12.10.2014 München Marathon  
Autor: Andreas Greppmeir      
 
 
 
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Auch in diesem Jahr war der Austragungsort für die Deutschen Meisterschaften wieder in München. Im Rahmen des München Marathons wurden also die Deutschen Meister über die 42,195 Kilometer gesucht. Da ich ja Mitglied des Deutschen Leichtathletik Verbandes bin, kann ich auch an den Meisterschaften teilnehmen.

Dass ich mit dem Ausgang natürlich nichts zu tun habe ist mir schon klar, aber bei meinem letzten Marathon in diesem Jahr, möchte ich doch mal wieder auf Zeit laufen. Doch irgendwie scheinen München und ich nicht zusammenzupassen. Hatte ich bei meinem letzten Start in München vor zwei Jahren schon Wochen zuvor immer wieder Probleme mit diversen Krämpfen, plagte mich diesmal ein Schnupfen und mir war klar, dass ich eine neue persönliche Bestzeit vergessen kann.

Schon früh morgens stand Charly vor meiner Haustür und wir gabelten auf dem nebeligen Weg nach München auch noch meinen Freund Fossy auf, der auch mal wieder einen Marathon in Angriff nehmen wollte. Die Parkharfe am Sapporobogen hielt noch jede Menge Parkplätze für uns bereit, so dass wir uns einen strategisch günstigen Parkplatz suchten. Wir wollten ja nach dem Marathon nicht allzu weit zum Auto laufen. Fossy hatte sich am Freitag erst nachgemeldet und mir meine Startunterlagen bereits mitgebracht, so dass wir nur noch Charlys Startnummer in der Eventarena abzuholen brauchten. Die Türen waren noch verschlossen und dahinter wurden noch kräftig die Teppiche gesaugt, bevor um Punkt acht Uhr die Türen geöffnet wurden. Deutsche Gründlichkeit in Perfektion. Während Charly sich seine Unterlagen besorgte, traf ich noch auf Magic, der auf der Suche nach den anderen Pacern war. Er war auch heute wieder als 4-Stunden-Pacer am Start. Ich konnte noch ein paar bekannte Gesichter, wie Toni Lautner von marathon4you.de ausmachen und ein paar Worte wechseln.

Da über der Marathonstadt inzwischen die Sonne schien, gingen wir ins Olympiastadion, um uns dort vor dem Start noch etwas wärmen zu lassen. Noch bevor wir unsere Kleidersäcke im Umlauf der Tribünen abgaben, tauschte ich den Riegel in der Reißverschlusstasche meiner Laufhose gegen ein Schnupfenspray aus, das erschien mir heute sinnvoller. Auf dem Weg zur Startaufstellung trafen wir noch ein paar Bekannte und wir teilten uns entsprechend auf. Charly ging in den zweiten Startblock, da er heute Tempo machen wollte. Ich ging mit Fossy in den dritten, wobei sich Fossy ins vordere Drittel begab und ich mich eher in der Mitte aufhielt. Die drei Startblöcke wurden in einem Abstand von zehn Minuten gestartet, so dass ich noch etwas Zeit hatte, in mich zu gehen. Kann das gut gehen? Mit einem Schnupfen einen Marathon zu laufen? Ich war mir irgendwie nicht mehr ganz so sicher. Aber ich wollte es probieren.

Mit einer Rekordbeteiligung von insgesamt über 20.000 Sportlern über die unterschiedlichen Distanzen wurden wir schließlich von ein paar Böllerschützen auf die Reise geschickt. Über die Ackermann Straße und schließlich weiter über die Elisabethstraße ging‘s in Richtung Münchner Freiheit. Auf den breiten Straßen kann sich das Feld etwas auseinanderziehen, so dass man Zeit hat sich zu sortieren und das richtige Tempo zu finden. Mich überholten dabei zwei amerikanische Mädels, die im Dirndl liefen, sowie Superman und auch der Sensenmann mit einer großen Sense auf dem Rücken lief an mir vorbei. Ich fühlte mich plötzlich erstaunlich gut, musste aber dennoch feststellen, dass ich leider meine Taschentücher verloren hatte. Na prima, da musste jetzt eine andere Lösung her.

Nun lag auch schon der erste Höhepunkt des München Marathons vor unseren Füßen. Die Ludwigstraße mit dem Siegestor, der Bayerischen Staatsbibliothek und der St.-Ludwig-Kirche bilden eine tolle Kulisse für einen Marathon. Etwas über einen Kilometer laufen wir die Ludwigstraße bis zum Wendepunkt und dann zurück, so dass man diese Highlights gleich zweimal bewundern kann. Als ich auf dem Rückweg bin, treffe ich auf Siggi und Hans, die wie jedes Jahr am Streckenrand stehen und ihre Freunde anfeuern. Kurz danach sehe ich auf der anderen Straßenseite, die Spitze des 10-Kilometer-Laufs kommen. Auch den Führenden kennt man bei uns in der Region ganz gut. Die lilafarbene Seidenturnhose mit Elefanten und der schlaksige Laufstil sind unverkennbar. Andrew McLeod von der TG Viktoria gibt mächtig Gas

Greppi & Charly   Ruhe vor dem Sturm   Siegestor
Ludwigsstraße   Fossy kommt entgegen   Im Englischen Garten
 

Wir machen uns weiter auf in Richtung Englischer Garten. Doch zuvor wird es bei Kilometer 7 nochmal richtig eng auf der Strecke. Die Staffelläufer wechseln hier zum ersten Mal. Etwa einen Kilometer weiter steht der Fahrer eines schwarzen Ferrari F430 etwas verzweifelt in seiner Einfahrt. Trotz seiner 360 Pferdestärken kommt er keinen Meter vorwärts, da der Marathontross an seiner Einfahrt vorbeizieht. Zahlreiche Kommentare aus dem Läuferfeld waren im damit sicher.

