20.4.2019 Ultraschnecken's Plain Vanilla 7
Autor: Bernie Manhard   URKUNDEN
 
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Bereits zum 7. Mal findet der Ultraschnecken’s Plain Vanilla statt. Heuer gibt’s den UPV sogar im Doppelpack als UPV 7 am Samstag und UPV 8 am Ostersonntag. Die Strecke ist an jedem Tag dieselbe, das hält natürlich einige hartgesottene „Verrückte“ nicht davon ab, sie doppelt unter die Hufe zu nehmen. Ostern bietet sich dafür auch wunderbar an, am Montag kann man sich noch ausruhen. Conny und Jörg haben wieder einige Kilometer im Vorfeld abgespult um die optimale Runde für uns zu finden und sie unterscheidet sich in einigen Streckenabschnitten wieder deutlich von vorangegangen Austragungen. Bis auf die Erstauflage, die im benachbarten Winkelbachtal stattfand und den UPV 6, der in Brandenburg letzten Herbst ausgetragen wurde, stand immer die Limburg im Mittelpunkt der UPVs.

Unser Treffpunkt liegt wieder in der Kelter am südlichen Rand von Weilheim an der Teck, praktisch am Fuße des Aichelbergs in der Mittleren Schwäbischen Alb. Wir sind nur wenige Kilometer von der A8 entfernt. Also optimal und einfach zu erreichen. Die Osterurlauber sind schon alle am Freitag abgedüst, so ist auf der Autobahn heute nix los. In weniger als anderthalb Stunden bin ich aus Augsburg vor Ort. 25 Teilnehmer stehen heute in der Liste, darunter die üblichen Verdächtigen. Conny natürlich selbst, Axel, Manne, Teddy, Kalle, Ralf usw., man kennt sich. Mit Bela sind es sogar 26, sie ist eine Husky-Hündin.

Bereits zum Frühstück ist das Büffet aufgebaut und Kaffee gibt’s selbstverständlich auch. Conny gibt die Startnummern aus, hier lohnt es sich, sie mal genauer zu betrachten. Sie sind handgefertigt von Jörg und ziemlich exklusiv. Bestehen aus Drachentuch, jede einzelne Nummer ist ausgeschnitten, eingepasst und gesäumt. Respekt, tolle Arbeit. Zwei Tage hat er für die 23 Nummern der Voranmelder des ersten Tages benötigt …dann hat’s ihm aber auch gereicht. Am zweiten Tag gibt es nur mehr Gedruckte.

In einem Kilometer Entfernung der Kelter erhebt sich fast 200 Meter hoch die markante Kegelform des Limburg, dem Hausberg von Weilheim. Seinen Namen hat er von einer früheren Burg, die vor vielen hundert Jahren mal oben auf dem Gipfel thronte. Vier Mal dürfen wir heute wieder das Gipfelplateau überqueren und zudem auch weitläufig umrunden. So kommen auf jeder der vier Runden etwa 11,5 km mit je 420 hm auf uns zu. Ergibt am Ende, wenn alles gut läuft, 46 Kilometer und fast 1700 Höhenmeter. Wie immer ist der Lauf auch bei der Deutschen Ultramarathon Vereinigung gemeldet und wird als offizieller DUV-Ultra in die Statistik aufgenommen. Der „Bärtige“ hat sich bereit erklärt die Zeitmessung zu übernehmen. Zudem müssen wir uns nach jeder Runde bei ihm melden, damit alles seine Richtigkeit hat. Gerhard’s Knie bereitet ihm schon seit längerer Zeit Probleme, so kann er nicht selbst mitlaufen.

Kommen wir zu Plain Vanilla. Conny erklärt es uns die Bezeichnung nochmal in ihrer Ansprache kurz vor dem Start. Stammt aus den USA, dort war Eiscreme mit Vanilleeis in den 70er Jahren die Standardsorte und so ist Plain Vanilla als Bezeichnung für ihre Eis-Lieblingssorte entstanden. In Deutschland ist der Ausdruck eher unter Börsianern bekannt, als Bezeichnung für ein Standardwertpapier ohne irgendwelche Besonderheiten. Conny ist der Namen einmal bei einer anderen Veranstaltung aufgefallen und sie hat sich auch die Freigabe für ihre Veranstaltung erteilen lassen. Der Sinn dahinter hat ihr so gut gefallen. Es muss nicht immer schneller, weiter und höher sein. Nichts Besonderes muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Ein paar Nachzügler treffen noch kurz vor dem Start ein, wir warten noch etwas. Kein Problem.

