20.03.2021 Marathon am Lech – Lakefront Trail
Autor: Andreas Greppmeir
 
 
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Als Bernie vor gut einem Jahr mit der Idee des Marathons am Lech – Free/Solo um die Ecke kam, war dies noch aus der Not geboren, da aufgrund der Pandemie keine richtigen Marathons stattfinden konnten. Im Sommer folgte dann der Trail to Peak, der bei allen Teilnehmern so gut ankam, dass wir uns sicher waren, dass wir an diese Serie auch in normalen Zeiten festhalten wollen. Tja, von normalen Zeiten sind wir, so wie es scheint, noch weit entfernt und für das Osterwochenende wurde der 3. Marathon am Lech ausgeschrieben.

Bernie schlug den Untertitel „Lakefront Trail“ vor, da die Strecke diesmal sowohl am Ufer des Weitmannsees, des Mandichosees, des Unterberger Stausees und letztlich des Auensees vorbeiführen sollte. Wir diskutierten noch ein paar andere Namen, die aber erst mal in die Ideenschublade wanderten. Bei Bedarf kann man sie ja noch mal hervorkramen. Vor gut einer Woche liefen wir dann gemeinsam mit Charly noch eine Runde, des über zwei Runden führenden Marathons ab, um uns ein Bild von den Streckenverhältnissen zu machen.

Teilweise etwas matschig, aber durchaus gut zu laufen. Dabei kam auch die Diskussion auf, ob der Marathon am Osterwochenende in der gewünschten Form mit zehn Teilnehmern überhaupt möglich sein wird. Wir einigten uns darauf, den Lauf schon am kommenden Wochenende über die Bühne zu bringen, was sich aufgrund der aktuellen Situation als richtig herausstellte. Glücklicherweise hatten alle Teilnehmer Zeit und so standen am Samstagmorgen neun gut gelaunte Marathonis vor dem „Seestern“ am Kissinger Weitmannsee. So hatten wir sozusagen auf den letzten Drücker das Glück den Marathon am Lech unter regulären Bedingungen durchführen zu können.

Die Drei Asse aus dem Nachbarbundesland, Klaus Sobirey und unsere zwei Münchner, Judith und Andreas ließen es sich nicht nehmen heute dabei zu sein. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es pünktlich um zehn Uhr los. Eigentlich wollten wir die erste Runde noch gemeinsam laufen, doch es war schon auf den ersten Metern klar, dass daraus nichts werden wird. Klaus und Charly zogen erst mal davon. Der Rest lief in einer kleinen Gruppe hinterher. Ich gesellte mich zu Judith und Andreas, die etwas zurückhingen. Judith ist nach einer schweren Krankheit das erste Mal wieder auf Marathonpfaden unterwegs und muss es noch langsam angehen. Ich bin froh, dass sie wieder dabei ist und wir traben gemeinsam in Richtung Mandichosee, ohne die kleine Gruppe vor uns aus den Augen zu verlieren. Es ist frisch heute, aber gut zu laufen.

Es soll trocken bleiben und das ist gut. Denke ich an den Vortag, an dem es den ganzen Tag durchgeschneit hat, scheinen wir heute richtig Glück zu haben. Ab und zu müssen wir ein paar Pfützen ausweichen, hier und da macht es keinen Sinn und es geht mitten durch den Matsch. Da es für meine Trailer wohl eh der letzte Einsatz sein wird, macht mir das nicht aus. Putzen muss ich die Latschen hinterher jedenfalls nicht mehr.

Ohne Probleme kommen wir am Mandichosee an und kurz darauf wartet der Biber-Trail auf uns. Ich warne Judith und Andreas noch kurz davor, dass es nun etwas rutschig werden könnte, was vor allem Judith mit großer Vorsicht weiterlaufen lässt. Andreas verpasst kurz die Abzweigung zum Trail und ich führe ihn auf den rechten Weg zurück. Dabei ziehe ich den beiden unbeabsichtigt etwas davon. Andreas hatte mir aber schon zuvor versichert, dass sie beide allein klarkämen. Er hat sich die von Bernie bereitgestellten GPX-Daten heruntergeladen. Ich habe meinen Spaß auf dem Trail und schließe am Unterberger Stausee auf Bernie und die drei Asse auf.

