17.3.2013 Trail du Petit Ballon  
Autor: Andreas Greppmeir    
 
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Irgendwie ist mir Bernies Bericht aus dem vergangenen Jahr über den Trail Du Petit-Ballon einfach im Gedächtnis geblieben. Mit welcher Begeisterung er über diesen Lauf schrieb, hat mich einfach mitgerissen und so stand es Anfang des Jahres fest: Der Trail sollte mein erster Ultra-Marathon werden. Zudem schienen mir 47 Kilometer und etwa 2100 Höhenmeter durchaus machbar. Zumal das Elsass uns mit dem Wetter ja etwas voraus ist, sollte es dort Mitte März schönstes Frühlingswetter haben.

Nachdem Bernie und Jan auch vorhatten dort zu laufen und Charly sich auch nicht lange betteln ließ, wurde gebucht. Im Hotel „Ville de Lyon“ in Rouffach standen zwei Doppelzimmer für uns bereit. Bereits bei der Anreise begannen wir jedoch im Auto schon über`s Wetter zu reden. Für den Sonntag waren 7 bis 10 Grad angesagt. O.K., aber es hieß auch, dass es regnen würde. Was würde man in den Laufrucksack packen? Das Thema ging uns nicht aus.

In Colmar kurz vor unserem Ziel Rouffach hielten am „Cora“, einem gigantischen Einkaufszentrum. Bernie musste unbedingt ein paar Elsässer Spezialitäten mit nach Hause nehmen und ich hatte Gelegenheit mir noch schnell eine neue Badehose zu kaufen, nachdem wir nach dem Lauf ja in den hoteleigenen Pool springen wollten und ich Schussel meine Badehose zu Hause hatte liegen lassen. Als wir alles im Auto verstaut hatten, fuhren wir die letzten paar Kilometer bis zu unserem Domizil für die nächsten drei Tage. Die Koffer wurden auf dem Zimmer verstaut und schon marschierten wir los. Nach einer kleinen Fototour durch Rouffach, einer wirklich bezaubernden kleinen Stadt, in der es schien, als sei die Zeit schon vor Jahrzehnten stehengeblieben, ging es direkt zur Startnummernausgabe.

Neben der Startnummer erhielten wir auch noch eine Flasche Crémant, die aus der Region stammt. Über einen kleinen Umweg durch einen Park mit vielen Störchen ging es zurück zum Hotel. Erst mal die Sachen verstauen, ein schneller Kaffee in gemütlichen Bistrobereich unseres Hotels und schon machten wir uns auf zur Pasta-Party. Im alten Rathaus war ein Saal hergerichtet. Ein Drei-Gänge-Menü wartete auf uns und wurde sogar serviert – wo hat man das schon erlebt? Dass Bernie schon etwas länger im Trailgeschäft ist konnten wir hier hautnah erleben: Hallo Bernie hier – Hallo Bernie dort. Man scheint ihn zu kennen und alle schienen tatsächlich auch erfreut zu sein ihn zu sehen. Das heißt wohl unser Bernie ist unter den anderen Trailern beliebt, was uns ja kaum verwundert.

Im Hotel zurück trafen wir uns im Bistro noch auf einen Absacker und es wurde eine wirklich gemütliche Runde. Gerhard, der uns von der Organisation eines Trails über 230 Kilometer erzählte, war genauso faszinierend wie Christoph, einem über 70-jährigen Ultra-Läufer aus der Schweiz, den nicht nur wegen seines Dialekts zu begeistern wusste. Nach dem wir meinten die nötige Bettschwere erreicht zu haben, verabschiedeten sich Charly und ich in Richtung Zimmer. Doch so richtig wollte es mit dem Schlafen nicht klappen, aber das ist ja normal vor so einem Tag. Da habe ich mich inzwischen damit abgefunden.

