23.7.2017 Hornisgrinde Marathon  
Autor: Andreas Greppmeir Bericht und alle Bilder auf
       
 
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Der Hornisgrinde Marathon war mir bei der Suche nach interessanten Laufevents in den letzten Jahren immer wieder mal untergekommen und somit ein Begriff. Irgendwie schenkte ich ihm jedoch nie Beachtung, da ich ihn aufgrund des Namens eher dem hohen Norden der Republik zuordnete. Ein Fehler, wie ich schließlich feststellen musste, denn er findet in Baden-Württemberg, genauer gesagt im nördlichen Schwarzwald statt und ist von mir aus in gut drei Stunden zu erreichen.

Der Hornisgrinde Marathon findet bereits zum 45. Mal statt und ist einer der ältesten in Deutschland. Trotzdem gibt der Name immer mal wieder Rätsel auf. Einen Ort, was naheliegend wäre, mit diesem Namen gibt es nicht. Vielmehr nennt man die höchste Erhebung des nördlichen Schwarzwaldes so. Der Name dürfte vermutlich aus den Begriffen Horn (Berg), miss (kahl) und Grind (Sumpf) abgeleitet sein, denn das trifft bis heute auf den 1163 m hohen Bergrücken zu.

Der Marathon findet im Rahmen des Volkslaufs Bühlertal statt, der in diesem Jahr sein 50. Jubliläum feiert, also genauso „alt“ ist, wie der Schwarzwaldmarathon in Bräunlingen, der im Oktober großes Jubiläum feiert. Es gibt also viele Gründe, mal beim Hornisgrinde Marathon vorbeizuschauen.

Schon am Samstag reise ich zusammen mit Charly an. Wir sind zwar beide gemeldet, doch Charly wird nicht laufen, da er etwas angeschlagen ist. Er plant ein oder zwei Runden zu wandern. Wir suchen gleich nach unserer Ankunft das Veranstaltungsgelände an der Bühlertaler Skihütte auf und können gerade noch den Zieleinlauf des Halbmarathons, der schon am Samstag stattfindet, miterleben und etwas von der speziellen Atmosphäre dieser Veranstaltung aufsaugen. Sie ist sehr familiär und einfach gehalten und daher sehr sympathisch. Fast wie anno dazumal.

Die Vorfreude auf den nächsten Tagen steigt bei mir. Ich liebe solche kleinen liebevoll organisierten Veranstaltungen. Auch dass das Vorhaben scheitert, meine Startnummer schon heute abzuholen, ist nicht weiter schlimm. Während des Halbmarathons ist das nicht möglich, da alle Helfer anderweitig eingebunden sind. Auf unserem Rückweg nach Bühlertal, wo wir für eine Nacht ein Zimmer gebucht haben, genießen wir immer wieder den Ausblick von der Schwarzwaldhochstraße ins Rheintal und auf die gegenüberliegenden Vogesen.

Am nächsten Morgen sind wir wieder zeitig vor Ort. Über Nacht hat es geregnet und deutlich abgekühlt. Doch das Wetter scheint gut zu werden und es wird wohl auch trocken bleiben. Ideale Laufbedingungen also. Vor dem Lauf treffe ich mal wieder einige bekannte Laufverrückte und so ist die Zeit bis zum Start äußerst kurzweilig. Auch Klaus und Margot Duwe sind vor Ort und werden meinem Bericht heute einige Fotos beisteuern.

Ich hatte schon im Vorfeld mit Kati Schramm ausgemacht, dass wir diesen Lauf gemeinsam unter die Füße nehmen werden. Uns schließt sich noch Jochen Höschele an. Für Kurzweil auf den 42,195 Kilometern dürfte also reichlich gesorgt sein.

Eine Viertelstunde vor dem Marathon werden die Läufer des 11-Kilometer-Laufs und die Nordic Walker auf die Strecke geschickt. Das Feld an Marathonis ist übersichtlich. Wir sind 85 Starter. Die Zahlen waren hier schon mal besser. Aber wie überall tun sich die abgelegenen Landschaftsmarathons schwer. Eine Gegenmaßnahme war es mit Sicherheit nicht, als man sich im letzten Jahr aus organisatorischen Gründen auch noch von dem attraktiven Ein-Runden-Kurs verabschiedet hat und seither den Marathon auf vier Runden läuft. Ich bin da völlig unbedarft, da ich die alte Strecke ja nicht kenne und freue mich auf das, was vor mir liegt. Die Landschaft hier ist herrlich und wenn die Runde schön ist, laufe ich sie auch gerne viermal – zumal die Strecke auch noch ausschließlich im Wald verläuft. Mit rund 500 Höhenmetern, die laut Ausschreibung insgesamt zu absolvieren sind, hört sich die Sache nicht allzu einfach an.

Schließlich naht der Start und wir finden uns vor dem Startbogen unterhalb der Skihütte ein. Außer den wirklich schnellen Läufern scheint sich aber keiner nach ganz vorne zu trauen und so werden wir alle aufgefordert, doch etwas enger zusammenzurücken. Zaghaft kommt das Feld dieser Aufforderung nach und schon geht es los. Rund einen Kilometer Anlauf haben wir, bis wir auf den eigentlichen Rundkurs kommen. Erst mal geht es leicht bergab, dann auf einer langen Geraden stetig bergan. Vom grasgrünen Skihang aus können wir rechts zur Skihütte schauen. Dort wird in ein paar Stunden unser Ziel liegen. Doch soweit denke ich noch gar nicht. Ich bin gespannt was uns erwartet, sortiere mich im Feld ein und versuche den Kontakt mit Kati und Jochen zu halten. Wir sind schließlich auf Höhe des Parkplatzes direkt an der Schwarzwaldhochstraße angekommen und werden nun nach links in den Wald geschickt, der nun unser Laufrevier ist. Der Hornisgrinde Marathon rühmt sich ja, der waldreichste zumindest in Deutschlands zu sein. Auf breiten, gut zu laufenden Forstwegen geht es nun immer leicht ansteigend voran. Das Feld zieht sich zügig auseinander, so dass Kati, Jochen und ich bequem nebeneinander herlaufen und ratschen können.

