6.10.2019 Trail Marathon Heidelberg
Autor: Bernie Manhard
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„Des einen Leid ist des anderen Freud“ lautet ein berühmtes Sprichwort. Ich kenne die Beweggründe der Pfalz-Trail-Organisatoren für die Streichung ihres Ultra-Trails aus ihrem Portfolio nicht. Tatsache aber ist, dass die Veranstalter des Heidelberger Trail Marathons diesen Anlass als Grund dafür genommen haben den „Long Distance Trail“ im Rahmen ihrer Veranstaltung zu platzieren. Man ist der Meinung, dass der Region solch eine Ultra-Distanz sehr gut zu Gesicht stehe. Ich kann mich dem nur anschließen und freue mich auf einen erneuten Start in Heidelberg.

Bei der Premiere 2013 war ich bereits dabei, damals mit der abschließenden Meinung, dass der Strecke doch deutlich mehr Trailanteile guttun würden, die vielen Waldautobahnen wären für Trailrunner noch optimierungsfähig. Seitdem hat sich aber viel getan, wie ich den Berichten zufolge auf Marathon4you und Trailrunning.de entnehmen konnte, so bin ich doch sehr gespannt, wie das jetzt tatsächlich aussieht. Die Zeiten, in denen es stellenweise auf breiten Waldwegen 10 Kilometer nur abwärts ging, sollen ja endgültig vorbei sein und der Kurs nun deutlich profilierter und mit diversen Aufstiegen gewürzt sein.

Die neue Ultra-Strecke misst 50 Kilometer und beinhaltet 2.000 Höhenmeter. Wobei man dies etwas relativieren muss, die Streckenlänge ist zwar neu, der Long Distance Trail folgt aber exakt auf 42 Kilometern der Marathon-Strecke. Eine Schleife ab Kilometer 35 durch das Naturschutzgebiet „Felsenmeer“ bringt dem Ultra-Trail die zusätzlichen 8 Kilometer ein. An dieser Streckentrennung ist auch ein Cut-Off platziert, den man um 16 Uhr, also nach 5 Stunden erreicht haben muss.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass das für mich schon sehr eng werden kann. Als Trost dient aber die Gewissheit, sollte man dies nicht schaffen, wird man direkt auf die Marathonstrecke weitergeleitet und dort auch gewertet. Für beide Strecken gilt das Zeitlimit von 7 Stunden im Ziel. Auf 150 Teilnehmer ist der Long Distance Trail limitiert, für mich überraschenderweise aber nicht ganz ausgebucht. Ob’s am engen Zeitlimit liegt?

In der Altstadt, direkt unterhalb des Heidelberger Schlosses liegt der Karlsplatz. Hier befindet sich das Start- und Zielgelände mit Festzelt, wo wir auch unsere Startunterlagen empfangen können. Am Samstagnachmittag ist hier nicht sonderlich viel los. Wartezeiten gibt’s da keine. Im Open Air Bereich ist eine Bühne aufgebaut, eine Band gibt gerade ihr Bestes. An einem Stand kann man sich von 15 bis 20 Uhr eine Portion Maultaschen einverleiben, der Gutschein dafür wurde mit der Startnummer ausgehändigt.

Das Wetter ist heute nicht so prickelnd um lange dort zu verweilen und der Musik zu lauschen, ich statte lieber der Heidelberger Altstadt einen Besuch ab. Mich zieht es runter zur Alten Brücke, die nur wenige hundert Meter vom Karlsplatz entfernt liegt und die wir morgen beim Lauf auch passieren werden. Die 200 Meter lange Brücke ist eines der letzten großen Beispiele für die klassische Brückenbaukunst in Stein und gehört mit dem Schloss auch zu den Wahrzeichen von Heidelberg.