Hotel Ville de Lyon   Spaziergang durch Rouffach   Pasta Party

Nach einem ordentlichen Frühstück machten wir uns gegen 08:30 Uhr auf in Richtung Start. Leichter Regen begleitete uns auf dem Weg dorthin und richtig warm war es eigentlich auch nicht. Ich war froh, dass ich mir vor ein paar Tagen noch eine neue und richtig gute Regenjacke gekauft hatte. Die Teilnehmer des Trail du Petit Ballon drängten sich alle unter den aufgestellten Zeltdächern, so dass man tatsächlich erst kurz vor Start zurück in den Regen musste. Punkt 09:00 Uhr wurden die rund 800 Teilnehmer dann auf die Strecke gelassen. Über die Rue Du Vignoble hatten wir Rouffach schnell hinter uns gelassen und es ging über die Weinberge nach oben. Relativ schnell hatten sich die ersten Höhenmeter angesammelt und der Regen ging langsam aber sicher in Schnee über. Am Ende der Weinberge gab es dann erst mal einen Stau. Ein schmaler Pfad entließ uns in die Vogeser Bergwelt, doch das noch enge Läuferfeld konnte er nicht so einfach aufnehmen, daher hieß es für uns alle: Anstehen! Nur der laufende Paparazzi Bernie hielt davon scheinbar gar nichts und überholte einfach rechts mal die ganze Schlange.

Leicht hügelig ging es die nächsten Höhenmeter nach oben und Charly und ich waren guter Dinge. Der Schnee störte uns nicht und wir waren uns einig, dass es lieber schneit als regnet. Ist doch viel schöner. Nachdem wir diesen Teil hinter uns hatten, ging es im Wald in einen wunderschönen Single-Trail. So stellt man sich Trail-Laufen vor. Gestört wurden wir hier leider nur von den „Kurzstrecklern“. Eine halbe Stunde nach uns gingen mehrere hundert Teilnehmer an den Start des 24 km langen Circuit des Grands Crus. Die waren natürlich um etliches schneller unterwegs als wir und überholten uns ständig. Das geht auf einem Single-Trail natürlich nur, wenn wir auch mitspielen und so war es irgendwann doch recht lästig. Kurz vor Ende des Trails bekamen wir dann erstmals die Tücken der Natur zu spüren. Der Trail ging nun bergab und die Strecke war spiegelglatt. Ein paar gut ausgestattete Läufer zogen Spikes über ihre Trailschuhe und konnten so diesen Teil ganz gut meistern. Charly und ich schlitterten vor uns her und landeten ein paarmal fast auf der Nase. Froh diesen Teil gut überstanden zu haben gelangten wir an die erste Verpflegungsstation in Schauenberg. Wir hatten jetzt 9,5 Kilometer und bedienten uns am gut ausgestatteten Verpflegungstand. Doch für eine längere Rast war es zu kalt, so dass wir uns gleich wieder auf die Socken machten.

Bis Osenbach zur nächsten Verpflegungsstation hatten wir weitere 6 Kilometer vor uns. Die gingen durch einen schönen verschneiten Wald, was Charly und mich so ein bisschen an die Westlichen Wälder erinnerte. So verging auch diese Etappe schnell und problemlos. In Osenbach hatten sich sogar einige Zuschauer am Straßenrand eingefunden, die uns applaudierten und anfeuerten. Ich packte hier nahezu meinen ganzen französischen Wortschatz aus. Mit einem freundlichen „Merci“ bedankte ich mich für die Aufmerksamkeit und das Ausharren in der Kälte. Als Verpflegung griff ich mir diesmal zu Banane und Kuchen. Auch Schokolade hätte es gegeben, aber ich musste ja auf meine Figur achten. Also ließ ich sie einfach liegen und lief weiter. In Osenbach trennten wir uns auch von den „Kurzstrecklern“ die sich ja schon auf den Rückweg machen durften. Unser nächstes Ziel hieß Wintzfelden. Bei etwa 20 Kilometern sollten wir die kleine Ortschaft erreichen, bevor es zum eigentlichen Höhepunkt dieses Laufs kommen sollte. Dem Aufstieg zum Petit Ballon – dem kleinen Belchen, wie er übersetzt heißt. 1272 Meter ist er hoch und wie wir von Bernies Erzählungen wussten hat man den Gipfel erreicht, wenn man vor einer Marien-Statue steht. Ein Gipfelkreuz sucht man hier vergebens.