Inzwischen sind wir also im Englischen Garten angekommen und ich genieße die Ruhe. Hier sind kaum Zuschauer auszumachen. Lediglich ein Passauer Leichtathletikverein ist hier immer zahlreich vertreten und sie machen auch ordentlich Lärm. Schließlich treffe ich auch wieder auf Siggi und Hans und am Ende des Englischen Gartens wartet auch Iris auf mich. Der Englische Garten ist für mich viel zu schnell vorbei. In Münchens „Grüner Lunge“ zu laufen macht echt Spaß, auch wenn dort sightseeingmäßig nicht viel geboten wird. Den Monopteros und den Chinesischen Turm bekommt man auf der Strecke leider nicht zu Gesicht.

Etwas mehr als 15 km sind rum, als wir den Englischen Garten verlassen. Die nächsten 12 km sind unspektakulär und es läuft bei mir gut. Immer noch hab ich den Pacer über 4:15 im Blick, auch wenn er schon etliche hundert Meter vor mir läuft. So mit 4:20 oder knapp darüber liebäugle ich schon. Meinen Schnupfen habe ich schon fast vergessen und ich bekomme auch ganz gut Luft. Über den Rosenheimer Platz laufen wir schließlich am Deutschen Museum vorbei und nähern uns dem Gärtnerplatz mit seinem südländischen Flair.

Die Straßencafés sind dank inzwischen sehr angenehmer Temperaturen gut besucht. Vorbei am Sendlinger Tor nähern wir uns nun dem stimmungsvollsten Teil der Strecke. Tausende Menschen haben sich am Marienplatz vor dem Rathaus eingefunden und jubeln uns zu. Noch einen Blick rüber zum Alten Rathaus, das heute ein Spielzeugmuseum beinhaltet und raus geht‘s in Richtung Odeonsplatz. Vorbei am Nationaltheater laufen wir auch an der Theatinerkirche und an der Feldherrenhalle vorbei. München von seiner schönsten Seite.

Danach drehen wir eine ca. vier Kilometer lange Schleife durch die Maxvorstadt, bevor wir wieder auf die Ludwigstraße kommen. Nochmal dürfen wir am Siegestor vorbei laufen, um dann die letzten Kilometer unter die Füße zu nehmen. Wir sind inzwischen bei Kilometer 37 angekommen. Siggi, Hans und Iris konnte ich unterwegs noch ein paarmal ausmachen. Doch die letzten Kilometer war ich auf mich alleine gestellt.

Inzwischen machte sich auch meine angekratzte Gesundheit bemerkbar und ich hatte ganz schön zu kämpfen. Die Elisabethstraße zurück zur Ackermann wurde noch mal ganz schön zur Qual. Eigentlich hatte ich Silke zu Hause ja noch versprochen, dass ich aufhöre, wenn es nicht mehr geht. Aber vier Kilometer vor dem Ziel? Nicht mit mir. Ich gönnte mir auf den nächsten beiden Kilometern ein paar kleinere Gehpausen und war dann auch schon wieder fit für das Finale. Der Olympiaturm war in Sicht, was mir nochmal Kraft gab. Als wir in den Spiridon-Louis-Ring einbogen, waren die Strapazen schon fast vergessen. Das Durchqueren des Marathontors und der Einlauf in das Olympiastadion, sorgte auch bei meinem dritten Start in der Landeshauptstadt immer noch für Gänsehaut. Es war geschafft. Mit einer Zeit von 4:34 Stunden war ich dann auch zufrieden.

Nach kurzer Suche hatte ich dann auch Charly und Fossy gefunden. Charly sah auch ziemlich abgekämpft aus. Auch er hatte am Ende Probleme und finishte mit 4:01 Stunden. Fossy erreichte das Ziel in 4:17 Stunden und war somit im Soll. Wir lagen auf dem Kunstrasen des Olympiastadions noch eine Weile in der Sonne, um durchzuatmen. Auch wenn es heute keinem von uns leicht fiel, so waren wir doch zufrieden und nächstes Jahr feiert der München Marathon ja 30. Jubiläum. Vielleicht sind wir ja dann wieder mit am Start.

 
Rathaus   Marienplatz   An der Feldherrnhalle vorbei
Propyläen am Königsplatz glei is g'schafft Im Ziel
 
Magic
Charly
Greppi

3:59:30
4:01:39
4:34:26



 
 
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