Gemeinsam mit ihnen nehme ich nun den westlichen Biber-Trail unter die Füße und habe so die Möglichkeit auch mit den Drei Assen ein paar Worte zu wechseln. Es ist schön endlich mal wieder mit Freunden zu laufen. Immer wieder schaue ich mich mal um und kann Judith und Andreas hinter uns entdecken. Sie sind auf dem richtigen Kurs. Wir kommen wieder am Mandichosee an und gelegentlich wärmt uns auch die Sonne etwas. Auf dem Damm ist aber der Wind recht frisch, sobald die Sonne sich hinter den Wolken versteckt. Bald sind wir zurück in den Lechauen und können geschützt zwischen den Bäumen bis zum Auensee runterlaufen. Die Wehre des Lechs dienen hier gut der Orientierung. Ziemlich genau einen Kilometer liegen sie jeweils auseinander und so zeigt mir meine Uhr schließlich an, dass wir kurz vor Kilometer 19 sind und rechts von uns der Auensee liegt. Wir biegen ab und laufen ein Stück am „Verlorenen Bach“ entlang, der in letzter Zeit immer wieder in den lokalen Medien präsent ist. Die Gemeinde Kissing hatte ihn wohl unsachgemäß ausbaggern lassen, was nun aufwändige Renaturierungsmaßnahmen zur Folge hat. Vorbei an den Baggern machen wir uns auf dem Rückweg zum Weitmannsee, wo wir uns eine kleine Pause gönnen wollen.

Diese fällt etwas kürzer aus als gedacht, da es allen schnell kalt wird und so macht sich einer nach dem anderen auf den Weg in die zweite Runde. Bevor ich loslaufe, kann ich Judith und Andreas kommen sehen und winke ihnen noch kurz zu. Alle haben die erste Runde ohne Probleme gemeistert. Auf der zweiten Runde bin ich erst mal allein unterwegs. Irgendwie habe ich den Anschluss an die anderen verpasst. Axel O., Judith und Andreas machen noch Pause. Egal. Irgendwas wird sich unterwegs schon noch ergeben. Warten kann ich auf die drei leider nicht, da auch mir kalt wird. Auf dem identischen Weg geht es wieder bis zum Mandichosee. Unterwegs werde ich noch kurz von einem Pärchen gefragt, ob das hier eine offizielle Laufveranstaltung ist. Wir fallen also auf. Ich erkläre ihnen kurz, was wir hier treiben. Sie sind beeindruckt und wünschen mir alles Gute.

Am Weitmannsee geht es diesmal zunächst nicht auf den Biber-Pfad, sondern rechtsherum am Lochbach entlang. Irgendwie ist mir aber hier zu viel Betrieb. Es ist inzwischen weit nach Mittag und so sind viele Spaziergänger und Fahrradfahrer unterwegs. Mit den vielen Pfützen, denen es auch noch auszuweichen gilt, wird mir das etwas zu viel und ich entscheide mich, nach etwa dreiviertel der Strecke am Lochbach nach links über den kleinen Steg zurück auf den westlichen Biber-Trail zu laufen. Von der Entfernung her wird sich nichts ändern. Es ist doch gut, wenn man ortskundig ist. So komme ich auch in den Genuss kurz vor dem Unterberger Stausee die vor mir liegenden auf der anderen Lechseite zu sehen. Einholen werde ich sie wohl nicht mehr und so hoffe ich, dass vielleicht einer der hinter mir liegenden auf mich aufschließen wird. Etwas Unterhaltung wäre auf dem Rückweg schon recht.

Schließlich ist es Axel O. der kurz nach dem Mandichosee hinter mir auftaucht und wir freuen uns. Es ist wie in „alten Zeiten“. Wie oft sind wir auf den letzten Kilometern eines Marathons schon aufeinander aufgelaufen und haben uns diese geteilt? Wir wissen es nicht, sind aber beide froh drüber und genießen den Rückweg zum Weitmannsee gemeinsam. Es gibt schließlich auch viel zu erzählen und so kommen wir gemeinsam wieder in Kissing an.

Die anderen warten schon auf uns und haben bereits den „Kiesel“, wie wir Bernies liebevoll gestaltete Medaillen inzwischen getauft haben, um den Hals. Wir haben noch etwas Zeit uns auszutauschen, bis Judith und Andreas ebenfalls am „Seestern“ ankommen. Judith ist heute unsere Heldin des Tages. Willkommen zurück! Bevor wir uns endgültig verabschieden, werden noch ein paar Laufpläne für dieses Jahr geschmiedet. Ob und wie das Ganze aber stattfinden wird, muss sich zeigen. Ich für mich hoffe, dass es spätestens im Sommer wieder einen Marathon am Lech mit einer zweistelligen Teilnehmerzahl geben kann.

 
 
   
 
Charly
Bernie
Greppi
4:54
5:18
5:39
 
 
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