Doch bis es so weit sein sollte, stand uns noch ein hartes Stück Arbeit bevor. Durch die inzwischen verschneite Landschaft ging es nach oben. Manchmal sachte, oft auch richtig steil. Der Schnee hatte sich dank der rund 700 Läufer, die schon vor uns den Berg erklommen hatten, inzwischen in Eis verwandelt, so dass wir manchmal fast ratlos vor einer Kehre standen und nicht wussten, wie wir da hinaufkommen sollen. Teils auf allen vier, teil mit fremder Hilfe ging es dann doch langsam, aber sicher voran. Hab ich gerade sicher geschrieben? Nein, sicher war hier nichts, ein paarmal landete ich unfreiwillig auf allen Vieren. Eine Franzose und eine Französin kamen uns auf halber Strecke entgegen. Dank fehlender Französischkenntnisse konnte ich deren Unmutsäußerungen Gott sei Dank nicht verstehen. Sie hatten allem Anschein nach jedoch aufgegeben und machten sich auf den Rückweg. Auch wenn`s teilweise hart am Limit war, aufgeben war nicht drin. Und so schafften wir es irgendwann tatsächlich. Der Wald spuckte uns aus und wir hatten den Gipfel erreicht. Doch die Madonnen-Statue war nicht zu sehen. Vielmehr kam ich mir vor wie Robert Peary, der als erster Mensch den Norpol zu Fuß erreichte. Der Schnee kam nur quer und es war eisig kalt. Ich starrte immer nur auf die Füße vor mir und folgte diesen. Eine andere Art der Orientierung war mir nicht mehr möglich. Alles schien nur noch weiß, hatte sich doch auch noch dichter Nebel unter den Schnee gemischt.

Doch plötzlich, wie aus dem Nichts stand sie vor uns, die Madonna. Nach über fünf Kilometern packten Charly und ich unsere Kameras wieder aus. Der Moment musste festgehalten werden. Doch Charly warf seine Kamera vor lauter Freude direkt in den Tiefschnee, so dass erst mal nichts war mit Fotos machen. Aber ich hatte ja noch meine. So postierte sich jeder kurz vor der Madonna und weiter ging`s. Um andächtig still zu halten, war es uns dann doch zu kalt. Meine Handschuhe waren inzwischen durch und gefroren, so dass mir meine Finger schon ganz schön weh taten. Ein kurzer Kontrollblick verhieß nichts Gutes. Die Finger sahen aus wie nach einem zu langen Bad und waren schneeweiß. Also lief ich, wenn möglich mit den Händen in der Jackentasche, wo ich die Finger immer wieder beugte und streckte, um wieder etwas Leben hineinzubekommen.

Jan & Greppi   Charly angespannt   Es geht los
Der Schnee wird mehr. Durch den Tiefschnee Charly mit Madonna

Jetzt ging es an den Abstieg. Kurz hatten Charly und ich die Orientierung verloren, doch ein paar andere Läufer zeigten uns den richtigen Weg. Auf schneeglatter Strecke ging es nun bergab. Laufen war hier nicht mehr möglich. Charly tat mir hier besonders leid. Er war rund 10 Meter vor mir und mehrfach krachte er dermaßen auf den Rücken, dass ich schon vom Zuschauen Schmerzen bekam. Auch ich war vor Stürzen nicht gefeit. Manchmal zog es einem einfach die Füße weg. Doch im Gegensatz zu Charly landete ich irgendwie sanfter. Charly äußerte seinen Unmut lautstark nach jedem Sturz und erstmals hörte ich, dass Charly vom Aufgeben sprach. Dass ihm bald nichts anderes übrig bleiben würde, konnte er hier ja noch nicht ahnen. Kurz bevor wir die Verpflegungsstelle am Boenlesgrab ein zweites Mal erreichten passierte es. Vor einem Gatter ging es rund einen Meter steil bergab. Es war glatt und wirkte nicht gerade vertrauenserweckend. Charly tastete sich vorsichtig hinunter. Dennoch rutsche ihm der Fuß weg und er knickte dermaßen um, dass der Fuß um 90 Grad ab stand. Charly stieß einen Schrei aus und rappelte sich wieder auf. Die nächsten Schritte verhießen nichts Gutes. Er konnte nur noch unter Schmerzen laufen und auf rutschigen Streckenabschnitten ging gar nichts mehr.

