01.05.2021 LIWA LaufEvent Virtual Edition | Schurwald Marathon
Autor: Andreas Greppmeir
 
 
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Bernie hat ja schon ausgiebig über die LIWA-Laufevent - Virtual Edition berichtet, weshalb ich es mir spare, das alles noch einmal zu wiederholen. Aber wenn meine grünen Freunde rufen, bin ich natürlich dabei und wenn Kalle die Organisation übernimmt, bin ich mir sicher, dass alles Hand und Fuß hat. Bernie, Charly und ich sind für den Marathon angemeldet und vereinbaren den 24. April als gemeinsamen Lauftermin. Doch dann kommt es für mich doch anders als gedacht.

Silke wird positiv getestet und ich werde für zwei Wochen zur Quarantäne verdammt. Zwei Wochen darf ich keinen Schritt vor die Türe setzen und somit fällt die Teilnahme am 24. April für mich schon mal flach. Was zwei Wochen Quarantäne bedeuten, war mir zunächst nicht wirklich bewusst. Am Ende waren es für mich nicht nur zwei Wochen, sondern sogar drei, in denen ich eigentlich nur auf der Couch in meinem Musik- und Lesezimmer lag. Ich organisierte mir Bruce Springsteens Autobiographie „Born To Run“, füllte die wenigen Lücken in meiner CD-Sammlung vom Boss und damit versuchte ich über die Zeit zu kommen. Am Ende war ich nicht nur furchtbar träge, sondern auch drei Kilo leichter, da ich selbst zum Essen zu faul geworden war.

Nach diesen drei Wochen einen Marathon zu laufen, schien mir irgendwie unvorstellbar, aber mir blieb für das LIWA-Laufevent nur noch eine Möglichkeit und die wollte ich wahrnehmen. Zusammen mit der Laufpause nach dem Isar-Arena-Marathon bin ich vier Wochen nicht gelaufen und davon drei Wochen fast ausschließlich gelegen. Nicht gerade ideale Voraussetzungen, aber möglichweise bin ich ja selbst „Born To Run“ und laufe den Marathon auch ohne Training.

So mache ich mich also am frühen Samstagmorgen auf den Weg nach Lichtenwald. Rund zwei Stunden Fahrt liegen vor mir. Wahnsinn, so lange war ich für einen Marathon schon lange nicht mehr unterwegs. Wie sich doch die Zeiten ändern. Trotz meiner Zweifel bin ich voller Vorfreude. Nicht nur Andreas und Judith haben mir heute ihre Begleitung zugesichert. Auch Axel B. will mich unterstützen und das nicht nur laufend. Zudem werde ich Kalle zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder sehen. Als ich vor dem Sportgelände des TSV Lichtenwald einparke, muss ich verwundert feststellen, dass hier ziemlich viel los ist. Damit hätte ich am vorletzten Tag gar nicht mehr gerechnet. Als erstes sehe ich Thomas, der aber keine Zeit für mich hat. Dem Tempo nach ist er auf den letzten Metern des 10-Kilometer-Laufes, da hat man keine Zeit, das ist klar. Die finden wir aber ein paar Minuten später. Auch wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Andreas und Judith treffen ein, ebenso wie Axel B. Schließlich fährt auch Kalle vor und wir müssen uns einfach kurz drücken - Ich bin frisch getestet, da kann nichts passieren.

Es dauert gar nicht lange, da stehe ich mit meiner Startnummer vor der Zeitmatte und bekomme tatsächlich ein leichtes Kribbeln. Wann bin ich eigentlich das letzte Mal mit einer Startnummer gelaufen? Ich denke es war in Stuttgart. Das ist über ein Jahr her und da bin ich nicht mal ins Ziel gekommen. Das will ich heute auf alle Fälle besser machen. Nachdem alle den entsprechenden Satelliten gefunden haben, fällt der virtuelle Startschuss und wir laufen los. Das sind in diesem Fall Andreas, Judith, Axel B. und ich. Geplant ist, dass wir den Marathon gemeinsam laufen, woran ich aber so meine Zweifel habe. Egal, jetzt geht`s erst mal los.

Nach wenigen Minuten erreichen wir auch schon das Rathaus, wo unter normalen Bedingungen gestartet wird. Ein paar „Fans“ jubeln uns zu und wünschen uns viel Glück. Vorbei am Kunstwerk „Augenblick“ - für mich einfach das Ei - lassen wir es gemütlich laufen. Es ist noch eben. Dieser Luxus wird bald vorbei sein. Aber es fühlt sich gut an und das stimmt mich zuversichtlich. Der lange Downhill, der nun vor uns liegt, hat mir immer schon gefallen und wir erreichen eine ansehnliche Schrittlänge. Unten angekommen geht es durch eine Schleife und dann liegt natürlich ein langer zäher Anstieg vor uns. Bis Kilometer 16 geht es von nun an nahezu nur bergauf. Irgendwann merke ich auch, dass die Oberschenkel schwer werden. Das ständige Bergauflaufen kostet Kraft. Für Axel ist es heute gefühlt nur ein Spaziergang. Immer wieder wartet er auf mich. Doch wir kommen voran und irgendwann ist das Ende des Anstiegs erreicht.