Das mittelalterliche Brückentor wird flankiert von zwei 28 Meter hohen Rundtürmen, die ursprünglich in die Stadtbefestigung integriert waren, hier mussten Auswärtige Brückenzoll bezahlen. Im westlichen Turm waren drei Kerkerräume untergebracht. Im östlichen befindet sich eine Wohnung, hier wohnte der Brückenwächter und später sogar der Architekt, der beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg beteiligt war. Am 29. März 1945, einem der letzten Kriegstage, sprengten deutsche Soldaten die Heidelberger Neckarbrücken und auch die Alte Brücke. Dank einer Spendenaktion konnte 1946 bereits der Wiederaufbau beginnen.

Ein ebenfalls beliebtes Fotomotiv für die Besucher Heidelbergs ist der Brückenaffe direkt daneben. Die heutige Bronzeplastik wurde 1979 aufgestellt. Bereits im 15. Jahrhundert saß ein Affe im Turm der damaligen Brücke auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt. Er wurde seinerzeit zum Spott aufgestellt. Mit dem Griff an sein blankes Hinterteil zeigte er jedem Vorbeigehenden den „Kurpfälzischen Gruß“, das galt besonders den Mainzer Bischöfen. Denn die Heidelberger wollten damit zeigen, dass ihre Stadt den Kurfürsten und nicht mehr den Bischöfen gehörte.

Mir gefällt hier besonders der topographische Ausblick auf unsere Strecke vom Brückenmittelpunkt aus, von der hier viele Abschnitte auszumachen sind. Durch die bewaldeten Höhen des Heiligenberg mit 439 m auf der gegenüberliegenden Flussseite und dem Königstuhl mit 567 m über dem Schloss, zieht sich ein Großteil unseres Kurses. Natürlich sehen die Berge nicht furchteinflößend aus, aber es geht ständig rauf und runter und das summiert sich. Wunderbar ist selbstverständlich auch der Blick auf das berühmte Schloss. Jährlich besuchen etwa 3,5 Millionen Gäste die Stadt. Wie ich beim Spaziergang sehen konnte, ist Heidelberg besonders bei Asiaten heiß begehrt.

Langschläfer sind beim Trail Marathon Heidelberg goldrichtig, erst für 11 Uhr sind die Starts angesetzt für Long-Distance-, Marathon- und Half-Trail, auf dem im Übrigen, nicht wie sein Name sagt, die Hälfte der Strecke, sondern 30 km zu bewältigen sind. 15 Minuten nach uns dürfen dann noch die Teilnehmer des 9 km langen Himmelsleiter Trails ran. Das offizielle Streckenbriefing fand bereits gestern um 15.30 Uhr statt. Aber auch heute kurz vor dem Start wird uns auf einer großen Leinwand direkt neben dem Startkanal nochmals die Strecke vorgestellt.

Zunehmend wird es düsterer am Himmel und bei vielleicht 8 Grad auch ungemütlicher am Startplatz. Mit Wolfgang ziehe ich mich ins Gepäckabgabe- und Umkleidezelt zurück, wo wir uns erst kurz vor dem Start unserer Wärmebekleidung entledigen. Wirklich vorbildlich ist alles ganz zentral am Karlsplatz untergebracht. Nur die Duschen für hinterher, sind etwas entfernt in der Theodor-Heuss-Realschule zu finden.

Pünktlich zum Start fängt es auch schon an zu regnen. Wir konnten uns darauf einstellen, die Wettervorhersage war eindeutig, so habe ich selbstverständlich auch eine Regenjacke eingepackt. Ich bin das gewohnt mit Rucksack zu laufen und Equipment mitzuführen, ich sehe aber einige die nur mit Kurzarmshirt an den Start gehen. Vermutlich kommen sie von Straßenläufen. Ich möchte nicht in deren Haut stecken, aber das ist nicht meine Sache. Pflichtausrüstung ist keine vorgeschrieben.

Wir laufen Richtung Marktplatz an der Heilig-Geist-Kirche vorbei. Trotz Schmuddelwetter haben sich viele Zuschauer eingefunden und feuern uns an. Nach rechts geht es runter zur Alten Brücke, die wir bereits nach 300 Metern erreichen und überqueren. Auch hier ist einiges los. Ich denke nicht, dass es Touristen sind, dafür sind sie zu interessiert. Tolle Fotomotive gibt es hier für mich. Brücke, Brückenfiguren, Rundtürme, Schloss und der Fluss, dazu die bunte Läuferschar. Wunderbar. Nach Überquerung laufen wir noch flach 500 Meter am Neckar entlang, dann wird’s ernst.

