14.1.2017 Winterwanderung Haspelmoor  
Autor: Andreas Greppmeir    
     
 
ber17
 

Winterwanderung
Haspelmoor
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Bavarian Challenge 100


 

Im vergangenen Jahr wurde ich auf die Internationale Winterwanderung der Naturwanderfreunde Haspelmoor aufmerksam gemacht. Bernie, Charly und ich waren vom Marathon, den wir natürlich laufend bewältigten begeistert und so stand auch für heuer unsere Teilnahme wieder fest. Allerdings wird der Marathon nur alle zwei Jahre angeboten, so dass wir heuer am Halbmarathon teilnehmen wollten. Charly ist nach einer Grippe noch nicht richtig fit, so dass ich mich am Samstag mit Bernie auf den Weg nach Hattenhofen machte. Gestartet werden kann zwischen acht und zwölf Uhr und so waren wir gegen elf Uhr startbereit. Eine Starterkarte haben wir für läppische zwei Euro erstanden. Dafür gibt es an den Kontrollstellen warmen Tee. Was will man mehr.

Aufgrund der winterlichen Temperaturen hatten wir uns warm eingepackt und trabten gemeinsam an der Turnhalle in Hattenhofen los. Die Ortschaft selbst hatten wir schon nach wenigen hundert Metern verlassen und auf einem Feldweg ging es in Richtung Wald und Haspelmoor. Der Wind pfiff eisig und so dauerte es eine Zeitlang bis es uns warm wurde. Auf dem Feldweg erkannten wir auch gleich die Tücken der eisigen Temperaturen. Es war glatt und trotz unserer Trailschuhe kamen wir hier und da ins Rutschen. Schon bald hatten wir das Haspelmoor selbst erreicht, das aufgrund seiner bizarren Landschaft begeistert. In eine dünne Schneedecke gehüllt war es in diesem Jahr gleich noch ein Stück schöner und wir legten einen ersten Fotostopp ein.

Kurz darauf erreichten wir die Ortschaft Haspelmoor, die wir gleich durchlaufen hatten. Durch die Bahnunterführung wechselten wir nun auf die andere Seite der Bahnlinie Augsburg-München. Es ging wieder raus in die Natur und nach etwa fünf gelaufenen Kilometern erreichten wir die erste Kontrollstelle. Wir sammelten den ersten Stempel auf unserer Starterkarte ein und dafür gab`s einen Becher warmen Tee. Nun teilte sich auch die Strecke und die meisten Wanderer bogen auf die 10-Kilometer-Strecke ab, während Bernie und ich geradeaus auf der Halbmarathonstrecke weiterliefen.

Teilweise erkannten wir Streckenabschnitte aus dem Marathon des Vorjahrs wieder, manchmal waren sie aber völlig neu und wir verloren auch hier und da die Orientierung. Aber die Strecke war stets gut ausgeschildert, so dass wir zu keiner Zeit Gefahr liefen uns zu verlaufen. Wir durchliefen Nassenhausen und waren sehr gespannt auf den weiteren Streckenverlauf. Am Ende von Nassenhausen bogen wir links auf einen Feldweg ein und ein Hinweisschild erklärte uns nun, dass wir uns auf dem „Nuntius-Weg“ befinden. Den Weg zierten am Wegesrand Gedenksteine und -tafeln, die uns schließlich auch darüber Aufschluss gaben, was es mit dem Nuntius-Weg auf sich hat. Am 29. April 1925 war Nuntius Pacelli, der spätere Papst Pius XII bei der Gruftbeisetzung des Prälat Martin Hartl in Nassenhausen. Er pflegte eine lange Freundschaft mit den Erbauern der Nassenhausener Kirche.

Weiter ging es über Feldwege und Wiesen, so dass nun definitiv keine Orientierung mehr möglich war. Bernie und ich hatten oft mit dem eisigen Untergrund zu kämpfen und so mancher Sturz konnte nur knapp vermieden werden. Auf eine Verpflegungsstation freuten wir uns schon ganz besonders. Und zwar auf das „Wohnzimmer“. Peter Eckstein sitzt wie schon im vergangenen Jahr mit ein paar Kumpels im Wohnzimmer und unterbrechen ihre Schafkopf-Runde gerne, um uns den nächsten Stempel auf die Starterkarte zu drücken. „Wollt`s an Kaffee oder vielleicht a Buttabrezen?“, frägt Peter, doch wir lehnen ab und vertrösten ihn auf den Marathon im kommenden Jahr. Da haben wir vielleicht wieder Verwendung für seine Verpflegung, aber heute wollen wir gleich wieder weiter.

Weiter geht`s auf unserer eisigen Tour in Richtung Mammendorf, das wir auch bald erreichen. Dort erreichen wir die letzte Kontrollstelle. Die „bundesweit beste Verpflegungsstelle“ wie ich seit dem vergangenen Jahr weis. Auch heute gibt es hier wieder warmen Tee, Weißwürste, Wienerle und Leberkäs. Bernie und ich greifen uns wieder einen Becher warmen Tee und lassen uns kurz auf einer Bank in der beheizten Garage nieder. Wie schon im vergangenen Jahr streifen unsere Blicke über die riesige Sammlung von Finisher-Aufnähern, die liebevoll ausgestellt sind. Doch wir sind hier um zu laufen und deshalb geht`s zügig weiter.

Nun geht es entlang der Bahnlinie auf dem direkten Weg zurück nach Hattenhofen. Doch die letzten vier Kilometer werden für Bernie und mich wahrlich kein Zuckerschlecken. Der eisige Wind hat noch ein paar Stundenkilometer draufgelegt und zudem geht es stetig leicht bergan, so dass wir beide zu kämpfen haben. Doch wir halten unseren Schnitt und kommen wirklich gut voran, die Gespräche sind inzwischen allerdings verebbt. Wir brauchen unsere Luft zum Laufen und so erreichen wir schließlich auch wieder Hattenhofen. Von der Ortsmitte geht`s nun nur noch bergab bis zur Sporthalle, wo wir das Ziel erreicht haben. In der Turnhalle holen wir unseren letzten Stempel auf der Starterkarte und diese verschwindet gleich darauf in einer Pappschachtel zu den anderen Starterkarten. In der Turnhalle ist aufgetischt und wir überlegten noch kurz, ob wir uns eine kleine Brotzeit genehmigen wollen. Da wir nun aber doch etwas durchgefroren waren, entschieden wir uns doch für den direkten Heimweg.

Ich spielte noch lange mit dem Gedanken am Sonntag den Halbmarathon nochmal zu laufen und war mir auch bis in der Früh nicht sicher. Allerdings hatte es über Nacht ordentlich geschneit. Da ich die Strecke mit ihren Unebenheiten und eisglatten Stellen kannte, war mir ein weiterer Lauf zu riskant und somit freue ich mich jetzt schon auf die 42. Internationale Winterwanderung im nächsten Jahr. Da gibt es nämlich wieder einen Marathon und da will ich mir meinen zweiten Finisher-Aufnäher holen.

 
 
Greppi
Bernie
2:24
2:24

 
 
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