Bis Kilometer 21 müssen wir noch durchhalten. Axel hat eine Verpflegungsstelle für uns eingerichtet und auf die freue ich mich schon. Nicht nur das Getränk in der Bügelflasche, sondern auch eine kleine Pause sehne ich nun herbei. Im Vergleich zu den vergangenen Läufen bin ich nicht mehr ganz so frisch und es könnte nun gerne auch vorbei sein. Frisch gestärkt machen wir uns dann aber doch wieder auf die Socken. Es läuft zunächst noch ganz gut und wir passieren die „Perle der Erinnerung“. Ich halte das neue Kunstwerk aus der Entfernung erst mal für eine Schnecke und hoffe insgeheim, dass es mir zu Ehren dort errichtet wurde. Weder ist es eine Schnecke, noch hat es irgendetwas mit meinen vergangenen Teilnahmen hier zu tun. Leicht geht es nun bergab. Andreas und Judith schicke ich weiter. Ich komme alleine zu recht und Andreas ist beruhigt, nachdem ich ihm zugesichert habe, dass ich ein Handy im Laufrucksack habe. Bis nach Reichenbach muss Axel immer wieder auf mich warten und ich mach mir Sorgen, dass er sich eine Erkältung holt. Es ist ein zäher Kampf, aber ich kann ihn überzeugen, dass ich das schon hinbekomme. Axel erklärt mir noch kurz den neuen Weg bei Reichenbach, denn die Ortschaft selbst durchlaufen wir heute nicht.

Kurz nach dem Ortsschild geht es rechts weg und ein langer Anstieg liegt vor mir. Auf halben Weg treffe ich auf ein Pärchen, das mit dem Hund unterwegs ist. Ich komme mit ihr kurz bezüglich des Marathons ins Gespräch und beantworte gerne ein paar Fragen. Als ich weiterlaufen will, erzählt sie mir noch, dass in ihrem Lokalblatt stand, dass schon in der Vorwoche zwei Bayern dabei gewesen sind. Der dritte durfte nicht, da er unter Quarantäne stand, da seine Frau positiv war. „Das ist meine Frau“, erklärte ich kurz verwundert. Was in den baden-württembergischen Blättern so alles steht. Ich laufe weiter. Ein Baumstamm lädt zur Pause ein. Ich habe selbst eine Flasche mit Bügelverschluss und eine Breze. Am Ende des neuen Streckenteils habe ich nicht einmal mehr zehn Kilometer vor mir. Einzelne Weiler und Pferdehöfe durchlaufe ich auf dem Rückweg nach Lichtenwald. Es wird richtig zäh, was aber nicht an der Attraktivität der Strecke, sondern an meiner Fitness liegt. Offensichtlich haben die letzten Wochen ein paar Körner gekostet.

Kurz vor Lichtenwald wartet Axel mit einer kühlen Cola auf mich. Ich kann mich noch ein bisschen stärken. Im Ziel werde ich dann von Andreas, Judith und Axel erwartet. Es ist inzwischen ganz schön kalt geworden. Es regnet, aber der Kühlschrank mit den Getränken ist überdacht. Was für ein Service. Wir tauschen uns noch kurz aus, aber schon bald zieht es jeden nach Hause. Ich ziehe mich notdürftig um, mach die Sitzheizung an und stelle die Heizung von zwanzig auf dreiundzwanzig Grad. Mich friert, aber ich bin glücklich den Lauf gefinisht zu haben. Ob ich tatsächlich Born To Run bin, überleg ich im Auto so vor mich hin, während mich Bruce live unterhält. Vermutlich eher nicht, aber a zacher Hund. Das trifft‘s vermutlich eher.

Am Ende bleibt mir nur Danke zu sagen. Vor allem an Kalle und seine zahlreichen grünen Helfer. Wahnsinn, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Im zurückliegenden virtuellen Marathonjahr, ist es das beste Event, an dem ich teilgenommen habe. Danke an Axel für‘s Begleiten und auch für die Getränke. Ein super Service von Dir. Ich hoffe wir sehen uns alle bald wieder und vielleicht ja auch mal wieder bei einem Marathon mit Startnummern, Zeitmessung und allem was dazugehört.

 
 
   
 
Charly
Bernie
Greppi
5:10:43
5:19:54
6:24:30
 
 
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