Recht kräftig und sehr schmal zieht sich die Hirschgasse nach oben. Bei knapp 700 TeilnehmerInnen von Long-Distance-, Marathon- und Half-Trail kann es da natürlich schon mal zu kleineren Stauungen kommen. Nach zwei Kilometern sind wir auf dem Philosophenweg, wo sich uns wunderbare Ausblicke über Neckar, Altstadt und Schloss eröffnen. Sollte man genießen, wer weiß wie sich das Wetter heute noch weiterentwickelt, denke ich mir, noch sieht man etwas. Seinen Namen bekam er von den Gelehrten, die hier einst in steifen Gehröcken wandelten und ihre Gedanken beim Spaziergang lockerten. Beim leichten Abwärtstrab, können auch wir unsere Beine vom ersten Anstieg lockern. Allerdings ist der Spaß nach 800 m schon wieder beendet.

Zwei Kilometer und 200 Höhenmeter gilt es bis zur Thingstätte auf dem Heiligenberg aufzusteigen. Durch ein Tor geht es hinein in die, nach dem Vorbild antiker griechischer Theater errichtete Freilichtbühne. Sie wurde von 1934 bis 1935 vom Reichsarbeitsdienst und Heidelberger Studenten erbaut und sollte vor allem für Propaganda-Veranstaltungen genutzt werden. Mit der Verbreitung des Rundfunks verlor sie aber rasch an Bedeutung und blieb ungenutzt. Heute ist sie ein Kulturdenkmal, das für Touristen, Wanderer und Waldspaziergänger frei zugänglich und weder eingezäunt noch beleuchtet ist.

Das war es dann aber für viele Kilometer mit Aussichten, Sehenswürdigkeiten etc. Wir können uns mehr auf die Strecke und die Trails konzentrieren. Die hat es jetzt immer mehr in sich und erste Trailabschnitte haben durchaus Aufmerksamkeit verdient. Bei km 7 wartet die erste Versorgungsstation auf uns. Wasser, Iso, Bananen und Riegel werden angeboten. Insgesamt sind fünf VPs auf der gesamten Strecke errichtet.

In einem stetigen Auf und Ab aber auch ständigen Wechsel zwischen breiteren Forststraßen und schmalen Single-Trails führt unser Kurs zum Weißen Stein. Bei km 8 erfolgt die erste Streckentrennung von den Half-Trailern. Die gelben Markierung des Half Trail leiten auf direkten Weg zum Weißen Stein, während man nach den schwarzen Markierungen für Marathon und Long Distance Trail noch einige Kilometer und Höhenmeter durch das Mühlental einzusammeln hat.

Von meinen letzten Trails war ich es gewohnt, dass die Langstrecken immer mit Gold bzw. Gelb gekennzeichnet waren, so wäre ich um ein Haar automatisch der Verlockung erlegen und auch heute wieder der gelben Markierung gefolgt. Hier sollte man aufpassen, es ist kein Ordner postiert.

Das Wetter wird immer mehr zur mentalen Prüfung, da hilft nur eins: Augen zu und durch. Auch den Trails setzt der Regen schwer zu, werden immer matschiger und tiefer. Was natürlich auch einen gewissen Reiz hat. Den Fliegenpilzen scheint das Wetter weniger auszumachen, geradezu prächtig leuchten einige neben unserer Laufstrecke. Der Wasserfilter ist aufgezogen, ich habe keinen trockenen Flecken mehr am Leib, um das Objektiv meiner Kamera zu reinigen.

 
 

Nach 17 km erreichen wir VP 2 am Weißen Stein auf 548 m Höhe. So nennt sich der Berg. Der Name "Weißer Stein" bezieht sich auf Wegesteine, die am Ende des 18. Jahrhunderts, als die Wanderbewegung immer mehr an Bedeutung gewann, von den Forstämtern an den Wegbegrenzungen aufgestellt und mit Ortsangabe, Entfernung und Richtungspfeilen versehen wurden.