Kurz nach 8.30 Uhr geht’s aber los, erstmal zweihundert Meter leicht die Weinsteige hinunter. Die Temperaturen sind bereits super angenehm. Nach einer Linksbiege verlassen wir den Ort. Auf der Alten Bissinger Straße sind die ersten 1,5 km noch auf Asphalt zurückzulegen. Es geht bereits mäßig bergauf, spürt man in der ersten Runde noch nicht, wird sich aber sicher ändern. Ein schöner Trail führt uns nach drei Kilometern durch einen Waldabschnitt, da geht es bereits ordentlich aufwärts. Ich habe mich Teddy und Axel angeschlossen, auf der ersten Runde brauche ich erstmal einige Fotos mit Beteiligung.

   
 
   

Nach 5 km erreichen wir Hepsisau …und wissen nicht mehr weiter. Auf der Straße gibt es ein paar irreführende Markierungen, die blauen Pfeile auf der Straße sind widersprüchlich. Vor uns sind auch schon einige in dieser zweifelhaften Pfeilrichtung unterwegs. Da hilft jetzt alles nix, der Plan muss raus, den uns Conny mit der Startnummer ausgehändigt hat. Mittlerweile hat sich eine größere Gruppe angesammelt. Der Manne weiß weiter, ein LKW hat die orangenen Markierungen am Verkehrsschild zugeparkt.

Wir durchqueren Hepsisau in der vollen Länge, am Ortsende geht es wieder aufwärts. Durch herrlich blühende Streuobstwiesen zieht sich die Straße in langgezogenen Serpentinen nach oben. Nach einem wunderbaren Downhill Trail durch den Wald steht die Besteigung der Limburg an. Auf der Südseite ziehen wir durch die Reben. Das Weinfeld an der Limburg ist mit genau 531,96 m ü. NN das höchstgelegene in Baden-Württemberg. Der größte Teil des erwirtschafteten Ertrags wird durch die Weingärtner-Genossenschaft Hohenneuffen-Teck als „Neuffener Täleswein“ in den Handel gebracht. Spätburgunder, Müller-Thurgau und noch ein paar andere Sorten sind beschildert.

Nach durchqueren der Weinfelder haben wir etwa die Hälfte des Limburg-Aufstieges hinter uns, jetzt wird es deutlich steiler, etwa 100 Höhenmeter stehen noch an bis wir ganz oben sind. Der obere Teil ist nur mit Magerrasen und einigen, einzelnstehenden Linden bewachsen. Die kahle Kuppe ist die Folge jahrhundertelanger Beweidung mit Schafen. Betreten querfeldein ist nicht erwünscht, man soll sich nur auf den ausgetrampelten Pfaden bewegen. Seit 1990 ist das hier Naturschutzgebiet. Steil geht es rauf, die Serpentinen entschärfen den Anstieg aber spürbar.

Auf dem Plateau sind keinerlei Mauerreste der früheren Burg-Ruine mehr vorhanden, der Verlauf der Grundmauern ist aber noch als schwache Erhebungen im Geländerelief sichtbar. Die Aussicht ist bei heute wolkenlosem Himmel grandios, bis zu den drei Kaiserbergen reicht die Sicht. Axel, Teddy und ich machen eine kleine Fotosession mit Selbstauslöser, dann geht’s wieder runter. Teddy jammert, für sein Knie ist das nichts.

Die erste Runde ist geschafft, Gerd hakt mich ab. Jetzt ist erstmal ausgiebige Verstärkung in der Kelter am Büffet angesagt. Mich zieht’s zu Jörg’s super leckeren Rührei-Broten. Man weiß gar nicht wo man zuerst hinlangen soll, für jeden Geschmack ist etwas geboten. Ich setzte mich an den Tisch und futtere mich erstmal durch. Bela muss aufhören, das ist heute kein Husky-Wetter, zu warm. Nach fast 10-minütiger Verstärkung ziehe ich weiter.

