28.1.2017 Gundelsdorfer Winterlauf  
Autor: Andreas Greppmeir    
     
 
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Bereits seit 27 Jahren organisiert Sepp Mörtl nun schon den Wintercrosslauf in Gundelsdorf und ich war noch nie dabei. Das ist fast eine Schande und das muss ich ändern. Heuer ist es dann endlich soweit und meinem Aufruf folgen Charly und Otto.
So sitzen wir am Samstagnachmittag in meinem Auto und machen uns auf den Weg nach Gundelsdorf. Gundelsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Pöttmes und liegt ca. 15 Kilometer nördlich von Aichach.

Die Informationen über diesen Lauf im Internet sind spärlich. Es gibt nur eine Ausschreibung, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Die Anmeldung erfolgt beim Sepp Mörtl direkt per Telefon oder per eMail. Die Startnummer erhält man im Gasthof „Zur Post“ gegen fünf Euro in bar. Die Kneipe haben wir gleich gefunden, liegt sie doch direkt an der Hauptstraße. Ein paar Mitläufer haben sich dort auch schon eingefunden. Nachdem wir unsere Startnummer erhalten haben, fahren wir zum Sportplatz von Gundelsdorf. Denn dort ist der Start. Auch den Weg dorthin finden wir ohne große Probleme, haben wir doch auf unserer Anfahrt den Wegweiser schon am Ortsanfang entdeckt.

Der Parkplatz ist noch verweist, auch sonst tut sich hier noch nichts. Nur ein einsames Auto steht uns gegenüber. Darin sitzen zwei Läufer. Wir scheinen richtig zu sein. Doch als es nur noch eine halbe Stunde bis zum Start ist, schwant uns, dass hier etwas nicht stimmt. Ich gehe mal nachfragen. Die anderen beiden Läufer geben mir zu verstehen, dass sie hier auch Neulinge sind und dachten, da nun wir schon mal da sind, wird alles passen. Doch auch sie sind nun verunsichert und wir entschließen uns zum Wirtshaus zurückzufahren und da mal nachzufragen. Charly kommt mit der Information, dass der Start nicht am Sportplatz, sondern am „alten Sportplatz“ ist zurück. O.k. Wir düsen wieder los. So groß ist Gundelsdorf nun auch nicht, als dass wir das nicht finden würden. Falsch gedacht. Wir wenden unzählige Male und fragen auch eine ältere Dame am Straßenrand, die zunächst unwissend dreinschaut und uns noch kurzer Überlegung in die nächste Seitenstraße schickt. Das ist allerdings eine Sackgasse und ziemlich eng, so dass ich erst mal ein paar hundert Meter wieder rückwärtsfahren darf.

Ein drittes Mal machen wir uns auf dem Weg zum Wirtshaus. Der Parkplatz dort ist nun rappelvoll und ich frage einen Läufer, ob er denn weiß, wo der Start ist. Der ist nur 500 Meter von hier weg, da kann man zu Fuß hingehen, erklärt er. Wir sollen ihm einfach folgen, was wir dann auch machen. Ein paar Minuten später stehen wir absolut in der Pampa. Von einem Sportplatz weit und breit nichts zu sehen. Aber eine wunderbare Winterlandschaft macht Lust auf`s Laufen. Das Läuferfeld hat sich inzwischen auch schon vollzählig eingefunden. Charly versucht den übersichtlichen Haufen mal zu zählen und kommt auf 28 Läufer, darunter immerhin drei Mädels. Alle sehen furchtbar sportlich aus, es scheint sich überwiegend um Vereinsläufer zu handeln. Unter ihnen ist auch mein marathon4you-Kollege Toni Lautner, der mich überhaupt erst auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht hat.

