22.4.2017 Dreiburgenland Marathon  
Autor: Andreas Greppmeir    
     
     
   
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Bereits im Jahr 2005 pries Klaus Duwe den Dreiburgenland Marathon im niederbayerischen Thurmansbang als Geheimtipp an. Ich war vor vier Jahren das erste Mal mit dabei und habe mich sofort in diesen tollen Landschaftslauf verliebt.

Mit meinen Berichten in den vergangenen Jahren hoffte ich, dem Lauf wieder etwas Aufschwung zu geben, da die Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren etwas nachließen. Beim Marathon mal wieder einhundert Teilnehmer am Start zu haben, das war der Traum von Veranstalter Ludwig Schürger, wie er mir damals zu verstehen gab. Und tatsächlich gingen die Teilnehmerzahlen in den folgenden Jahren auch wieder nach oben. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch das traumhafte Frühlingswetter, das bei meinen drei Teilnahmen in den letzten drei Jahren, herrschte.

Doch heuer verhießen die Wettervorhersagen nichts Gutes. Temperaturen unter 10 Grad, dazu Regen und ein kalter Wind. Doch davon wollte ich mich nicht abbringen lassen, mich wieder auf den Weg nach Thurmansbang zu machen. Bernie, Charly und Janosch waren mit an Bord. Für Charly würde es eine Premiere beim Dreiburgenland Marathon werden. Bernie und Janosch waren schon zwei Mal mit dabei. So reisten wir vier schon am Freitagnachmittag an, denn in Ludwigs Wellnesshotel kann man direkt am Start des Marathons gut und günstig übernachten. Im Hotel angekommen wurden wir durch Ludwig und seine Angestellten freudig begrüßt. Man kennt sich aus den vergangenen Jahren.
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Die Nachmeldungen wurden gleich erledigt und Ludwig lud uns zur Nudelparty ein, die bereits voll im Gange war. Ich lehnte dankend ab, kenne ich doch Ludwigs Speisekarte und die ist vom Allerfeinsten. So ließen wir den Abend gemeinsam bei einem leckeren Abendessen ausklingen und verzogen uns anschließend auf unsere Zimmer. Bei einem letzten Blick nach draußen, keimte bei mir doch wieder Hoffnung auf. Der Himmel war strahlend blau, dass es morgen regnen könnte, konnte und wollte ich mir nicht vorstellen.

Am Morgen trafen wir uns rechtzeitig zu einem ausgiebigen Frühstück, denn Ludwigs Büffet lies auch hier keine Wünsche offen. Erneut schauten wir aus dem Fenster. Vom blauen Himmel war nichts mehr zu sehen, graue Wolken zogen über die Berge des Bayerischen Walds, aber es war trocken. Es wird keinen Regen geben, versprach uns Ludwig, zumindest nicht bis ihr im Ziel seid. Dennoch drehte sich unser Gespräch beim Frühstück ausschließlich um die Wahl der passenden Laufklamotten. Ein langes Oberteil war angesichts des kalten Windes klar. Meine Regenjacke band ich mir mal sicherheitshalber um die Hüften. Doch scheinbar schienen sich einige Teilnehmer von den unklaren Wetteraussichten von einer Teilnahme abhalten. Am Ende waren es 28 Teilnehmer beim Fünfkilometerlauf, 59 beim Zwölfkilometerlauf, 77 beim Halbmarathon und 46 beim Marathon, wovon neun Läuferinnen waren. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start um 10 Uhr begaben wir uns nach draußen. Die Wege sind hier kurz. Start und Ziel befinden sich direkt vor dem Hotel.

