13.11.2016 Zeiler Waldmarathon  
Autor: Andreas Greppmeir
 
   
 
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Im November einen Marathon zu finden ist gar nicht einfach. Für viele Läufer ist die Marathonsaison Ende Oktober beendet und es gibt eigentlich nur noch vereinzelt Termine. Damit fiel die Auswahl auch nicht schwer. Der Zeiler Waldmarathon fiel mir sofort ins Auge, war er doch der einzige Marathon im bayerischen Raum. Den „Roten Teufeln“ sei Dank, sie richten diesen Lauf bereits zum dreizehnten Mal in Folge aus. Bei den Roten Teufeln handelt es sich um die Leichtathletikabteilung des unterfränkischen TV Zeil.

Zusammen mit Charly machte ich mich in aller Herrgottsfrüh auf den Weg ins etwa 250 Kilometer entfernte Zeil am Main, gelegen im Naturpark Haßberge. Unser Ziel war die Schule in Zeil am Main. Dort konnte ich meine Startunterlagen abholen. Charly musste noch nachmelden. Das war problemlos bis eine Stunde vor dem Start möglich. Zusammen mit der Startnummer erhielten wir auch noch eine Halbe alkoholfreies Weißbier einer örtlichen Brauerei. Danach machten wir es uns mit einer Tasse Kaffee in der Schulhalle bequem. Nach und nach trafen die Marathonis ein. Darunter natürlich einige bekannte Gesichter, wie Kati Schramm, Axel Ott, Toni Lautner und noch viele mehr. Kati bestach mich mit einer weiteren Tasse Kaffee und wir vereinbarten den Marathon gemeinsam zu laufen.

Der Start ist rund 1,5 Kilometer von der Schule entfernt am Setzbachbrunnen im Laufpark Zeil. Es sind Shuttlebusse eingesetzt, die uns in unmittelbare Nähe des Starts fahren sollten und so standen wir rechtzeitig an der Bushaltestelle und warteten auf einen der Shuttlebusse. Doch es war lausig kalt. Nur ein Grad über Null zeigte das Thermometer an. Nicht nur mich fröstelte es und wir einigten uns, dass wir uns per pedes auf den Weg zum Start machen. So kamen wir etwa eine viertel Stunde vor dem Start am Setzbachbrunnen an. Wir standen mitten im Wald, dennoch war alles da was man braucht. In einem Zelt hinterlegte ich meinen Beutel mit Wechselkleidung. Der Startbogen war auch aufgebaut. Ich traf noch auf Roland Krauss, der mal wieder den Supermarathon-Cup anführt und Frank Reichl, der momentan auf Platz 3 liegt. Wir wechselten noch schnell ein paar Worte, denn es war nicht mehr viel Zeit bis zum Start. Nicht mal für ein vernünftiges Gruppenfoto blieb noch Zeit.

160 Marathonis haben sich vor dem Startbogen eingefunden und wollten angesichts der eisigen Temperaturen möglichst schnell loslaufen. Mit einer Starterklappe, wie ich sie noch aus Schulzeiten kenne, wird das Startsignal gegeben und schon geht es los. Unmittelbar nach dem Start biegen wir nach links ab und haben die erste Steigung vor uns. Auf den nächsten zweieinhalb Kilometern dürfen wir nun über 150 Höhenmeter überwinden. Offensichtlich hatten sich wirklich nur die ganz Schnellen vorne eingereiht, ansonsten herrschte wildes Durcheinander, das nun erst mal sortiert werden musste. Auch ich merkte ziemlich schnell, dass ich im Mittelfeld, wo ich losgelaufen war, nichts zu suchen hatte. Ich wurde diverse Male überholt und schon bald war die Ordnung hergestellt. Kati und ich schlichen gemeinsam den Berg hoch, wollten wir doch nicht schon am Anfang unnötig Energie verschwenden.

Am Ende des Anstiegs durften wir den Wald kurz verlassen und liefen auf der sogenannten Bischofsheimer Höhe auf einem Feldweg in einem Bogen wieder in Richtung Wald. Die Strecke war hier sehr übersichtlich und ich konnte das gesamte Läuferfeld überblicken. Die Führenden waren bereits enteilt, wie ich feststellen musste. Als ich kurz nach hinten schaute, erschrak ich kurz. Das Besenfahrzeug war kaum 200 Meter hinter mir. Rund 10 Läufer waren noch zwischen mir und dem Besenwagen. Naja, irgendwie war das ja fast klar. Wer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt einen Marathon mit 840 Höhenmeter läuft, der weiß, was er tut und ist bestimmt kein Novize. Aber es waren ja noch beinahe 40 Kilometer Zeit etwas mehr Abstand zwischen mich und das Besenfahrzeug zu bringen. Inzwischen war mir warm und es ging auch wieder leicht bergab. Ich fand schon jetzt so richtig Gefallen am Zeiler Waldmarathon.