Fotos habe ich genügend im Kasten, die zweite Runde will ich etwas anziehen. Tempo macht einsam, bald bin ich ganz alleine unterwegs. Am Ortsanfang von Hepsisau kommt mir irgendetwas spanisch vor, ich hab das Gefühl hier vielleicht unabsichtlich abgekürzt zu haben, das muss ich mir in Runde 3 genauer anschauen. Aber sonst läuft es, 12 Minuten schneller als beim ersten Durchlauf in der Kelter.

Auch anfangs Runde drei ändert sich wenig, niemand unmittelbar vor oder hinter mir. Aber von hinten kommen bald Kalle und Markus, die beiden Führenden überrollen mich nach 25 Kilometern. Ich spüre die schnellere Schleife deutlich in den Beinen, die 2 – 6 % Steigung auf der Alten Bissinger Landstraße werden sehr zähflüssig. Dann die Kontrolle. Tatsächlich, ich habe eine kleine Schleife nach rechts vor Hepsisau in der letzten Runde ausgelassen, das sind schon ein paar eingesparte Meter. Das ärgert mich. Nach dem Wald-Trail geht es kurz auf Asphalt weiter. Sch… wieso laufe ich hier solange bergab? Schon wieder verfranst, diesmal bin ich zu weit gelaufen, ich muss querfeldein durch Wiesen ein Stück zur Limburg aufsteigen. So hab ich die vorhin abgekürzten Meter, jetzt zum Teil wieder augeglichen.

Runde 4. In Hepsisau kann ich Andreas mit der Nr. 12 überholen, ich kann wieder ganz gut laufen und mich ein Stück absetzen. Aber weit ist er nicht hinten. Auf der Limburg laufe ich auf Conny und ihrer Viererbande auf. Ein Selfie mit Conny. „Willst du uns jetzt kurz vor Schluss noch überholen?“ Bekomme ich zu hören. Ich muss, werde verfolgt von der 12, will noch meinen Platz halten. Pures Genießen klappt halt doch nicht immer, etwas Wettkampf macht dann auch wieder Spaß.

Als 11. beende ich die vier Runden, mein GPS zeigt deutlich über 45 km, dazu 1700 Höhenmeter. Das passt. Jeder bekommt eine Medaille. Doppelstarter morgen sogar Pokale. Ich bin froh im Ziel zu sein und morgen nicht mehr ran zu müssen. Der Planet hat uns jetzt doch gehörig aufgeheizt, man ist das nicht mehr gewohnt, obwohl ich ja Sonnenläufer bin.

An Getränken ist alles da, was man sich vorstellen kann. Einschließlich Hopfentee. Das Büffet ist immer noch reichhaltig, Jörg macht Würstchen warm, dazu gibt’s Kartoffelsalat. Steckerl-Eis gibt’s auch. In der Sonne vor der Kelter kann man sich jetzt herrlich erholen. Was will man mehr? Der Plain Vanilla ist wieder rundum gelungen. Danke Conny und Jörg, so macht Laufen Spaß.

   
Bernie 6:46:26
 
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Laufbericht 2017 2003 50 - 50 - 50, eine runde Sache | Bernie Manhard

Laufbericht 2014 2007 Plain Vanilla – Winter Edition | Andreas Greppmeir

Laufbericht 2014 2007 Nichts besonders | Bernie Manhard
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Teilnehmer-Urkunden zum Download
UPV 7 UPV 8
Dravec, Karlheinz
Weisse, Markus
Henzler, Dominic
Leinbeck, Christoph
Lang, Stefan
Bolvary, Martina
Krohn, Walter
Windisch, Ralf
Hahn, Jürgen
Mikas, Sakis
Manhard, Bernie
Häußer, Andreas
Roth, Sabine
Dietscher, Matthias
Routaboul, Laura
Stoll, Winfried
Kortyka, Joachim
Holzapfel, Christoph
Ott, Axel
Port, Manfred
Kortyka, Sara
Kaltwasser, Conny
Topolski, Marianne
Meretz, Gabi

Gölz, Moritz
Goncalves, Victor
Henzler, Dominic
Zhang, Martin
Benning, Nicole
Theiss, Sven
Franz, Jürgen
Höschele, Jochen
Mikas, Sakis
Kortyka, Joachim
Weber, Michael
Kortyka, Sara
Kaltwasser, Conny

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