13.8.2017 Allgäu Panorama Marathon  
Autor: Bernie Manhard  
       
 
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Als Urlaubsziel wird das Allgäu immer beliebter, nirgendwo sonst in Bayern – mal abgesehen von der Landeshauptstadt München – gibt es größere Besucherzahlen. Im gesamten Allgäu liegt das Plus auch heuer schon wieder bei 8 %. Ähnlich verhält es sich beim Allgäu Panorama Marathon. 2007 war Premiere mit etwa 300 Läufer/innen. 2012 wurde erstmalig die 1000er Marke geknackt. Heuer gibt es wieder einen neuen Teilnehmer-Rekord, über 1200 Läufer und Läuferinnen wollen dabei sein. Das ist wirklich eine beeindruckende Entwicklung. Die Leser von Marathon4you.de haben den APM im Übrigen auch zum beliebtesten Marathon in Bayern gewählt. Die Gründe hierfür sind einfach, man braucht sich nur umzuschauen und man sieht warum die Leute ins Allgäu strömen: Es ist einfach schön hier. Dazu eine tolle Strecke, die für alle Leistungsklassen gut realisierbar ist und die perfekte Organisation von Axel Reusch, Christian Feger und dem Skiclub Sonthofen.

Mit Greppi, Charly, Jan und mir ist Team TOMJ heuer wieder zu viert am Start. Müssten wir irgendeinen Marathon als unser Heimspiel bezeichnen – nachdem es ja unseren Augsburger Friedensmarathon nicht mehr gibt – würden wir sicher den APM in Deutschlands südlichster Stadt Sonthofen so bezeichnen. Wenn in Bayern Föhnlage herrscht, stehen die Allgäuer Berge eh manchmal direkt am Augsburger Stadtrand. Die kurze Anfahrt von etwa eineinhalb Stunden trägt sicherlich auch mit dazu bei. Jan ist zum vierten Mal hier, Charly zum fünften, ich zum sechsten und Greppi gar schon zum 8. Mal am Start, wodurch er es heuer sogar im Veranstaltungs-Magazin in die Liste der treuesten Teilnehmer geschafft hat.

Neben Marathon gibt es natürlich noch ein paar weitere Läufe, da wären ganz neu ein 5-Kilometerlauf am Samstag, Halbmarathon, Marathon und die Königsstrecke, der knapp 70 km lange Ultra mit 3300 Höhenmetern am Sonntag. Mittlerweile nennt er sich nicht mehr Ultra Trail, das „T“ beim „APUT“ ist gestrichen worden. Ich vermute mal ganz stark, dass hier auch die Polettis aus Chamonix dahinterstecken. Sie haben sich die Namensrechte am Begriff „Ultra Trail“ schützen lassen. Jeder der nicht nach ihrer Pfeife tanzt und nicht die Bezeichnung in seiner Veranstaltung streicht, darf keine Quali-Punkte mehr für den UTMB vergeben. Ein Kriterium das sicher den ein oder anderen Punktesammler mehr einbringt.

Ganz ungewohnt werden wir in aller Früh in Sonthofen empfangen. Das „normale“ APM-Wetter bedeutet meist mindestens 30 Grad und strahlend blauen Himmel. Heute strahlt uns ein wunderschöner Regenbogen auf dem Parkplatz vor dem Wonnemar an. Aber die Vorhersage ist hervorragend: Viele Wolken, aber ohne Regen und gnädige Temperaturen bis 24 Grad sind prophezeit.

Vor dem Allgäu-Outlet ist der Startplatz, hier trifft man sich, man kennt sich. Die Liste der Bekannten und Begrüßungen ist wieder lang, das ist auch das Schöne an Läufen in der Heimat und am Marathon sammeln. Bei angenehmen Lauftemperaturen unter noch bewölkten Himmel geht es Punkt 8 Uhr los. Vor lauter ratschen, werden wir direkt vom Start überrascht. Charly zieht gleich streng an, muss auf den Flachpassagen Boden gut machen. Für Greppi und mich wird es heute etwas ruhiger, wir sind nicht als offizielle M4Y-Reporter eingeteilt, das darf heute APM-Novize Wolfgang übernehmen. So brauchen wir uns nicht um eine angemessene Fotoausbeute zu kümmern. Macht schon einiges aus, man läuft viel gleichmäßiger und flüssiger.

Nach zwei Kilometern Einlaufen beginnt der Aufstieg, bis zum höchsten Punkt unserer Strecke auf dem Weiherkopf (1665 m), sind auf ca. 10 Kilometern 700 Höhenmeter zu bewältigen. Charly ist beim Anstieg, trotz seiner Stöcke, schnell wieder gestellt. Aber Janosch ist gut drauf, drückt bergauf mächtig auf die Tube, bald kann ich nur mehr in der Ferne entschwinden sehen. Ich versuche lieber gleichmäßig mein Ziel zu erreichen, mein Trainingsstand ist eher bescheiden, so wenig wie heuer bin ich in den letzten 15 Jahren nicht gelaufen. Leider ist meine Achillessehne nicht in dem Zustand, den ich eigentlich nach 11 Monaten Schonung hoffte zu erreichen. Aber bisher liefen alle Läufe, trotz fehlendem Training ungewohnt positiv ab. Wie pflegt Joe immer so schön zu sagen: Training wird überbewertet.

