27.8.2016 Karwendellauf  
Autor: Bernie Manhard
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Die Nacht ist verdammt kurz. Um 4 Uhr in der Früh klingelt mein Wecker. Meine Unterkunft liegt in Seefeld, während Greppi und Charly in Mittenwald einquartiert sind. Sie haben mich am Abend hier noch nach einem leckeren Abendessen abgeliefert. Wir treffen uns am Samstagmorgen am Startplatz in Scharnitz wieder. Glücklicherweise habe ich den Abfahrtsplatz für meinen Bus-Shuttle nach Scharnitz am Vorabend noch erkundet, mit einer Viertelstunde hatte ich geplant, brauche aber fast eine halbe Stunde Fußmarsch bis zur Bushaltestelle, das hätte übel ausgehen können.

Offizieller Start beim Karwendellauf ist bereits um 6 Uhr, das hält viele Wanderer des Karwendelmarsches – die nicht auf die Zeitmessung angewiesen sind – nicht davon ab schon um einiges früher zu starten. Nach der Wiederauflage im Jahr 2009 mit etwa 1.000 Teilnehmern ist die Veranstaltung heuer auch zum ersten Mal mit 2.500 Läufern und Wanderern ausgebucht, wovon etwa 700 beim Lauf angemeldet sind. Ich konnte mir gerade noch vor Schließung des Anmeldeportals meinen Startplatz sichern, denn bei Greppis 50. Jubiläumslauf wollte ich unbedingt dabei sein.

Zum dritten Mal bin ich beim Karwendellauf dabei. 2011 bei meinem Debüt hier, war es ebenfalls meine 50. Langstrecke, so haben wir eine Gemeinsamkeit. Leider verlief mein Jubiläumslauf damals nicht besonders euphorisch. Nach Regen, Schnee, Kälte und daraus resultierenden körperlichen Problemen konnte ich nur mit Mühe und Not noch das Ziel erreichen. Etwas besser war es im Jahr darauf, aber wieder zeigte sich das Gebirge nicht von seiner schönsten Seite, nach längerem Dauerregen waren aber immerhin noch ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen.

So verliefen praktisch die ersten sechs Austragungen immer unter widrigsten Wetterbedingungen. Erst seit zwei Jahren hat sich das Wetter zugunsten der Veranstaltung gedreht und sich die Sonne auch länger während der Veranstaltung in den Karwendel verirrt. Auch für heuer sieht es wieder hervorragend aus. Alle Wettervorhersagen sprechen von einem wolkenlosen Tag mit bis zu 30 Grad und so werde ich vermutlich heuer mit ganz neuen Aussichten belohnt.

Mit einer Kanone erfolgt für die Läufer pünktlich der Start. Eigentlich wollte ich ja mit Greppi ein paar Jubiläumskilometer zurücklegen, aber im Gewimmel der 700 Läufer/innen verliere ich ihn schon auf den ersten Metern noch im Dunkeln aus den Augen. Aber Charly ist vor mir und ich hänge mich erst mal an ihn an. Sein Tempo auf den ersten Kilometern ist mir aber zu hoch, bei mir läuft es noch nicht so richtig, so lasse ich ihn alleine weiterziehen.

Unterwegs treffe ich noch auf Udo, unseren Augsburger Rekordhalter, was die Anzahl an Langstrecken betrifft. Wir wechseln ein paar Worte, er ist aber wie immer mehr auf sich und den Lauf fokussiert und so nicht sonderlich gesprächig, was ich auch verstehen kann, so früh am Morgen.

Wunderschön ist der Sonnenaufgang mit kleinen Nebelbänken und mit einigen wie mit Flutlicht angestrahlten Berggipfeln im noch angenehm kühlen Karwendeltal. Nach 18 Kilometern erreichen wir unterhalb des Karwendelhauses die zweite Verpflegungsstation. Es gibt Früchtebrot, Wurst- und Käsebrote und eine besonders leckere Kartoffelsuppe und- alles in Bioqualität und so kann ich ein schönes Frühstück einnehmen. Fehlt eigentlich nur noch ein frisch aufgebrühter Kaffee, dann wäre es perfekt.

