03.04.2021 Isar Arena Marathon
Autor: Andreas Greppmeir
 
 
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Zum zweiten Mal in diesem Jahr geht es für mich nach München. Eigentlich wollten Andreas, Judith und ich den Isar-Arena-Marathon schon vor zwei Wochen laufen, aber dieser Termin wurde dringend für den Lakefront-Trail benötigt, weshalb kurzerhand getauscht wurde. Damit waren auch Bernie und Charly mit an Bord. Der Ausgangspunkt für den Isar-Arena-Marathon ist identisch mit der Süd-Runde und so parke ich nicht zum ersten Mal vor dem Müller‘schen Volksbad in Haidhausen ein. Ein paar Minuten später ist das Starterfeld komplett. Auf ein Gruppenbild müssen wir heute allerdings verzichten, da wir uns an die aktuelle Regelungslage halten wollen.

Völlig unspektakulär, aber pünktlich starten wir unseren nächsten gemeinsamen Marathon. St. Nikolai am Gasteig verkündet mit seinem 10-Uhr-Läuten, dass der Lauf gestartet ist und so stellen wir uns alle mehr oder weniger ordentlich hinter der virtuellen Startlinie auf. Andreas verkündet mit einem „Los“, dass es nun tatsächlich so weit ist. Heute laufen wir auf der östlichen Isarseite in Richtung Norden bis nach Garching und mit einer Schleife auf der westlichen Seite wieder zurück bis nach Haidhausen.

Die ersten paar Kilometer an der Isar sind uns allen als Schlusskilometer vom Isar Marathon Süd bekannt. Uns dienen sie heute zum Warmlaufen. Das ist tatsächlich notwendig, die Temperaturen werden die 5 Grad heute nicht überschreiten, obwohl das Wetter zum Laufen optimal ist. Zwischen Isar und Auer Mühlbach laufen wir auf dem Mauersteg und Andreas zeigt mir die neue Ententreppe. Letztes Mal mussten wir noch ein paar junge Enten bedauern, die in der Strömung vor dem Maxwerk hingen und keine Chance hatten den Auer Mühlbach zu verlassen. Dank der Treppe sehen wir heute keine Enten gegen die Strömung kämpfen.

Apropos Maxwerk. Das 1895 errichtete Wasserkraftwerk wurde erst vor kurzem durch die Stadtwerke saniert und erstrahlt in neuem Glanz. Überwachungskameras sollen dafür sorgen, dass es auch so bleibt und die Fassade von Graffitis verschont bleibt. Eine meiner bevorzugten Münchner Brauereien dachte darüber nach, am Maxwerk einen Biergarten mit 400 Plätzen zu betreiben. Ich könnte es mir wirklich gut vorstellen. Wäre eine traumhafte Lage, aber Anwohner konnten die Verwirklichung des Plans verhindern, was auch irgendwie verständlich ist. Unter der Maximiliansbrücke laufen wir weiter in Richtung Norden. Durch die noch laublosen Bäume kann ich rechts von mir das Maximilianeum erkennen.

Wir sind inzwischen in Bogenhausen angekommen und hier lässt es sich anscheinend gut wohnen. Andreas und Bernie laufen ein paar Schritte vor mir und bewundern die noblen Häuser, die mir teilweise etwas zu protzig sind. Mein Interesse wecken da schon eher die Fahrzeuge, die vor diesen Häusern geparkt sind. Porsche, Aston Martin, Bentley und Maserati parken hier wie selbstverständlich auf der Straße. Da frag ich mich doch, was dann wohl noch in den Doppelgaragen stehen mag. Wenig später trennen sich unsere Wege. Andreas macht Bernie und mich auf einen Trail direkt am Isarufer aufmerksam, den wir natürlich unter die Beine nehmen wollen. Judith, Andreas und Charly laufen den breiteren Wanderweg und wissen gar nicht was sie versäumen. Herrliche Wurzeltrails und verschlungene Pfade machen einfach Spaß. Auf Höhe der Leinthaler-Brücke verlassen wir den Trail.

Bald können wir wieder direkt an der Isar weiterlaufen. Kurz bevor wir das Oberföhringer Stauwehr erreichen, mündet auf der anderen Flussseite der Eisbach, der ja vor allem durch seine Eisbachwelle im Englischen Garten bekannt ist, in die Isar. Wir befinden uns nun im nördlichsten Teil des Englischen Gartens und vor uns liegt die Wehranlage aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, die die Isar in ihr natürliches Flussbett und den Isarkanal teilt. Der Isarkanal ist 64 Kilometer lang und mündet bei Landshut wieder zurück in die Isar. Auf dem Damm zwischen Isar und Isarkanal geht es nun entspannt weiter in Richtung Norden.

Wir lassen Ismaning rechts liegen und laufen teilweise auf der Strecke der Ismaninger Winterlauf-Serie weiter bis uns ein Schild daraufhin weist, dass wir uns nun im Landkreis Freising befinden. Kurz darauf erreichen wir auch schon die Isarbrücke bei Mintraching und haben quasi Halbzeit. Bevor wir uns auf der anderen Seite auf den Rückweg machen, zieht uns eine Bank magisch an. Es ist Zeit für eine kleine Brotzeit. Die Pause kommt gerade zur rechten Zeit, denn mein Rücken fängt zu nörgeln an und die kleine Rast sorgt für Entlastung. Der - wie ich finde - landschaftlich schönste Teil liegt nun hinter uns, aber Andreas hat noch zwei Highlights auf dem Rückweg in petto.

