auf dem Europäischer Fernwanderweg E4. Unter Schmugglern war er in früheren Zeiten ebenfalls sehr beliebt. Wer genau beobachtet, wird auch noch einige der alten Grenzsteine finden.

Vom deutschen Wanderinstitut wurde der Premiumwanderweg Gletscherblick besonders für seine romantische Wegeführung und seine wunderbaren Fernblicke prämiert. Von den Berchtesgadener Alpen bis zu den Hohen Tauern soll die Aussicht reichen. Ich steh hier zum zweiten Mal und sehe wieder nur Wolken, mit Glück manchmal schemenhaft auch einige Bergumrisse. C‘est la vie. Die herrliche Wegeführung kann ich aber bestätigen.

Auf 1600 m ist unser höchster Punkt erreicht und der Großteil der Höhenmeter aufwärts sind abgearbeitet. Leicht abwärts geht es über Almwiesen zum Straubinger Haus. Die warme Suppe tut gut. Trotzdem fröstelt es mich hier oben. Laufen hilft, habe ich heute schon gelernt. Ich will schnell wieder fort und muss Axel antreiben, weiterzugehen.
Auf einem schmalen Weg neben moorigen Buckelwiesen geht es abwärts zur Hemmersuppenalm. Der interessante Name stammt von der Hemmerwurzen. Der Hemmer ist giftig und wird vom Vieh gemieden. Viele moosige Stellen bilden dem Volksmund nach eine richtige Suppe, in der die Pflanze besonders gut gedeiht.
Nach 44 km erreichen wir die Hindenburghütte. Hüttenwirt Günter hat wieder die sensationellen Gemüsepflanzerl in der Pfanne. Bevor ich mir diese genehmige, suche ich aber erst einmal die Toilette auf, denn die ist sehenswert. Zwei Blasinstrumente dienen als Urinal. Das muss man sehen und testen. Aber nur für Männer. Günter hat versichert, dass auf den Instrumenten nicht mehr gespielt wird.

Axel kann’s gar nicht erwarten und macht sich bereits aus dem Staub und ich mich über die Angebote in der Pfanne her. Erst ein Gemüsepflanzerl, anschließend noch zwei vegane Ratatouille-Ecken. Wer sie nicht probiert, hat definitiv etwas versäumt. Einfach köstlich. Normalerweise geht's hier auch noch richtig rund mit Live Musik von Günter persönlich. Momentan gießt es aber in Strömen und niemanden ist danach zumute.
Unangenehm steil geht’s weiter abwärts, auf dem identischen Weg von heute Morgen, nur entgegengesetzt. Axel bereitet es noch mehr Probleme wie mir, so kann ich ihn kurz vor Gut Steinbach wieder einholen. Eigentlich bin ich ja nach den Schmankerln bei Günter satt, aber zum Kaiserschmarrn, sozusagen als Nachtisch, kann ich wirklich nicht nein sagen. Die Mädels am VP neben den Skisprungschanzen sind ausgesprochen nett, dazu bekommen wir noch Hopfenkaltschale angeboten. Da stört schon fast das Sauwetter nimmer.

Wir sind jetzt wieder im Tal, aber das war’s noch nicht. Als letztes Highlight dürfen alle Strecken (S_M_L_XL) 4 km vor dem Ziel noch die Klausenbachklamm durchqueren. Ein kurzer Anstieg führt uns vom Tal wieder hinauf zum Einstieg in die Klamm. Über nasse Stufen geht es steil hinunter in die Schlucht mit einer beeindruckenden, überhängenden Felswand. Felsen und Holzstege sind glitschnass, das ist nicht ungefährlich.

Eine letzte Kneippkur über satte grüne Wiesen führt uns ins Stadion und unserem Ziel zurück. Einen Strafbefehl für überhöhte Geschwindigkeit hätten sich Axel und ich auf den letzten flachen Kilometern nicht mehr eingehandelt. Wir sind aber heilfroh, bei diesen Bedingungen nach 54 Kilometern das Ziel überhaupt zu erreichen. Ich habe vollstes Verständnis für alle, die das nicht bis zum Ende durchgezogen haben.

In einer Nebelwolke überquere ich das Ziel, zwei Stunden langsamer als im Vorjahr. Das ist bei dem Wetter für mich ok, aber eh nicht wichtig. Rudi und Stephan muss ich gleich zum Interview bereitstehen. Mach ich doch gerne: „War heute mental wirklich eine harte Prüfung, in einen Bus am Dürrnbachhorn wäre ich gerne eingestiegen“. Zu jedem Mountainman-Event gehört auch das Zielschnapserl, das genehmigen wir uns anschließend in großer Runde. Die berühmte Hausbrennerei aus dem Bayerischen Wald hält Blut- und Bärwurz bereit. Dankschee dafür.

Jutta hat zugesagt, auch 2020 wird es drei Mountainmans geben. Ich freue mich wirklich darauf und oute mich zugleich auch als großer Fan des Konzeptes mit Trailrunnern, Hikern, großzügigen Zeitlimits und natürlich den vorzüglichen Schmankerln auf den Hütten und VPs. Schee war’s wieder. Für’s Wetter kann niemand was.

 
   
 
Bernie 11:08:21
 
 
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Laufbericht 2018 2018 Griaß di zur Premiere | Bernie Manhard
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