Bereits aus einiger Entfernung kann man den Weißen-Stein-Turm durch den hohen Fichtenbestand ausmachen. Der 23 m hohe Aussichtsturm aus Sandstein wurde 1906 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Er wird von einem auf 12 Pfeilern ruhenden Dach umfasst, wo man sich bei schlechtem Wetter unterstellen kann. Genau das mache ich jetzt auch, ich schnappe mir am VP etwas Verpflegung und Getränke und stelle mich kurz unter um mich auch noch weiter gegen den Regen zu präparieren. Ein Paar das gerade eine Wanderung macht, bietet mir einen Becher heißen Tee an. Den nehme ich dankend an. Viel Zeit bleibt mir allerdings nicht ihn zu genießen, der Cut-Off bei km 35 schwebt wie ein Damokles-Schwert über mir.

Gemütlich ist der Platz trotz Regenschutz nicht und man kühlt so klatschnass ruckzuck aus, so mache ich mich schnell wieder vom Acker. Obwohl wir hier nur etwa 350 Meter höher als Heidelberg liegen, ist es doch spürbar kälter, das hätte ich bei dieser Höhe eigentlich noch nicht so erwartet. Meine Finger sind hier oben mit den nassen Handschuhen richtig klamm geworden, so tue ich mich bei feinmotorischen Aktionen wie den kleinen On-Knopf der Kamera zu drücken richtig schwer.

Ein längerer kontinuierlicher Abschnitt bergab auf einem Schotterweg bringt mich wieder etwas auf Temperatur. Nach 22 km werden wir wieder querfeldein, in eine erstmals gelaufene Passage geleitet und die Pfade haben es mittlerweile gehörig in sich. Ich bin jetzt gut 3 Stunden unterwegs und genauso lange dauert auch schon die Dauerdusche. Die Trails sind praktisch „Land unter“. Nur äußert vorsichtig sind steilere Abschnitte zu passieren, sonst nimmt man schneller ein Schlammbad als einem lieb ist. Trailschuhe mit hohen Stollen sind natürlich von großem Vorteil. Ich hab solche glücklicherweise an den Sohlen und komme ganz passabel durch. Obwohl völlig durchnässt, versuche ich trotzdem immer wieder den tiefen Schlamm- und Wasserlöchern auszuweichen. Warum eigentlich?

Dieser neue Streckenabschnitt führt uns erstmals durch die alte Benediktiner-Abtei Stift Neuburg. Kurz darauf sind wir unten (km 28). Wirklich ganz unten, auf Wasserhöhe. Über eine Unterführung gelangen wir an die Schiffsanlegestelle Kloster-Neuburg an der Neckar. Fast zwei Kilometer führen fast direkt unterhalb der Uferstraße am ehemaligen alten Leinpfad entlang. Ein geiler Abschnitt finde ich. Nebenbei sind das hier, wenigstens die einzigen Meter, wo wir keinen Regen abbekommen. Die Straße oben hat einen betonierten Überhang, genau darunter verläuft auch abschnittsweise unser Kurs.
Dafür ist Vorsicht nach unten geboten, die etwa einen Meter breiten, betonierten Abschnitte verlaufen praktisch auf Wasserhöhe, ein Schlenker und man nimmt ein Bad. Ich frage spaßeshalber eine Helferin: „Was sie den macht, wenn ich jetzt hineinfalle?“ Keine Antwort. Eine Kurve später klärt sich das von alleine auf, hier steht die DLRG mit einem Boot bereit.

Über eine Neckar-Brücke erreichen wir in Schlierbach Km 30 und damit auch VP4. Meine Uhr zeigt 15.20 Uhr. Damit bleiben mir noch 40 Minuten durchgehender Anstieg bis zum Cut-Off. Das wird eng werden.