Anschließend geht es wieder runter in den Kleinen Ahornboden. Beim über 5 Kilometer langen Downhill werde ich langsam warm und es läuft jetzt besser. Mir fehlen aber etwas die Motivations-Trails, bisher bewegen wir uns ausschließlich auf einer Schotterstraße. Irgendwie hatte ich das nicht mehr so extrem in Erinnerung, wahrscheinlich früher abgelenkt durch die grausamen Wetterverhältnisse.

In der prallen Sonne und bei Temperaturen um die 30 Grad gilt es den nächsten Anstieg zu bewältigen. Die etwa 500 Höhenmeter zur Falkenhütte lassen den Schweiß anständig fließen. Belohnt werden wir dabei mit einer herrlichen Aussicht auf die Ladiderer Wände und hier sind auch ein paar tolle Naturpfade zu bewältigen. An der Brotzeitstelle vor der Falkenhütte ist einiges los und das Angebot auch wieder überaus üppig und lecker. Die anschließende Querung unterhalb der Laliderer Spitze verläuft glücklicherweise fast komplett im Schatten, so können wir wieder etwas abkühlen.

In der Eng sind 35 km erreicht, belohnt werden wir hier wieder mit einem unglaublichen Essensangebot. Mir mundet besonders die Heidelbeersuppe. Eiskalt serviert, ein Genuss der besonderen Art. Viele der Wanderer beenden hier ihren Marsch, für Läufer ist das aber natürlich trotz der Hitze keine Option. Ich weiß auch dass mir jetzt ein besonders anspruchsvoller und für mich einer der schönsten Streckenabschnitte bevorsteht. Nach 15 Minuten ausgiebiger Verpflegungs-Pause nehme ich den steilsten Aufstieg des Kurses, hinauf zum Binssattel in Angriff.

Kurz vor dem Übergang ins Falzthurntal sitzt plötzlich Charly an der Strecke und genehmigt sich nach Atem ringend ein Päuschen. Ich hab’s ja leichter mit ein paar Kilos weniger auf den Rippen, meint er. Gemeinsam setzen wir unseren Weg fort. Richtig steil geht es auf den nachfolgenden 3 Kilometern wieder halb runter ins Tal. Die letzten 9 km bis zum Achensee weisen nur mehr geringes Gefälle auf, so kann man es wieder laufen lassen …wenn man denn noch kann oder will. Charly will nimmer, so wird es nichts mit einem gemeinsamen Zieleinlauf. Ich will noch unter 9 Stunden kommen und lasse es alleine bis ins Ziel durchrollen.

Die Ozonkonzentration erreicht heute einen Maximalwert von bis zu 180 µg/m³. Daher rät uns das Bundesgesundheitsamt, anstrengende körperliche Betätigungen im Freien zu vermeiden. Für mich ist das keine Option, so nehme ich das Pochen im Schädel mehr oder weniger in Kauf. Gesundheitlich unbeschadet erreiche ich zwar fertig, aber unbeschadet letztendlich doch noch deutlich unter 9 Stunden das Ziel in Pertisau. Noch ohne ein Wölkchen am Himmel.

Greppi erspart sich das, nimmt Tempo raus und mischt sich unter die Wanderer. So müssen Charly und ich uns etwas gedulden. Unter einem schattigen Zelt im Liegen direkt beim Zieleinlauf lässt sich das aber gut und entspannt aushalten. Die ganz neuen Aussichten bescheren mir endlich auch einen wunderbaren Karwendellauf.

 
Greppi zum 50.   Die Trailrunning-Bande   Udo
Wunderbare Morgenstimmung Blick ins Karwendeltal Der Herr der Kartoffelsuppe
Downhill Erste Trailabschnitte
Schatten unter der Ladiderer Spitze Downhill in die Eng Es wird steil
Charly benötigt eine Pause Aussicht ins Falzthurntal
Am Achensee
 
Bernie
Charly
Greppi

08:43:38
09:05:48
11:33:38
 
 
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