Ein paar Minuten vor dem offiziellen Start rollt dann auch der Sepp Mörtl mit dem Auto an und hält zusammen mit der 2. Bürgermeisterin von Pöttmes eine kurze Ansprache, bevor es endgültig losgeht. Ohne Startschuss, ohne Startbogen und dem ganzen Brimborium. Ein einfaches „Los“ vom Sepp, das muss reichen. Am Anfang geht es gleich mal bergauf und ich merke, dass es auf dem verschneiten Untergrund gar nicht so einfach ist, mit dem Feld mitzuhalten. Ich rutsche und es kostet enorm viel Kraft dabeizubleiben. Mein Puls ist schon nach wenigen hundert Metern am Anschlag und ich kann mich nur kurz erholen, als wir Gundelsdorf durchqueren. Doch gleich geht es wieder nach rechts weg auf einen Feldweg und der geht schon wieder bergan. Der Puls ist schon wieder am Anschlag. Ich glaube, das wird heute richtig anstrengend. Ich hab die beiden führenden Mädels direkt vor mir und versuche nicht abreißen zu lassen. Charly und Otto sind irgendwo hinter mir, aber ich kann mich nicht umdrehen, ich muss mich auf den Weg konzentrieren. Zu schnell rutscht man hier weg.

Vor uns liegt nun der Ebenrieder Forst und nach einem kurzen giftigen Anstieg sind wir drin. Die kommenden Kilometer, insgesamt sind es übrigens 6,8, das hab ich wohl noch nicht erwähnt, werden wir im Wald verbringen. Es geht stetig bergauf und bergab und mein Puls will sich gar nicht beruhigen. Aber es macht unglaublich Spaß. Die beiden Mädels hängen mich bergab immer etwas ab, da sind sie einfach besser unterwegs als ich. Aber an den Bergab-Passagen kann ich stets wieder aufschließen. Auf einem längeren Anstieg wage ich dann auch mal den Blick nach hinten. Da ist niemand mehr. Scheinbar haben wir auf unsere Verfolger einen ganz guten Vorsprung herausgelaufen. Aber auch vor uns ist niemand mehr zu sehen. Auch da ist der Abstand groß, so dass ich zumindest an meiner Platzierung nicht mehr arbeiten muss.

Ab Kilometer 5 kommen nun ein paar lange zähe Anstiege und ich muss mich wirklich zusammenreißen, um an den Mädels dranzubleiben. Doch einen Kilometer weiter ziehen die beide noch mal richtig an und ich kann das Tempo doch nicht mehr mitgehen. Sie laufen gut 100 Meter Vorsprung auf mich heraus und wir verlassen den Wald. Nun geht es auf einer Teerstraße noch ein paar hundert Meter weiter, bis wir den finalen Downhill erreichen. Von hier aus hat man übrigens einen tollen Blick auf das verschneite Gundelsdorf und ich lege einen ganz kurzen Fotostopp ein. Soviel Zeit muss sein.

Danach stürze ich mich den Berg hinunter in Richtung Ziel. Ein paar Kinder nutzen ihn als Schlittenberg, sind aber abseits der Laufstrecke und stören uns nicht. Kurz darauf bin ich ihm Ziel und absolut happy über diesen tollen Lauf. Ich greife mir einen Becher heißen Tee und warte noch kurz auf Charly und Otto, die schon bald nach mir einlaufen und ebenfalls ziemlich angetan wirken.

Aufgrund der kalten Temperaturen machen wir uns ziemlich zügig auf den Weg in die Wirtschaft, wo wir uns erst mal stärken. Bienenstiche und Krapfen stehen für einen geringen Obolus parat. Es folgt die Siegerehrung, mit der wir erwartungsgemäß nichts zu tun haben. Danach gibt es noch eine Tombola, bei der keiner leer ausgeht. Es gibt Fußbälle, Sporttaschen, Mützen und unzählige weitere Preise. Die 2. Bürgermeisterin zieht die Startnummern und entsprechend werden die Preise zugeteilt. Wir haben auch gut abgeräumt und machen uns dann auf den Nachhauseweg. Während der gesamten Fahrt schwärmten wir von der gelungenen kleinen Veranstaltung, die mit viel Liebe und Engagement organisiert wird. Wir sind uns sicher, der Gundelsdorfer Wintercross wird ab sofort fester Bestandteil im jährlichen Laufkalender. Vielleicht schaffen wir es ja im nächsten Jahr mit ein paar mehr Lauffreunden nach Gundelsdorf zu fahren. Den Sepp würde es sicher freuen.

 
 
 
Greppi
Charly
Otto
0:37:02
0:39:00
0:41:38

 
 
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