Ich begrüßte hier und da noch ein paar Helfer, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte und auch der ein oder andere Teilnehmer war mir bekannt. Eine besondere Begegnung hatte ich dann auch noch, die ich gerne loswerden würde und die mich besonders gefreut hat. Etwa zehn Minuten vor dem Start sprach mich eine junge Dame an und fragte mich, ob ich denn der Andreas sei, was ich natürlich bejahte. Dann erklärte sie mir, dass sie die Andrea sei und ebenfalls Greppmeir heißen würde. Sie hat mich in der Starterliste entdeckt und wollte mich unbedingt kennenlernen. Dazu sollte man wissen, dass der Name Greppmeir in dieser Schreibweise, äußerst selten ist. Nicht einmal fünfzig Telefonbucheinträge in ganz Deutschland sind verzeichnet und der überwiegende Teil stammt aus meinem Landkreis. Unbestätigten Erzählungen zufolge hatte der Standesbeamte bei der Hochzeit einer meiner Vorfahren, das letzte „E“ von Greppmeier auf der Heiratsurkunde vergessen und da das Sigel halt schon mal auf der Urkunde war, hieß er von da an Greppmeir ohne das letzte „E“. Daher dürfte Andrea auch ein Nachkomme von ihm sein und in gewisser Weise äußerst weitläufig mit mir verwandt sein. Nach einem gemeinsamen Foto musste ich mich nun aber in Richtung Start begeben. Andrea war leider nur für den Halbmarathon gemeldet und erst eine Stunde nach mir dran.

Dann ist es endlich soweit. Der Start zum Marathon steht an. Das kleine Grüppchen von Marathonläufern versammelt sich hinter der Startlinie und unter dem roten Startbogen, der die Straße überspannt. Nur ich gönne mir nach Rücksprache mit Ludwig wieder rund zweihundert Meter Vorsprung, möchte ich doch zumindest beim Start ein paar Läufer von vorne vor die Kamera bekommen. Die sind auch zügig an mir vorbei und ich fädle mich relativ weit hinten im Feld ein. Wir durchlaufen Thurmansbang, über dessen Geschichte ich ja keine Worte mehr verlieren muss. Das ist in vorangegangen Berichten von Bernie und mir schon ausreichend geschehen. Jedoch geht es von Beginn an schon leicht bergauf und wir verlassen so Thurmansbang nach wenigen hundert Metern.

Ich freue mich jetzt schon riesig, denn der vielleicht schönste Teil des Dreiburgenland Marathons liegt nun vor uns. Ein langer Anstieg ist nun zu bewältigen, aber wir tauchen gleich darauf in den Wald ein und können die herrliche Luft hier genießen. Nach anderthalb Kilometern haben wir auch schon den höchsten Punkt des Rundkurses erreicht, den wir übrigens zweimal durchlaufen werden. Bis zur ersten Verpflegungsstelle etwa bei Kilometer 5 geht es nun nur noch bergab. Der Wald ist einfach schön. Das muss man erlebt haben. Es handelt sich um einen Mischwald und das Dunkelgrün der Nadelbäume wird durchmischt von den hellgrünen Blättern der Laufbäume. Dazwischen ragen immer wieder moosbewachsene Felsen aus dem Boden. Alle lassen es hier gleich zu Beginn richtig laufen. Ich muss nur ab und zu für ein Foto anhalten und finde mich daher relativ schnell zusammen mit Bernie am Ende des Feldes wieder. Das kenne ich ja schon aus den vorangegangenen Teilnahmen und lasse mich nicht nervös machen. Auf der zweiten Runde, werde ich schon noch ein oder zwei Läufer überholen können, um nicht Letzter zu werden.

Die Zeit auf diesem Streckenabschnitt verfliegt förmlich und ehe ich mich versehe, bin ich beim ersten Verpflegungspunkt angekommen. Ich wechsle ein paar Worte mit den netten Helfern und mache mich wieder auf den Weg. Nun liegt die „Prager Schikane“ vor mir, dessen Bedeutung ich ja im letzten Bericht erklärt habe. Es ist eine rund 300 Meter lange Trailpassage, die noch einmal steil bergab führt. Ich konzentriere mich, um nicht aus dem Tritt zu kommen und lasse sie erfolgreich hinter mir. Ein paar Meter weiter verlassen wir den Wald und finden uns auf einem Feldweg zwischen saftig grünen Wiesen wieder. Besonders schön ist hier die Gerade, die auf das nächste Waldstück zuläuft. Blühende Bäume am Streckenrand vermitteln einem hier das Gefühl auf einer Allee zu laufen, auch wenn die Bäume heuer mit ihrem Blütenstand noch etwas hinterherhinken.