 
 
Wir kennen alle drei die neue Strecke nicht und gehen sie daher erst mal sehr gemütlich an. Dennoch können wir den einen oder anderen Läufer hinter uns halten. Nach etwa drei Kilometern werden wir nach links auf eine kurze Pendelstrecke geschickt. Sie dürfte nicht einmal hundert Meter lang gewesen sein und ist bei jeder Runde zu durchlaufen. Nur so kommen am Ende tatsächlich genau 42,195 Kilometer zusammen. Wir taufen sie schon mal „Blinddarmfortsatz“. Irgendwie kommen uns die zusätzlichen Meter überflüssig vor. Aber Spaß mit den entgegenkommenden Läufern haben wir trotzdem. Der Forstweg führt weiter leicht bergan. Man sieht die Steigung kaum, aber man spürt sie schon in der ersten Runde. Ich hoffe, dass mir das nicht noch irgendwann zu schaffen machen wird. Ich war ja in den vergangenen Wochen etwas angeschlagen und bin mir meiner Form nicht wirklich sicher.

Wir traben weiter nebeneinander her und Kati hält immer mal Ausschau nach einem geeigneten Versteck für ihre Tafel „Ritter Sport Olympia“, die sie seit dem Start mit sich trägt und irgendwo im Wald deponieren will. Runde für Runde wollen wir uns dann ein Stückchen davon gönnen. Kurz nach Kilometer 6 ist ein geeigneter Baumstamm gefunden.

Weiter geht es und schon bald ist die erste Verpflegungsstation erreicht. Eigentlich ist es schon die zweite, denn die erste ist bereits nach einem Kilometer, also am Beginn der jeweiligen Runde. Die Getränkeauswahl ist hervorragend. Wasser, Iso, Cola und Tee werden angeboten. Zudem gibt es Obst und Brot. Wir stärkten uns kurz und weiter geht‘s. Jetzt kommt der einzig wirklich nennenswerte Anstieg. Wir haben den Parkplatz Untersmatt, ein beliebter Bikertreff und Ausgangspunkt vieler schöner Wanderstrecken, erreicht.

Die folgenden Kilometer der ersten Runde verlaufen immer parallel zur Schwarzwaldhochstraße mit herrlichen Ausblicken über die dunklen Wälder in die Rheinebene und zu den Vogesen. Ein echtes Highlight. Von hier aus ist auch die Hornisgrinde mit dem Sendeturm des SWR zu sehen.

Rund zwei Kilometer vor dem Ende der Runde geht es merklich abwärts. Endlich können wir es mal so richtig laufen lassen und sind schnell wieder am Parkplatz Hundseck angekommen. Die erste Runde ist beendet. Nach links geht es ins Ziel. Wir haben aber noch drei Runden vor uns und wissen, was jetzt, was kommt. Und darauf freuen wir uns.

Die zweite Runde ist auch schnell abgearbeitet. Kaum sind wir auf der dritten Runde, als sich von hinten ein Läufer mit wahnsinnig schnellen Schritten nähert. Es ist Marcel Krieghoff aus Erfurt, der Sieger des Rennsteig-Marathons 2017. Er gewinnt auch hier in einer Super-Zeit (2:37:21), obwohl es für ihn nur ein Vorbereitungslauf zur Berglauf-Weltmeisterschaft ist. Als er an uns vorbeirennt, applaudieren wir und er hat tatsächlich noch die Luft, sich hierfür zu bedanken. Wir lassen ihn ziehen und freuen uns auf die Rast an Katis „Schokoladen-Baum“. Aber wo ist der Baum mit der „Ritter-Sport-Olympia“? Dort, wo wir glauben, finden wir die Süßigkeit nicht. Da bleibt uns nur die „Jedermann-Verpflegung“ an offizieller Stelle. Aber in der nächsten Runde würden wir sie uns holen!

So ist es dann auch. Allerdings hat jetzt keiner mehr Appetit darauf. Nutznießer ist Charly, der uns wandernd entgegenkommt. Auf der letzten Runde werden die moderaten und langen Anstiege steiler und länger. Trotzdem ist sie da, die Lust am Laufen. Wir kommen auch gut voran und irgendwie ist fast schade, dass er zu Ende geht, der Hornisgrinde-Marathon. Ich fühle mich einfach nur gut und laufe Kati und Jochen etwas voraus. Auf dem letzten Kilometer hat man wieder den tollen Blick auf das Zielgelände mit der Skihütte. Von dort hört man den Sprecher und den Applaus – ein ganz spezieller letzter Kilometer. Schade, dass es keine Medaille gibt. Ich hätte gerne eine als Erinnerung gehabt.

Während mit Kati, Manfred und Uli noch ein paar Altersklassensieger geehrt werden, tausche ich in der Sonne sitzend noch ein paar Erfahrungen des heutigen Hornisgrinde Marathons mit meinen Lauffreunden aus. Allen hat es gefallen, jeder ist von der Strecke und der Organisation begeistert und ich kann mich dem nur anschließen. Ich habe die Strecke genossen, die Verpflegung war prima und die Stimmung unter den Läufern super.
   
 
Greppi

5:20:09


 
 
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