Beide hatten wir im Kopf, dass bei Kilometer 35 ein Cut-Off kommt. Wir entschlossen gemeinsam dort auszusteigen und uns nach Rouffach zurückfahren zu lassen. Auf leichten Bergabwegen kamen Charly und ich erstaunlich gut voran und schließlich hatte ich die 35 Kilometer auf der Uhr, doch wir waren immer noch mitten im Wald. Als meine Uhr 36 und 37 Kilometer anzeigte, kam mir die Erleuchtung. Der Cut-Off bei Kilometer 35 stand in der alten Streckenbeschreibung. Die Strecke wurde kurzfristig um 2,9 Kilometer verlängert, zudem liefen wir ja in die entgegengesetzte Richtung, da die Strecke ja „umgedreht“ wurde. Das heißt der Cut-Off ist wo anders, wenn es überhaupt einen gibt.

In Osenbach, bei Kilometer 40,5 Kilometer erreichten wir dann schließlich doch den Cut-Off. Charly hat bis dahin übel gelitten und war noch ein paarmal böse gestürzt. Er hatte einfach keine Trittsicherheit mehr und die Schmerzen hatten ihn auch gezeichnet. An der Verpflegungsstelle in Osenbach kam auch gleich ein Verantwortlicher auf uns zu. Zum Glück sprach er gut Deutsch und wir erklärten, dass Charly verletzt sei und zurückgefahren werden müsse. Das sei kein Problem, der Cut-Off ist nämlich schon verstrichen und der Betreuer würde eh in zwei Minuten Richtung Rouffach fahren. War ich erleichtert, dass Charly endlich aufhören konnte. Nun fragte mich der Betreuer, ob ich denn noch weiterlaufen wolle. Ich zweifelte kurz, da die Straßensperren ja schon abgebaut wurden und zudem wollte ich Charly eigentlich nicht alleine lassen. Ich sah ihn kurz an und sah sein aufmunterndes Gesicht. Der Streckenposten erklärte mir, dass ich nur noch einen Hügel zu bezwingen hätte und wohl in einer Stunde im Ziel sei. Mir war nun auch klar, dass ich wohl der letzte auf der Strecke bin, wenn ich weiterlaufe, aber ich wollte eigentlich nicht aufgeben. Es waren ja nur noch 9 Kilometer. Da Charly gut versorgt war, entschloss ich mich weiterzulaufen und ich glaubte in Charlys Gesicht auch etwas Stolz zu erkennen. Mit dieser Gewissheit lief ich weiter.

Am Ortsende von Osenbach hätte ich mich fast noch verlaufen, da die Markierungen teilweise ja schon abgebaut waren. Aber ein netter Franzose brachte mich auf den richtigen Weg. Irgendwie fühlte ich mich jetzt wie neu, vor allem als mir meine Laufuhr durch ein Vibrieren zu verstehen gab, dass ich wieder einen Kilometer hinter mir hatte und ich sah, dass ich diesen in 6:34 min gelaufen bin. Zudem hatte ich jetzt den Marathon voll und alles was jetzt noch kam, machte mich zum Ultraläufer. Cool! Also weiter: Kurz darauf erkannte ich an einem leichten Anstieg vor mir zwei Läufer. Würde ich vielleicht doch nicht als letzter ins Ziel kommen? Also Gas geben und noch einmal alles geben. Irgendwie lief ich spielend an den beiden vorbei und wir grüßten uns auch nur kurz. Als ich den Wald passiert hatte, lag vor mir der letzte kleine Anstieg und was soll ich Euch sagen: Da lief vor mir schon wieder einer! Ein kurzer Blick auf die Uhr: Noch drei Kilometer, das geht. Auch ihn habe ich noch kurz vor der letzten Verpflegungsstation an der Oelberg Chapelle noch überholt. Die Verpflegungsstation ließ ich aus, ich hätte wohl eh nur noch Reste bekommen.