   
 
   
 

Kati und ich blieben wie ausgemacht zusammen und fanden problemlos ein entspanntes gemeinsames Tempo. Wir wollten heute nicht an unsere Grenzen gehen und auf Teufel komm raus eine tolle Zeit laufen. Es glich eher einem lockeren Trainingslauf, wobei uns auch der Gesprächsstoff nie ausging. Gelegentliche Anstiege wurden gegangen, auf Geraden und bergab wurde gelaufen. Wir kamen gut voran und freuten uns auch über die gut ausgestatteten Verpflegungsstellen.

Kati hatte mir schon am Tag zuvor erzählt, dass es an einer Verpflegungsstelle sogar Hundefutter gibt, was ich mir kaum vorstellen konnte. Wir waren ungefähr bei Kilometer 15, als ich mich tatsächlich selbst davon überzeugen konnte. Ein mitlaufender Hund nahm diese Verpflegung auch dankend an. Obwohl ich beim Marathon was das Essen angeht eher ein Asket bin, konnte ich an dieser Verpflegungsstelle doch nicht wiederstehen. Ich griff mir einen Mohrenkopf, denn der wurde mir wirklich bisher noch nie angeboten und ich hatte jetzt einfach tierisch Lust drauf. Doch bevor ich mir einen weiteren greifen konnte, drängte es Kati auch schon wieder weiter.

Immer wieder trafen wir unterwegs nun auf die gleichen Läufer. Mal überholten Kati und ich, mal ließen wir uns wieder überholen. Die Stimmung war jedenfalls gut und ich hatte wirklich Spaß am Laufen. Zudem kam das Gefühl auf, dass ich heute die 42 Kilometer problemlos würde bewältigen können. Schließlich liefen wir auf Axel auf. Er sah irgendwie nicht gut aus und gab uns zu verstehen, dass er Magenkrämpfe hatte. Nun sei aber wieder alles o.k. Trotzdem ließ er uns ziehen.

Nach ein paar weiteren, kaum nennenswerten Anstiegen, ging es auf den letzten beiden Kilometern der ersten Runde nur noch bergab und wir wurden nun von der Spitze des Halbmarathons geradezu verblasen. Sie waren eine Stunde nach uns gestartet und flogen nun mit einem Affenzahn an uns vorbei. Kurz vor dem Zielbogen wurde die Strecke geteilt und ich reihte mich zusammen mit Kati links ein, um die zweite Runde in Angriff zu nehmen.

Um es kurz zu machen. Die zweite Runde verlief genauso problemlos wie die erste und wir hatten richtig Spaß. Auf gelegentlichen Begegnungsstrecken konnten wir hier und da auch die schnellen Marathonis bewundern. Auch mit Frank konnte ich unterwegs im Begegnungsverkehr abklatschen. Er hatte sich auch einen entspannten Trainingslauf vorgenommen, was ihm mit einer Zielzeit von 3:23 Stunden auch richtig gut gelang. Kati und ich liefen nach 5:13:24 Stunden sekundengleich ins Ziel ein und nahmen gleich unsere Medaille in Empfang. Auch nach dieser langen Zeit gab es im Ziel immer noch warmen Tee, wovon ich mir gleich zwei Becher griff. Charly war schon rund eine halbe Stunde vor uns ins Ziel eingelaufen und wartete bereits in der Schulhalle auf uns.

Im Zielbereich war es zu kalt, um lange zu warten, weshalb wir diesen Treffpunkt bereits zuvor ausgemacht hatten. Kati und ich wollten uns gerade auf den Rückweg machen, als Axel etwa vier Minuten nach uns ins Ziel einlief. Wir hatten unterwegs mehrfach an ihn gedacht und hatten vermutet, dass Axel aufgrund seiner Probleme bei der Hälfte ausgestiegen war. Er überzeugte uns nun vom Gegenteil und so machten wir uns zu dritt auf den Weg ins Warme.

Nach einer warmen Dusche und einer heißen Tasse Kaffee, verabschiedeten sich Charly und ich von Kati und Axel und im Auto ließen wir den Marathon noch einmal Revue passieren. Wir waren begeistert. Der Lauf verlief zwar ausschließlich durch den Wald, ohne auch nur eine kleine Sehenswürdigkeit. Dennoch war die Strecke abwechslungsreich und der Lauf zudem top organisiert. Mehr Wald bei einem Marathon geht nicht.

 
 
   
 
Charly
Greppi

4:36:25
5:13:24
 
 
 
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