Das kleine Waldstück erreicht, gilt es nun wieder einen kurzen, aber giftigen Anstieg zu bewältigen. Im Wald selbst geht es munter bergauf und bergab, denn so richtig eben ist es beim Dreiburgenland Marathon eigentlich nie. Wir haben nun Altfaltern erreicht, das wir kurz durchlaufen. Es ist eine kleine Ortschaft, deren Einwohner uns Läufern keinerlei Aufmerksamkeit schenken, schließlich ist Samstag und da wird auf den Höfen gearbeitet. Am Ende von Altfaltern liegt ein kleines Industriegebiet, das ebenfalls zu durchlaufen gilt. Ein gigantischer Schrottplatz beeindruckt mich jedes Jahr aufs Neue. Tausende Fahrzeuge warten hier auf was auch immer. Verändert hat sich hier jedenfalls in den vergangenen vier Jahren nichts, lediglich die Moosschicht auf dem ein oder anderen Fahrzeug hat sich vielleicht etwas vergrößert.

 
 
Andreas und Andrea Greppmeir
Nach dem Industriegebiet biegen wir nach links auf eine Kreisstraße ab. Hier wird am linken Straßenrand gelaufen, da die Straße nicht für den Verkehr gesperrt ist. Dies ist allerdings kein Problem, da sehr wenig Verkehr herrscht. Zudem werden die Autofahrer mit Hinweisschildern auf uns Läufer aufmerksam gemacht. Die wenigen Fahrzeuge, die mir entgegenkommen, fahren ausnahmslos langsam und mit einem ordentlichen Seitenabstand an mir vorbei. Die Strecke, die nun vor mir liegt, ist insbesondere auf der zweiten Runde äußerst kräftezehrend. Bis zum Erreichen des Museumsdorfs Bayerischer Wald führt die Strecke ständig bergan bzw. bergab und so muss man sich seine Kräfte nun schon einteilen. Wir durchlaufen auf diesem Weg die kleinen Ortschaften Schadham, Kollnberg, Thurmannsdorf und Loderhof. In Kollnberg muss ich allerdings kurz die Straßenseite wechseln. Ich will mir die dortige Verpflegungsstation und Kontrollstelle natürlich nicht entgehen lassen.

Danach überwinde ich noch ein paar Hügel und dann liegt das Musemsdorf vor mir. In den vergangenen Jahren, hatte es um diese Jahreszeit noch immer für Besucher geschlossen, doch heuer schien bereits geöffnet zu sein. Daher entschloss ich mich für einen kurzen Abstecher. Ich winkte der Dame an der Kasse kurz zu und lief geradewegs ins Museumsdorf. Allerdings ist das Areal mit einer Größe von 20 Hektar etwas zu groß, als dass ich mir alles hätte anschauen können. Daher schoss ich nur schnell ein paar Fotos und lief zurück auf die Marathonstrecke. Die Dame an der Kasse winkte mir noch kurz nach und schien über meinen Blitzbesuch gar nicht verwundert gewesen zu sein.

Gleich nach dem Museumsdorf unterquere ich kurz eine Straße und finde mich auf der anderen Seite vor dem Dreiburgenland-See wieder. Auf einem Sandweg wird dieser nun umrundet. Darauf freue ich mich ganz besonders. Nicht nur, dass der See wunderschön gelegen ist, nein, endlich kann ich mal wieder ein paar hundert Meter auf ebener Strecke zurücklegen und die nächste Verpflegungsstelle wartet hier ebenfalls. Ich stärke mich noch schnell für die restliche Umrundung des Sees und lasse den Dreiburgenland-See hinter mir. Nun geht es auf einem Feldweg parallel zu einer Landstraße zurück in Richtung Thurmansbang. Etliche An- und Abstiege kosten wieder etwas Kraft, doch schon bald liegt die Bründl-Kapelle vor mir. Hier gibt es die letzte Stärkung vor dem Ende der ersten Runde. Nach einem weiteren längeren Anstieg geht es nun endgültig zurück nach Thurmansbang. Auf einem Feldweg, der stets am Waldrand entlangführt, kann man sich nochmal gut erholen, da auch dieser keine nennenswerten Steigungen mehr aufweist. An dessen Ende durchquere ich nochmals eine Unterführung und schon ist Thurmansbang erreicht. Das ist auch gleich wieder durchlaufen und das Start und Zielgelände liegt vor mir.