Das was jetzt noch vor mir lag, war nochmal der Wahnsinn. Ein rund ein Kilometer langer Single-Schlamm-Trail vom allerfeinsten. Ich stand teilweise bis zu den Knöcheln im Schlamm. Aber das machte mir jetzt nichts mehr aus, im Gegenteil ich hatte richtig meinen Spaß. Kinder würde man Schimpfen, aber da waren ja keine da die mich sehen konnte, also mitten durch. Die letzten zwei Kilometer lagen vor mir und ich war schon fast ein bisschen traurig, dass schon Schluss sein sollte. Steil ging es nun bergab und vor mir lag Rouffach. Eine Läuferin konnte ich beim Bergablaufen noch überholen. Sie sah recht mitgenommen aus und hatte offensichtlich Probleme. Ich ließ ihr ein paar aufmunternde Worte zukommen, die sie zwar nicht verstand, ab sie gab mir zu verstehen, dass sie schon klar kommt und so lief ich weiter. In Rouffach noch ein paarmal links und wieder rechts und da war er, der Place des Humanistes. Das Ziel! Die Verantwortlichen waren tatsächlich schon am Abbauen. Aber ich wurde trotzdem noch über den Lautsprecher begrüßt und die verbliebenen Helfer applaudierten noch anerkennend. Im Ziel bekam ich tatsächlich noch ein Finisher-Shirt und ein Tuch, dessen Funktion sich mir noch nicht erschlossen hat.

Besonders gefreut habe ich mich, dass Bernie und Janosch mich im Ziel begrüßten. Die beiden waren schon geduscht und mit dem Auto zum Ziel gefahren, um auf mich zu warten. Danke! Als ich nach Charly fragte, erzählten sie mir sofort, dass er schon geduscht im Bett liegt und alles in Ordnung ist. Er dürfte sich die Bänder am Knöchel ordentlich gedehnt haben. Bernie fragte mich, ob ich mit dem Auto zurück zum Hotel fahren wollte. Ich schaute kurz auf meine Laufuhr, 8 Stunden und 33 Minuten war meine Zielzeit und tatsächlich zeigte sie auch die vom Veranstalter angegebenen 49,7 Kilometer an. Zuhause sagte ich zu Silke noch, sollte das passieren, lauf ich noch dreimal um die Kirche, bis die 50 Kilometer voll sind. Das hab ich zwar dann doch nicht gemacht, aber ich verabschiedete mich bei Bernie mit den Worten: „Auto? Nein, danke, ich muss mich noch auslaufen …“ und so lief ich zurück ins Hotel und hatte tatsächlich erstmals in meinem Leben 50 Kilometer auf meiner Uhr stehen.

Im Zimmer traf Charly wieder und wir tauschten uns kurz auf. Zufrieden konnte ich feststellen, dass es ihm tatsächlich gut ging und zudem den Ausstieg gut verkraftet hatte. Und so blieb mir nichts anderes als mich unter die kalte Dusche zu stellen, denn warmes Wasser gab es für Nachzügler wohl nicht mehr. Auch meine, am Vortag neu erworbene Badehose musste im Rucksack bleiben, der Pool war wegen Renovierung geschlossen. Da mir noch etwas kalt war, legte ich mich ins Bett und schaute mit Charly gemeinsam die „Lindenstraße im Ersten“. Da hat Charly nämlich noch keine Folge versäumt und brachte mich schnell wieder auf`s Laufende, hatte ich doch die gefühlt letzten 5.000 Folgen versäumt. Mit einem netten Abendessen beim Italiener ließen wir den Abend ausklingen, bevor es am nächsten Morgen wieder nach Hause ging.

Rückblickend war es ein tolles Erlebnis, das jedoch manchmal hart an der Grenze des Machbaren war. Vielleicht hätte der Veranstalter die Strecke kürzen und den Petit Ballon herausnehmen sollen, aber offensichtlich war das Wetter selbst für die Elsässer nicht vorhersehbar und zudem hätten sie mich ja auch um meinen ersten Ultramarathon gebracht. Auf diesem Wege möchte ich Charly noch eine gute Besserung wünschen, damit er bald den nächsten Lauf in Angriff nehmen kann. Das Thema Ultramarathon ist für ihn, wie er mir versicherste, noch lange nicht durch. Für mich übrigens auch nicht.

Trailrunning pur   Ein frischer Ultraläufer   Die Ergebnisse stehen schon in der Zeitung.
 
Jan
Bernie
Greppi
Charly
7:13:28
7:30:06
8:33:00
DNF km 40,5
 
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