Wenigstens die Schlammpackungen liegen hinter uns, auf gut zu laufenden Forstwegen geht es wieder aufwärts Richtung Königsstuhl. Um 15.45 Uhr erreiche ich die Stelle, wo die Felsenmeerschleife wieder auf die Marathonstrecke geleitet wird. Gerade beenden zwei Läufer die Runde, ich frag mal nach ob sich die Runde ins Felsenmeer auch lohnt. „Ja, sehr schön, aber nicht ungefährlich, die Felsen sind sehr glitschig“, bekomme ich zur Antwort. Bis zur Streckentrennung und zum Cut-Off fehlen mir noch 2 km, das wird für mich bergauf nichts werden. 10 Minuten fehlen mir letztendlich um noch auf den Long Distance Trail geleitet zu werden. Das war’s dann mit der Zusatzschleife durch das Felsenmeer für mich. Wirklich traurig bin ich aber nicht, so vollkommen aufgeweicht, wäre das heute nicht das pure Vergnügen.

Ein Ordner weißt uns auf die Himmelsleiter. 850 grobgehauene Stufen führen uns auf den Königsstuhl. Über 200 Höhenmeter beinhaltet der eine Kilometer über die unregelmäßige Treppe aus Sandsteinen. Erbaut wurde sie ab 1844 und 1994 nochmals gründlich saniert. So ist sie eigentlich auch recht gut zu begehen, die Stufen sind nicht allzu hoch. Aber es geht natürlich sausteil nach oben und das saugt mir die Kraft aus den Beinen. Vollkommen kaputt komme ich oben an (km 36).

An VP5, etwa oberhalb der Bergstation der Heidelberger Bergbahn gibt es aber reichlich Treibstoff um wieder zu Kräften zu kommen. Ein Tisch voll mit schwarzen Pet-Shots erregt meine Aufmerksamkeit. Koffein, Grüntee & Guarana-Extrakte beinhaltet so ein Fläschchen. Das kann jetzt nicht schaden. Ich genehmige mir gleich zwei. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, aber schau mer mal obs wirkt.

Die ersten Abwärtsmeter bleiben zäh, das liegt aber weniger an meinen Beinen, sondern mehr an dem unglaublich ruppigen, mit kleinen Felsen durchsetzen Weg. Der ist wirklich kein Vergnügen und ich eiere nur darüber. Ich möchte mich da lieber nicht hinbrezeln und gehe es etwas langsamer an. Nach etwa einem Kilometer wird’s wieder angenehmer, weiche, mitunter auch schlammige Waldpfade warten auf uns.
Am Heidelberg Schloss beginn für uns sozusagen der Endspurt. Die beiden finalen Schlusskilometer liegen noch vor uns. Auf unterschiedlich hohen Terrassen schlängeln wir uns durch den romantischen Schlossgarten, dem einst berühmten Hortus Palatinus.

„Vater Rhein“ lässt schön grüßen aus seinem Brunnen. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war das Schloss die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Nach mehreren Zerstörungen im 17 Jahrhundert wurde es teilweise restauriert. Nach Blitzeinschlägen 1764 mit mehreren Bränden wurde die Wiederherstellung aufgegeben.
Ein letzter steiler Abstieg über Pflastersteine führt uns ins Ziel am Karlsplatz. Mit mir hat auch der Regen durchgehalten, von Anfang bis zum Ende. Als letzten Gag dürfen wir noch 10 Meter durch das Festzelt traben, bevor es wieder im Freien über die Ziellinie geht. Ich lasse mir noch schnell die Medaille umhängen und verziehe mich umgehend ins direkt danebenliegende Gepäck- und Umkleidezelt. Bloß schnell raus aus den nassen Klamotten. Duschen kann ich mir heute ersparen.

Bis auf eine Stunde mehr Zeit für die Long Distance Trailer hätte ich nichts auszusetzen. Heidelberg ist eine tolle Location. Die Strecke ist anspruchsvoll, sehr abwechslungsreich und bietet jetzt Trailfreunden alles was einen begeistern lässt …wenn’s Wetter passt. Das kann man sich halt leider nicht aussuchen.

 
   
 
Bernie 6:30:57
 
 
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