Erst einmal machen wir die ersten nennenswerten Höhenmeter und erklimmen noch kurz einen „Aussichtsberg“. Andreas verspricht bei schönem Wetter einen Blick über München bis hin zu Alpen. Die Berge sind heute nicht zu sehen. Ich versichere Andreas, dass das nicht schlimm ist, denn ich wohne ja viel näher an den Bergen und sehe diese auch von zu Hause aus gelegentlich. Wir rollen wieder vom Berg und nähern uns unserem nächsten Ziel, der Ortschaft Garching.

Wir laufen mit gemäßigterem Tempo auf das erste Highlight, dem Hochschul- und Forschungszentrum Garching zu. Ich hatte schon mal davon gehört, aber eigentlich immer nur den Forschungsreaktor, der auch als Atom-Ei bekannt ist, vor Augen. Dass es sich dabei um eine eigene kleine Stadt handelt, in der normalerweise 12.000 Studenten und 6.000 Angestellte die Gebäude und Straßen beleben, ist mir neu und ich bin beeindruckt, was hier für die Bildung getan wird. Ich muss aber ehrlich sein, was ich auf den Hinweisschildern lese, sind für mich fremde Welten. Ich verstehe meist nur Bahnhof. Plasmaphysik, Katalyseforschung, Quantenoptik und so weiter. Ich habe keine Ahnung, was hier alles geforscht und studiert wird. Ganz dumm können sie hier aber alle nicht sein, wovon auch der Hinweis auf den Nobelpreis am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik hinweist. Dessen Direktor Reinhard Genzel hat den Nobelpreis für die Entdeckung eines supermassereichen, kompakten Objekts im Zentrum der Milchstraße erhalten. Wohlverdient, wie ich finde. Tiefbeeindruckt geht es weiter zurück in Richtung München.

Zuerst müssen wir aber durch Garching. Der Weg ist etwas tricky und ich denke an Charly, der alleine nach vorne gelaufen ist und wohl den Sieg beim heutigen Marathon anstrebt. Kurz vor dem Ortsende von Garching, taucht Charly dann plötzlich vor uns auf. Er hat den rechten Weg wohl gefunden, aber ein paar Extrameter in Kauf genommen. Als er uns sieht, verschärft Charly sein Tempo wieder und zieht uns erneut davon.
Ein paar Feldwege und Straßen später finden wir uns vor der Allianz Arena wieder. Das zweite Highlight, das Andreas uns versprochen hat. Beeindruckend finde ich die Arena allemal. Bernie und Andreas unterhalten sich etwas über die Bayern, die hier ihre Heimspiele austragen. Für mich klingt das ähnlich fremd wie die Welt eines Reinhard Genzel. Nach ein paar Erinnerungsfotos machen wir uns endgültig auf den Rückweg.

Nicht lange und wir sind wieder an der Isar. Von nun an ist der Weg einfach. Einfach immer an der Isar entlang und einmal noch die Isar-Seite wechseln. Damit kommt jeder klar und Bernie, der noch ordentlich Luft zu haben scheint zieht zügig davon. Ich teile mir noch für ein paar Meter mit Judith und Andreas, bevor auch wir unser eigenes Tempo laufen. Ich wähne mich nun am Ende des fünfköpfigen Feldes, habe jedoch nicht die Rechnung mit Charly gemacht. Er hatte wieder ein paar Extrameter bzw. sogar Kilometer in Kauf nehmen müssen, da er vom rechten Weg abgekommen war. Kurz nachdem ich nun tatsächlich ganz hinten war, musste ich meinem Rücken nochmal eine Pause zukommen lassen. Ein leicht morscher, aber doch bequem wirkender Baumstamm lud mich ein und ich ließ mich nieder, um den Rest meiner Verpflegung zu vertilgen.

Der Rücken entspannte sich wieder und ich konnte die verbleibenden Kilometer in einem für mich ganz ansprechenden Tempo zurücklegen. Lediglich die coolste Ente Münchens ließen mich noch ein paar Minuten verlieren. Ich sah die Schellente auf einen vierstufigen Wasserfall in der Isar zutreiben und irgendwie erlangte sie meine Aufmerksamkeit. Ehe ich mich versah, ließ sich die Ente über die vier Stufen nach unten treiben, um danach völlig unbeeindruckt weiterzuschwimmen. Ich glaube, das hat sie nicht zum ersten Mal gemacht. Vor der Maximiliansbrücke werde ich dann von Judith und Andreas im Ziel in Empfang genommen und wir marschieren gemeinsam zurück in Richtung Muffathalle, wo Bernie und Charly schon auf uns warten. Dankenswerterweise gibt es hier einen Imbisswagen und wir können uns vor der Heimfahrt sogar noch verpflegen.

Eine tolle Runde, die Andreas sich da ausgedacht hat, liegt nun hinter mir und sie hat mir wirklich sehr gut gefallen. Andreas hat schon angekündigt, dass wir sie im Frühjahr, wenn alles schön grün ist, nochmal wiederholen sollten, denn dann sei die Strecke noch schöner. Na, wenn das so ist, dann werden wir heuer den Isar-Arena-Marathon wohl nochmal laufen müssen. Mich würde es jedenfalls freuen.

 
 
   
 
Bernie
Charly
Greppi
5:29
5:39
5:48
 
 
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