Meinen Lieblingsabschnitt beginnt bei km 9, unter dem Sigiswanger Horn schlängelt sich ein wunderschöner Trail an einem Hang durch den Wald. Die Hörnertour ist auch ein bevorzugtes Wandergebiet von Margot, sie hat uns mit auf den Weg gegeben: „Macht mir da jaaa nix kaputt“. Wir passen natürlich auf, aber es ist stellenweise ziemlich schlammig hier oben. Eigentlich hatte ich ja vor, heute mit Straßenschuhen ohne nennenswertes Profil zu laufen, da doch der überwiegende Teil der Marathonstrecke über Schotterwege und auch Teerstraßen führt. Glücklicherweise habe ich mich nach den tagelangen Regenfällen im Vorfeld, doch für meine grobprofiligen Schlammbeisser entschieden. Die sind hier in ihrem Element. Nachdem ich jetzt drei Jahre nicht mehr beim APM am Start war, kann ich auch ein paar neu ausgebaute Streckenabschnitte ausmachen, die in früheren Jahren bei Nässe immer sehr kritisch waren.

Super am Berg ist heute auch Greppi, er kann hier auf dem Trailabschnitt wieder aufschließen. Was so ein Zeitungsartikel, in dem er als Bergläufer tituliert wurde doch ausmacht. Am Weiherkopf sehen wir auch Charly wieder knapp hinter uns auftauchen, wir warten auf ihn und machen noch ein gemeinsames Gipfelfoto.

 
 
Dann geht’s wieder runter vom Gipfel. Den Downhill vom Weiherkopf bis zur Hörnerbahn hab ich noch äußerst unangenehm in Erinnerung, heute kommt er mir aber eher easy vor, das machen wohl die langen und schwierigen Abschnitte aus den letzten Skymarathons aus, wo Jan und ich mindestens das zehnfache an Gefällabschnitten am Stück bewältigen mussten.

Nach weiteren 200 Höhenmetern auf 2,5 km Strecke überqueren wir einen Übergang am Riedberger Horn. Die längsten Trailabschnitte sind hier leider auch schon erledigt. Bis zum Cut-Off in Grasgehren dürfen wir noch 1,5 Kilometer bergab bolzen. Nach 3:15 sollte man hier durch sein, das ist prinzipiell gut machbar, Greppi, Charly und ich haben fast 40 Minuten Luft, so können wir uns hier dem Angenehmen widmen. Der Verpflegungsposten in Grasgehren ist der beste auf der ganzen Marathonstrecke. Die wunderbare Kuchenauswahl sollte man sich nicht entgehen lassen.

Interessant wird es zwei Kilometer weiter, wir dürfen eine Lücke durch eine Herde Rindviecher schlagen. Da wird vielleicht bei manch einem das Herz etwas höherschlagen. Aber sie sind absolut friedlich und machen keinen Zucker. Ich kann mich noch gut erinnern, vor vier Jahren bei meinem letzten Ultra-Einsatz, sind sie auf demselben Abschnitt sogar einige hundert Meter mit uns mitgelaufen.

Nach 22 km erfolgt die Streckentrennung von den Ultras, für uns bedeutet das viiieel Asphalt. Anfangs noch ganz leicht steigend über knapp 2 Kilometer, dann geht es aber auf dem Alpweg toujours bergab ins Lochbachtal. Meine Sohlen brennen nach einiger Zeit, da wird mir wieder so richtig bewusst, warum ich diesen Streckenuntergrund so unangenehm finde und zu Hause versuche, wo immer es geht ihn zu vermeiden. Unterwegs treffe ich noch auf Johannes, vor fünf Wochen beim Skymarathon in den Dolomiten sind wir auch viele Kilometer gemeinsam gelaufen, so gibt es etwas zu erzählen und die Kilometer zählen runter. Nach 30,4 km sind wir für’s erste einmal unten, wir haben mittlerweile blauen Himmel und nähern uns temperaturmäßig langsam den gewohnten APM-Verhältnissen. An der VP gilt es daher erstmal ausgiebig Flüssigkeit zu tanken.

Für willkommene Abwechslung sorgt ein Waldabschnitt am Schwarzenberg und der anschließende Aufstieg zum Herrenberg (924 m). Auf einer Bank am Waldrand gönne ich mir zwei Minuten Pause und genieße das traumhafte, sattgrüne Allgäuer Panorama. Sachte abwärts geht es weiter, wir streifen Obermeiselstein und an der Weiler Ach sind die letzten 300 Höhenmeter abwärts absolviert. Bis zur Iller (km 36) folgen wir dem Gebirgsbach. Von hier geht es auf direktem Wege zurück nach Sonthofen. Ich meine, dass die Strecke hier etwas verändert worden ist, wir folgen vorerst noch 1,5 km einem schönen Pfad linkseitig der Iller. Erst etwa bei km 38 überqueren wir den Fluss. Auf einer Schotterstraße geht es in der Sonne bis ins Ziel.

Im Ziel wird jeder von Axel Reusch empfangen und persönlich beglückwünscht, das macht er schon seit es den APM gibt. Mit 5:44 h kann ich auf dieser Strecke meine persönliche Bestzeit um 4 Minuten unterbieten, trotz meiner wenigen Trainingskilometer. Eine Erklärung habe ich hierfür nicht. Eine tolle 5:18 kann heute Jan erzielen, damit fehlen ihm nur ein paar Minuten auf’s Stockerl. Seine zuletzt wiederholten Trainingseinheiten in den Bergen zeigen beeindruckende Wirkung. Abschließend nehmen wir noch ein Bad im Wonnemar. Unser Heimspiel hat sich wieder von seiner besten Seite gezeigt, da kommen wir doch gerne wieder.
   
 
Jan
Charly
Bernie
Greppi

5:18:22
5:37:36
5:44:54
6:01:17


 
 
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