Rechts geht es nun in den Zielbereich und links führt der Weg auf die zweite Runde. Ein Helfer, den ich auch schon aus den vergangenen Jahren kenne, erkennt mich und weist mir den Weg nach links, nicht ohne grinsend anzumerken: „Außer Du wuist aufhörn, dann laffst rechts!“ – „Spinnst Du!!“, gab ich ihm lachend zur Antwort und schon ging`s auf in die zweiter Runde. Ludwig hatte mich nun auch bemerkt und wünschte mir für die zweite Runde alles Gute. Kurz nach der Streckenteilung gab es noch eine Verpflegungsstation, an der man sich auch mit einem Gel stärken konnte.

Für die zweite Runde steckte ich die Kamera weg, denn nun galt es noch einen oder zwei Plätze gut zu machen. Hinter mir wusste ich nur noch Bernie und einen weiteren Teilnehmer. Da Bernie schon im Vorfeld ankündigte, aufgrund seiner Wadenprobleme möglicherweise nur eine Runde zu laufen, wollte ich auf Nummer Sicher gehen, denn Letzter war ich trotz der wenigen Teilnehmer in Thurmansbang noch nie und das sollte auch so bleiben. So laufe ich also weiter durch den Ort und da fällt mir wieder der hiesige Friseursalon auf. Er trägt den lustigen Namen „MarHaarton“ und er schien geöffnet zu haben. Ich konnte es mir nicht verkneifen und lief einfach hinein. Die etwas überraschte Friseurin sah mich verwundert an und als ich sie fragte, ob sie in etwa zweieinhalb Stunden einen Termin frei hätte, erteilte sie mir leider eine Absage. Da sei bereits wieder geschlossen. Na, dann halt nicht.

So machte ich mich wieder auf die Jagd wider der „roten Laterne“ und nahm die zweite Runde unter die Füße. Seltsamerweise bekam ich bis zum Erreichen der ersten Verpflegungsstation keinen Mitläufer mehr zu Gesicht. Weder vor, noch hinter mir war irgendjemand zu sehen. Daher fragte ich doch einfach mal nach. „So vier oder fünf sollten schon noch kommen“, erklärte man mir und die Antwort beruhigte mich. Tatsächlich sah ich bis zum Eintreffen im Ziel keinen Mitläufer mehr, obwohl die Strecke oft eine Aussicht über mehrere hundert Meter auf die Strecke zulässt. Jedenfalls kam ich ganz gut durch und vermied auch weitere Umwege. Bei meinem Zieleinlauf wartete bereits Bernie auf mich. Er hatte nach der ersten Runde aufgehört, war jedoch mit sich und seiner Wade sichtbar zufrieden. Charly und Janosch waren bereits beim Duschen auf ihren Zimmern. Sie wollte nicht warten, da es inzwischen doch leicht zu regnen begonnen hatte und es durch den Wind auch kalt geworden war. Nachdem ich mich von allen Bekannten, insbesondere von Ludwig verabschiedet und für die tolle Veranstaltung bedankt hatte, machten wir uns gemeinsam auf dem Nachhauseweg.

Im Auto ließen wir den Marathon natürlich alle Revue passieren und wir waren wieder begeistert. Auch Dreiburgenland-Novize Charly war von diesem tollen Landschaftslauf und der schönen Strecke angetan. Ich kann und möchte den Dreiburgenland-Marathon hier auch nochmal einmal ausdrücklich empfehlen. Natürlich ist es für viele Läufer aufgrund der geographischen Lage von Thurmansbang eine weitere Anreise als zu manch anderem Lauf, aber dafür erwartet einen ein wirklich wunderschöner Naturlauf in einer herrlichen Gegend. Zudem stimmt hier das Preisleistungsverhältnis. Eine Übernachtung im Einzelzimmer und das Startgeld sind hier zusammengerechnet günstiger als das Startgeld für so manchen Stadtmarathon alleine. Und Ludwigs Küche ist ja schließlich auch nicht zu verachten!
 
   
 
Charly
Jan
Greppi
Bernie

4:30:30
4:47:22
5:07:27
DNF


 
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